Nachbarn befürchten Verkauf der Spiel- und Bolzplatzfläche in der Darfelder Nordsiedlung
Einsatz für zukünftige Generationen

Darfeld. Im Rahmen der Planungen rund um das angedachte Wohngebiet in der Darfelder Nordsiedlung gab es in den Sitzungen des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses und des Rates bereits Diskussionen, wie mit dem angrenzenden Bolz- und Spielplatz umgegangen werden soll. Der Vorschlag vonseiten der Gemeinde, die Fläche mit in den Bebauungsplan einzubeziehen, wurde letztlich vom Gemeinderat bei Gegenstimmen der Wählerinitiative Rosendahl (WIR) und der Grünen mitgetragen.

Freitag, 09.10.2020, 06:03 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 06:30 Uhr
Im öffentlich ausliegenden Flächennutzungsplan wird diese Fläche noch als Spielplatz ausgewiesen. Dabei sei diese laut der Anwohner längst nicht mehr als solche nutzbar. Foto: az

Nun hat sich die am Bolz- und Spielplatz angrenzende Nachbarschaft zu Wort gemeldet. „Wir können dieses Vorhaben nicht nachvollziehen“, spricht Anwohner Marco Knapp für die Bewohner der Darfelder Nordsiedlung. Letztendlich gehe es dabei allerdings nicht um das Gesamtprojekt, sondern lediglich um die Integrierung der Spielfläche in den Bebauungsplan. „Es sind sich alle einig, dass der Spiel- und Bolzplatz erhalten werden soll, das muss auch in 20 oder mehr Jahren der Fall sein“, betont Knapp. So befürchten die Nachbarn, dass zukünftig gewählte Vertreter womöglich Tür und Tor für einen Verkauf der Spielfläche geöffnet werde. „Wir sehen die Gefahr, dass irgendwann kurzfristig ein Beschluss gefasst wird und kein Anwohner die Möglichkeit hat, dagegen Einspruch einzulegen“, fasst es Knapp zusammen. Die Anwohner seien sich einig, dass der Spiel- und Bolzplatz nicht nur jetzt, sondern auch von nachfolgenden Generationen genutzt werden wird. „Durch die neuen Baugebiete ist die Wiederbelebung des Spielplatzes im vollen Gange“, erklärt Danuta Knapp. Lobend erwähnen wolle sie dabei, dass die Gemeinde mit neuen Spielgeräten diese Entwicklung positiv beeinflusst habe.

Sorgen bereite den Nachbarn allerdings, dass der öffentlich ausliegende Flächennutzungsplan zwei weitere Spielplätze in unmittelbarer Nähe ausweise. „Diese existieren als solche nicht mehr“, macht Marco Knapp deutlich. Die Fläche in der Nikolaus-Straße sei eingezäunt und der ehemalige Spielplatz im Kortebrey zurückgebaut worden. „Das lässt unseren Spiel- und Bolzplatz am Heckenweg umso wichtiger erscheinen“, sagt der Familienvater.

Ihren Unmut haben die Anwohner in einem Schreiben auch Bürgermeister Christoph Gottheil mitgeteilt. Anbei befindet sich dazu eine Unterschriftenliste mit über 200 Unterschriften von angrenzenden Nachbarn. „Wir nehmen die Gedanken und Sorgen ernst und werden diese auch im nächsten Planungs-, Bau- und Umweltausschuss diskutieren und rechtlich würdigen“, kündigt der Bürgermeister an. Bedauern würde er dagegen, dass mit dem Sammeln von Unterschriften ein Misstrauen gegenüber der Gemeinde und der Arbeit des Rates vermittelt werde. „Zukünftige Vertreter haben nicht einfach die Möglichkeit, im stillen Kämmerlein die Fläche zu verkaufen“, stellt Gottheil klar. So bedarf es einem gesonderten Ratsbeschluss, bevor die Grünfläche überhaupt angepackt werde dürfe.

„So eine Entscheidung würde auch nicht spontan, sondern vielmehr mit einem konkreten Blick auf die Umgebung des Bolz- und Spielplatzes hinsichtlich der Nutzung getroffen werden“, führt er aus. Vielmehr wolle er an den Menschenverstand der zukünftigen Ratsmitglieder appellieren. „Es geht lediglich darum, in Zukunft nur eine Option zu haben“, macht er nochmals deutlich. „So eine Fläche in 20 Jahren mit Baurecht auszustatten, kann schnell 20 000 Euro kosten.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7624034?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947623%2F
Nachrichten-Ticker