Rat diskutiert über Alternativen zum Bolzplatz am Friedhof
Passende Ersatzfläche gesucht

Osterwick. Ein erster Aufschlag, um mehr Wohnfläche in Osterwick zu schaffen, wurde bereits im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss gemacht. In diesem stellte die Gemeindeverwaltung die Planungen vor, die Fläche am Friedhof im Schoppenbusch in Wohnbaufläche zu ändern (wir berichteten). Entstehen könnten auf der Grünfläche, die der katholischen Kirchengemeinde gehört und ursprünglich als Erweiterungsfläche für den Friedhof gedacht war, sechs bis acht Grundstücke. Im Rahmen der Ratssitzung haben sich die Mitglieder einstimmig für die Umänderung der Grünfläche in Wohnbaufläche ausgesprochen. Gleichzeitig wurde ebenfalls einem Antrag, der die Gemeinde beauftragt, eine geeignete Ersatzfläche vorzugsweise in der Nähe des Friedhofes oder an anderer Stelle in Osterwick zu finden, einstimmig entsprochen.

Samstag, 10.10.2020, 06:37 Uhr
Auf der Grünfläche im Schoppenbusch, die ursprünglich für den Friedhof gedacht war und aktuell noch inoffiziell als Bolzplatz genutzt wird, sollen sechs bis acht Grundstücke entstehen. Die Gemeinde hat vom Rat nun die Aufgabe bekommen, eine passende Ersatzfläche für einen Bolzplatz zu finden. Die CDU-Fraktion sieht am Wiedel-Spielplatz eine Möglichkeit (siehe kleines Bild). Fotos: Leon Eggemann Foto: az

Die Angst, in Zukunft nicht mehr auf dem Bolzplatz spielen zu können, hat gleich mehrere Jugendliche dazu veranlasst, sich in der Sitzung für den Erhalt des Bolzplatzes einzusetzen. „Rechtlich handelt es sich dabei nicht um einen Bolzplatz“, machte Bürgermeister Christoph Gottheil deutlich. Er könne die Sicht der Jugendlichen definitiv verstehen, letztlich müsse aber zwischen ihren Interessen und dem Wunsch nach Baufläche abgewogen werden.

Um Kindern und Jugendlichen bei Wegfall des bestehenden inoffiziellen Bolzplatzes eine Alternative zu bieten, beauftragte die CDU-Fraktion die Verwaltung, mögliche Ersatzflächen zu prüfen. „Wir denken da an einen Teil des Spielplatzes Wiedel oder, in Abstimmung mit dem Heimatverein, an das Gelände des Osterwicker Dorfparks“, stellte Frederik Deitert vor. Von Seiten der SPD-Fraktion erntete die CDU Lob für ihren Vorschlag. „Unserer Meinung nach ist der Antrag unterstützenswert und auch zielführend“, sagte Klaus-Peter Kreutzfeldt. Einen ähnlichen Ansatz verfolgte die Wählerinitiative Rosendahl (WIR). „Wir haben bereits im Ausschuss vorgeschlagen, eine alternative Fläche zu finden. Letztendlich haben wir und die CDU die gleiche Intention“, erklärte Fraktionsvorsitzender Hartwig Mensing.

Bürgermeister Gottheil sah bei den konkreten Ideen der CDU allerdings das Problem, die anliegende Nachbarschaft zu integrieren. „Beide Standorte bereiten mir ein wenig Bauchschmerzen“, sagte er und stellte fest: „Grundsätzlich will jeder einen Bolzplatz im Ort, allerdings nicht vor der eigenen Haustür.“ Beim Finden einer passenden Alternative pocht er auf Landwirte, die womöglich „ein Herz für Kinder haben“ und eine ihrer Flächen zur Verfügung stellen. „Es muss ja nicht zum Nulltarif sein“, merkte Gottheil an.

Mit den Vorschlägen der Ratsmitglieder und des Bürgermeisters konnten sich dann auch die jugendlichen Rathaus-Besucher anfreunden, sodass letztlich sowohl die Umänderung der Grünfläche in Wohnbaufläche als auch der Gemeindeauftrag, sich auf die Suche nach einer optimalen Alternative zu begeben, beschlossen wurden. „Wenn ihr jemanden kennt, der eventuell so eine Fläche hat und diese auch abgeben möchte“, appellierte Gottheil mit Blick auf die Besucherplätze. „Dann ruft mich gerne an.“

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