Ausschussmitglieder sprechen sich gegen eine Entfernung aus
Buche soll erhalten bleiben

Rosendahl. Die Buche auf der geplanten Kita-Fläche im Wiedel in Osterwick soll nicht gefällt werden. Die Mitglieder des Planungsverfahren-, Bau- und Umweltausschusses haben sich einstimmig gegen eine Entfernung des 16 Meter hohen Baumes ausgesprochen. Der Investor des Projektes hatten einen Antrag gestellt, die Buche entfernen zu dürfen, da diese den Planungen der Architekten im Weg steht. Als diese die Lage und Ausmaße des Baumes aufgenommen haben, stellte sich heraus, dass bei einem Erhalt das entstehende Kita-Gebäude verschoben werden müsste – dadurch würde letztendlich auch die Außenspielfläche kleiner ausfallen (wir berichteten).

Samstag, 31.10.2020, 06:35 Uhr
Nach Meinung von Tobias Espelkott (WIR) und Frederik-Maximilian Lethmate (CDU) könnte der Baum auch in die Spielfläche der Kita integriert werden. Foto: Archiv Foto: az

„Wir können grundsätzlich alle Bedenken verstehen, allerdings würde sich die Spielfläche qualitativ massiv verschlechtern“, erklärte Jörg Nessels von der beauftragten Firma Baackmann Immobilien & Bauträger GmbH. So wäre der Grünbereich bewusst Richtung Süden geplant worden, damit die spielenden Kinder auch etwas von der Sonne hätten. „Als Ausgleich sind wir gerne bereit, zwei bis drei Ersatzbäume zu pflanzen“, betonte der Architekt. Dieser Vorschlag kam bei den Ausschussmitgliedern allerdings nicht besonders gut an. „Es hat uns schon sehr überrascht, dass der Baum jetzt plötzlich im Weg steht“, merkte Ausschussvorsitzender Guido Lembeck (CDU) etwa an. Alle weiteren Fraktionen schlossen sich der Kritik des Vorsitzenden an. „Der Baum war den Planern definitiv bekannt und in Skizzen bereits eingezeichnet gewesen“, schilderte beispielsweise Tobias Espelkott (WIR). „Es spricht absolut nichts dafür, einen gesunden Baum zu fällen.“ So könne dieser im Rahmen der Spielaktivitäten auch als „großer Abenteuerbaum“ zur Verfügung stehen. Auch Frederik-Maximilian Lethmate (CDU) sprach sich dafür aus, die Buche aktiv in die Spielfläche zu integrieren.

Einen konkreten Vorschlag, wie die Planungen alternativ aussehen könnten, machte Klaus-Peter Kreutzfeldt (SPD): „Wenn das Gebäude gespiegelt werden würde, dann würde auch der Baum nicht mehr im Weg stehen.“ Mit dieser Idee habe sich bereits auch das Architekturbüro beschäftigt, wie Bettels verrät. „Die gesamte Spielfläche läge dann allerdings im Norden“, fügt er hinzu. Dies sei für alle Fraktionen allerdings kein Hindernis. „Die Vorgaben der Gemeinde, um einen Baum fällen zu dürfen, sind eindeutig“, betonte Martin Branse (fraktionslos). So wurde bereits im Jahr 2018 einstimmig beschlossen, dass „gemeindliche Bäume grundsätzlich nur dann gefällt werden, wenn durch eine Begutachtung nachgewiesen wird, dass die Standsicherheit der Bäume nicht mehr gegeben ist oder wenn die Entfernung verkehrsordnungsrechtlich notwendig ist.“ Wie die Verwaltung bereits in der Sitzungsvorlage beschrieben hat, befindet sich die Buche in einem guten Zustand und steht auch einer geplante Zufahrt zum Kindergarten nicht im Weg. „Beide Kriterien sind also nicht erfüllt“, machte Branse deutlich. So stimmten die Politiker letztlich einstimmig überein, dass der Baum in seinem Zustand erhalten werden soll. Das Architekturbüro wird dagegen beauftragt, seine Planungen dementsprechend anzupassen. Zurückgeschnitten werden müsse der Baum allerdings trotzdem, wie Anne Brodkorb, Fachbereichsleiterin Planen und Bauen, ergänzte. „Die Buche ragt fast über die gesamte anliegende Straße. Ein Zurückschneiden ist ohnehin von den Anwohnern gewünscht.“

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