Ralf Michgehl tritt nach zwölf Jahren als 1. Vorsitzender des Musikzugs Darfeld kürzer
Ein Leben für die Musik

Darfeld. Die Leidenschaft zur Musik wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. „Ich bin da absolut von meinen Vater Tönne geprägt“, lächelt Ralf Michgehl. Schon von klein auf kam er mit dem Musikzug Darfeld in Kontakt. „Ich bin Papa damals schon bei jeder Prozession hinterher getingelt“, erinnert sich der Darfelder. So entfachte auch bei ihm eine Begeisterung. „Seit ich acht Jahre alt bin, spiele ich schon Musik“, schmunzelt Michgehl. Drei Jahre später trat er in den Musikzug ein, mittlerweile ist er 40 Jahre lang aktives Mitglied. „30 davon im Vorstand“, erklärt der heute 51-Jährige. „Erst noch als Beisitzer, dann zwölf Jahre lang als Kassierer.“ Seit 2008 ist er nun als 1. Vorsitzender tätig. Noch. „Ich habe beschlossen, in Zukunft etwas kürzer zu treten“, sagt Michgehl. Die Entscheidung sei nicht spontan getroffen worden. „Mir war schon vor vier Jahren klar, dass nach drei Amtszeiten auch mal gut ist“, verrät er. Daher habe er auch den Vorstand frühzeitig darüber informiert.

Mittwoch, 25.11.2020, 00:02 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 06:08 Uhr
Vollgas am Saxophon: Wie sein Vater Tönne Michgehl spielt Sohn Ralf dazu auch die Klarinette. Foto: az

Dass das Coronavirus seine Position als ersten Vorsitzenden noch um eine gewisse Zeit verlängert hat, stört ihn nicht. „Kein Problem“, lächelt Michgehl. Ursprünglich sollte auf der Generalprobe am 20. November bereits sein Nachfolger gewählt werden. „Natürlich ein blöder Moment, um jetzt aufzuhören. Ein Abschied ohne Corona wäre mir lieber gewesen“, zuckt er mit den Schultern. Wobei Abschied ein wenig übertrieben ist. „Ich werde weiterhin als aktives Mitglied ein Teil des Musikzugs bleiben“, betont der Noch-Vorsitzende. Ein Leben ohne Musik kommt für ihn nicht infrage. „Das gemeinsame Musizieren hilft, um Stress zu reduzieren“, erzählt Michgehl. Auch deswegen habe er nie eine Probe ausgelassen. „Beim Musizieren wird einfach der Kopf frei.“

In seiner Tätigkeit als 1. Vorsitzender war es allerdings nicht nur die Musik, die im Vordergrund stand. „Bei 65 Mitgliedern im Musikzug und 35 im Nachwuchs ist das mehr als nur ein Hobby“, schildert der Darfelder. Zig Stunden hat unter anderem die Organisation der Konzerte beansprucht. „In erster Linie muss ich mich beim gesamten Team bedanken. Alleine wäre all die Planung nicht möglich gewesen“, macht Michgehl deutlich. Dass ausgerechnet im letzten Jahr als Vorsitzender sämtliche Auftritte ausfallen mussten und auch das für März angesetzte 100-jährige Jubiläumskonzert abgesagt wurde, sei dennoch ärgerlich. Viel lieber blickt er allerdings auf die vielen Höhepunkte in den vergangenen Jahren zurück. „Die Gründung unserer ,Allegro-Kids’, der Umzug in die alte Aula der Darfelder Grundschule und ganz besonders das Mega-Konzert im vollen Konzerttheater im vergangenen Jahr“, nennt Michgehl nur ein paar Momente.

Nun also zurück zum Anfang, als normales Mitglied. Kein Organisieren mehr. „Ich denke, ich werde es vermissen“, schaut der 51-Jährige voraus, weiß aber auch: „Der Fokus liegt jetzt wieder zu einhundert Prozent auf der Musik.“ Seine Instrumente: Klarinette und Saxophon. Wie sollte es anders sein, tritt er auch hier in die Fußstapfen seines Vater, auch Tönne Michgehl hat beide Instrumente gespielt.

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