Die ersten Rosendahler sind gegen das Corona-Virus geimpft
„Es war ein historischer Moment“

Rosendahl. Ein historischer Moment sei es gewesen. „Es ist ein Lichtblick für alle Menschen und ein weiterer und wichtiger Schritt auf dem Weg zurück zu mehr Normalität“, sagt Christoph Klapper, Leiter der Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian. Am Samstag und Sonntag wurden alle Bewohner sowie die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräfte der Einrichtung gegen das Corona-Virus geimpft. „Die meisten Geimpften waren dankbar und froh, dass es nun endlich so weit war“, schildert Klapper. 285 Personen waren es insgesamt, die von einem Team der Hausarztpraxis Hohmann den Impfstoff der Firma Biontech/Pfizer erhalten haben.

Dienstag, 05.01.2021, 06:00 Uhr
Glücklich darüber, die Impfung gegen das Corona-Virus von Dr. Sebastian Hohmann und Sprechstundenhilfe Lisa Waning zu bekommen, ist Bewohner Heinrich Lüchtefeld. Durch eine Vorerkrankung ist er nicht zum Tragen einer Maske verpflichtet. Foto: Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian

„An beiden Tagen waren rund 15 Personen im Einsatz – von unserem eigenen Personal über das Ärzteteam bis hin zum Deutschen Roten Kreuz, das das Monitoring übernommen hat“, blickt Klapper auf das Wochenende zurück, das ganz im Zeichen des Impfens stand.
Eine Menge Arbeit hätte aber bereits im Vorfeld geleistet werden müssen, um am Samstag und Sonntag für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. An fünf Werktagen waren die Mitarbeiter der Stiftung mit der Organisation beschäftigt: „Wir mussten den Impfraum und einen Wartebereich herrichten, Einbahnstraßen und eine Registrierungsstelle anlegen, Termine vergeben und verschiedene Dokumente vorbereiten“, schildert Christoph Klapper. Von Glück spricht er, dass die Räume der Tagespflege direkt im Hause seien, denn dort sei ausreichend Platz gewesen, um alles Notwendige ebenerdig einrichten zu können. „Das war eine große Selbstorganisation“, urteilt Klapper.

Alle Hände voll zu tun in der Einrichtung hatte auch die Hausärztin. Sie sei zum Teil zwölf Stunden am Tag im Einsatz gewesen, um mit jedem Bewohner und Mitarbeiter ein persönliches Aufklärungsgespräch zu führen. Von einem Marathon, der mit vielen Überstunden und viel Kraft einherging, spricht Klapper – aber: „Wir haben alles gut vorbereitet, sodass es an den Impftagen zu keinen Zwischenfällen gekommen ist.“
Am Samstagmorgen wurde der Impfstoff dann telefonisch angekündigt, und gegen 7.30 Uhr traf er schließlich mit einer Spedition in Osterwick ein. In einer verplombten Box hätten sich die 57 Impfdosen befunden. „Die Dosen waren in einem Ständer, der nicht größer als ein DIN A 4-Blatt war“, vergleicht Klapper. Wichtig sei gewesen, dass der Stoff nicht erschüttert und unter sechs Grad gelagert wird. Ein entsprechender Kühlschrank habe im Impfraum gestanden – auch das gehörte zu den Vorbereitungen. Da die Impfungen selbst vor Ort zusammengestellt werden mussten, wie Klapper erklärt, habe eine Impfdose für sechs Impfungen ausgereicht. Somit konnten am Wochenende in Osterwick 342 Personen mit dem Stoff versorgt werden.

Wir haben alles gut vorbereitet, sodass es an den Impftagen zu keinen Zwischenfällen gekommen ist.

Christoph Klapper, Leiter der Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian

Um 9 Uhr am Samstagvormittag setzte das Ärzteteam dann bei dem ersten Bewohner die Spritze an. Jeweils in Gruppen aus fünf Personen wurden die Bewohner – nach Wohngruppen getrennt – aus ihren Zimmern hin zu der Impfstation begleitet. Haben sie ihre Impfung bekommen, wurden sie durch Mitarbeiter des DRK betreut – und nach 20 Minuten konnten die nächsten zu Impfenden die Räume aufsuchen. „Es war eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Die meisten Bewohner haben sich gefreut, dass sie den Impfstoff erhalten haben.“ Drei Bewohner hätten im Vorfeld nach dem Aufklärungsgespräch mit der Ärztin eine Impfung abgelehnt. Bei dem Personal der Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian habe die Bereitschaft zum Impfen zunächst bei 60, nach den Gesprächen bei rund 70 Prozent gelegen, informiert der Einrichtungsleiter weiter. Anders als bei den Bewohnern wurde den Kräften ein persönlicher Termin zugeteilt. Da mit den Impfdosen mehr Personen versorgt werden konnten als in der Stiftung benötigt wurde, kam am Wochenende auch ein Teil des Personenkreises zum Zuge, die laut Verordnung priorisiert geimpft werden – beispielsweise Mitarbeiter im Betreuten Wohnen.
Das gesamte Wochenende sei in der Bilanz zufriedenstellend und ohne Probleme verlaufen. „Bisher haben wir auch keine Rückmeldung bekommen, dass ein Bewohner an Nebenwirkungen leide“, berichtet Klapper gestern. In diesen Tagen ist der Einrichtungsleiter mit der Bestellung weiterer Impfdosen beschäftigt, denn in drei Wochen muss das gesamte Prozedere wiederholt werden. Das Gute sei, so Klapper, dass man jetzt Erfahrung hätte und alle Vorkehrungen bereits getroffen wurden. „Die Herausforderung besteht nun darin, die passenden Termine zum Impfen auch an die Personen außerhalb unserer Einrichtung zu vergeben“, so Klapper. Er zeigt sich aber optimistisch, dass auch das reibungslos funktionieren wird.

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