Kai Konert schnitzt Tierfiguren aus Holzstämmen
Wie Tierfilme zur Holzfigur verhelfen

Rosendahl. 14 Stunden habe es gedauert, bis die erste, selbst angefertigte Eule ansehnlich auf einem Holzstamm thronte. „Das hat wirklich lange gedauert. Heute geht es deutlich schneller“, sagt Kai Konert lachend und lässt seinen Blick dabei über das Werkzeug hin zu seinen aktuellen Arbeiten schweifen. Ein Wildschwein, ein Bär, eine Eule und ein Adler sind die hölzernen Tiere, an denen er im Moment arbeitet.

Freitag, 08.01.2021, 16:57 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 17:01 Uhr
Kai Konert hat das Schnitzen von Tierfiguren aus Holz zu seinem Hobby gemacht. Eulen, Adler und Bären gehören zu seinem Repertoire. Auch aus dem dicken Baumstamm (links im Bild) soll bald ein großer Bär werden. Foto: Leon Seyock

Seit Juli geht Kai Konert, der in Rosendahl mit dem gleichnamigen Hausmeister-Service selbstständig ist, einem neuen Hobby nach: das Schnitzen von Figuren aus Holz mit der Kettensäge. „Solche Figuren sieht man ja häufig. Und die haben mir schon immer gut gefallen“, sagt er. So schwer kann das schon nicht sein, Tierfiguren selbst anzufertigen – hat er sich dann gedacht und Videos im Internet angeschaut. „Eigentlich wollte ich mir auch von einem Holzkünstler zeigen lassen, wie das genau funktioniert und was man beachten muss“, berichtet Konert. Allerdings habe er in der näheren Umgebung niemanden gefunden – und hat deshalb kurzerhand auf eigene Faust losgelegt. „Ich glaube, ich habe mir noch nie in meinem Leben so viele Tierfilme angeschaut“, berichtet er von seinen Inspirationsquellen.
Bevor er starten konnte, hat er sich zunächst verschiedenes Werkzeug zugelegt, unter anderem eine Kettensäge, bei der das Schwert wesentlich spitzer zuläuft als bei üblichen Sägen. „So kann man feiner arbeiten, auch mit nur einer Hand“, weiß Konert. Eine Eule sollte dann sein erstes Projekt sein – die er nur anhand der Videos aus dem Internet anfertigen wollte. „Am Anfang hatte ich immer Angst, dass ich zu viel Holz wegschneide“, sagt er. Das habe sich aber mittlerweile gelegt. „Ich mache fast alles nach Gefühl. Man kann sich auch ein Foto zur Hilfe nehmen und sich dieses beim Sägen immer wieder anschauen. Dann weiß man ja schon grob, was weg muss“, erzählt Kai Konert weiter von seinem Hobby.
Der Vorgang – egal ob es am Ende eine Eule, ein Bär oder ein Adler werden soll – ist immer gleich, wie Konert beschreibt: Zuerst wird die Rinde entfernt, dann das Grobe abgesägt. „Wenn es dann kritisch wird, zeichne ich meistens die Konturen an und säge sie dann vorsichtig weg.“ So entstehen in mehreren Stunden Arbeit die schönsten Figuren. „Und jede ist ein Unikat, jede Arbeit sieht am Ende anders aus.“
Natürlich gebe es den einen oder anderen Stamm, den Konert entsorgen muss, weil er die Säge falsch ansetzt. „Das hält sich aber in Grenzen. Wenn ich nicht zufrieden mit meiner Arbeit bin, behandle ich den Baumstamm soweit, bis ich es bin“, sagt er grinsend.
Zwölf Eulen und ein Adler sind unter anderem aus seiner Kettensäge entstanden. Die Figuren hat er besonders in der Weihnachtszeit verkauft. „Ich habe sogar an Heiligabend einige Figuren zu den Kunden gebracht“, berichtet er und spielt auf das Gewicht an, das jede Figur mitbringe. „Die kann man nicht mal eben in den Kofferraum verladen.“
Ein ganz besonderes Exemplar wartet noch darauf, von Kai Konert komplett fertiggestellt zu werden: Ein Bär, der von hinten zu sehen ist und in seinen vermeintlichen Bau kriecht, ergänzt mit einem Holzschild: „Ich bleibe zuhause“. „Das ist doch passend in der aktuellen Zeit“, grinst Konert. An einem kleinen Bären , der auf einem Holzstamm sitzen soll, versucht er sich ebenfalls – bevor er in einigen Nummern größer das gleiche Tier in einen dicken Stamm schnitzen möchte. „Der Bär soll dann ein Schild mit meinem Hausmeister-Service in den Händen halten, den ich dann als Werbung an die Straße stellen möchte.“ An Ideen mangelt es ihm jedenfalls nicht.
Die erste Eule, an der Kai Konert 14 Stunden gearbeitet hat, die steht übrigens bei ihm zuhause. „Verkaufen konnte ich sie damals nicht. Da musste ich erst noch etwas üben“, sagt er und lacht. Wenn er jetzt eine Eule in einen Baumstamm sägt, braucht er dafür mittlerweile zwischen einer und zwei Stunden. Übung macht eben den Meister...

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