Interview mit Stephan Schumacher vom Theater „Scaena Mundos“
„Keine Absage, sondern Aufschiebung“

Darfeld. Normalerweise hätten sie im vergangenen November ein volles Programm gehabt – aber was ist zurzeit schon normal. Aufgrund des zweiten Corona-Lockdowns mussten die beiden Hauptdarsteller Stephan Schumacher und Elke Schulze Böving sowie Regisseur Erik Voß ihre Vorführungen im Bahnhof Darfeld, bis auf zwei Vorstellungen, absagen. Nun haben sich Ersatztermine für die Komödie „Zwei wie Bonnie und Clyde... denn sie wissen nicht, wo sie sind“ gefunden. Diese werden im November 2021 nachgeholt. Im Gespräch mit Redaktionsmitglied Leon Eggemann spricht Schumacher, Leiter des Theaters „Scaena Mundos“, über die Auswirkungen des zweiten Corona-Lockdowns, die neuen Ersatztermine im Herbst sowie das erneute Proben der Texte.

Freitag, 15.01.2021, 06:40 Uhr
Trotz des Wissens um den kommenden Corona-Lockdown gingen im vergangenen November noch zwei Veranstaltungen der Theaterkomödie über die Bühne. Fotos: Archiv Foto: az

Herr Schumacher, seit zwei Monaten steht wieder alles still. Was bedeutet der zweite Corona-Lockdown für Sie und Ihr Theater?

Stephan Schumacher: Wir können unser Programm leider nicht so starten, wie wir uns das erhofft hatten. Ursprünglich war angedacht, dass wir die Vorführungen im Januar weiterführen, aber auch das ist zurzeit nicht möglich. Dementsprechend haben wir uns für eine Wiederaufnahme im Herbst entschieden. Die Kulisse im Bahnhof Darfeld ist mittlerweile auch abgebaut.

In Anbetracht der vielen Arbeit muss die Absage sämtlicher Termine besonders schmerzhaft gewesen sein, oder?

Stephan Schumacher: Der Schmerz hält sich noch in Grenzen. Es ist ja keine Absage, sondern nur eine Aufschiebung. Viel mehr Schmerz haben da meine Theaterkollegen, die von ihren Auftritten leben. Ich selbst arbeite hauptberuflich als Gärtner, das Theater ist nur ein Nebenerwerb. Daher habe ich weniger Sorgen als meine Kollegen. Leider ist es so, dass die Darsteller und ihre Sorgen nicht wirklich gehört werden.

Wie froh waren Sie denn, dass im vergangenen November immerhin noch zwei Vorstellungen über die Bühne gingen konnten?

Stephan Schumacher: Uns ist zumindest ein Stein vom Herzen gefallen, dass die Premiere stattfinden konnte. Die Resonanz war echt super und auch die Zuschauer begeistert. Nach all den Proben ist die Anspannung vor dem ersten Auftritt natürlich wahnsinnig groß. Umso besser, dass alles gut geklappt hat. Das macht auch Hoffnung für unsere Vorführungen im November. Im Vorfeld hatten viele Personen Karten gekauft, die behalten auch ihre Gültigkeit. Wir hoffen natürlich, dass das Interesse an unserem Stück weiter besteht.

War Ihnen sofort klar, dass sie das Stück wiederholen wollten?

Stephan Schumacher: Ehrlich gesagt, nein. Wenn zwei Personen spielen, muss man sich natürlich erst absprechen. Elke hatte erst noch zeitliche Bedenken. Letztendlich haben wir uns aber dafür entschieden, da das Stück echt toll ist und uns auch viel Spaß macht.

Als Ersatz haben Sie nun den November gewählt. Wieso so spät?

Stephan Schumacher: Im Vordergrund steht natürlich die Planungssicherheit. Darüber hinaus haben wir die Hoffnung, im November mehr Zuschauer in unsere Vorstellungen zu bekommen. Für die Besucher soll es einfach ein entspannter Theaterabend werden. Da haben wir im November bessere Karten, als im Frühjahr. Außerdem ist es ja immer so, dass mein Theater im November im Darfelder Bahnhof auftritt.

Was steht bis dahin an? Gibt es noch andere Planungen?

Stephan Schumacher: Für das Stück selbst muss nicht mehr so viel gemacht werden. Drei Wochen vorher werden die Proben natürlich auch mit unserem Regisseur Erik Voß intensiviert, damit wir optimal auf den Start vorbereitet sind.

Apropos Proben. Die werden dann auch wohl wieder in diesem Jahr anstehen oder haben Sie Ihre Texte noch auswendig im Kopf?

Stephan Schumacher: Die Texte sind noch im Kopf (lacht). WIr haben zwischenzeitlich immer wieder geprobt – circa alle zehn Tage in einem trockenen Durchlauf unser Stück durchgesprochen. Da hat bis jetzt gut funktioniert. In Zukunft werden wir uns weiter regelmäßig treffen, um die Texte weiter im Gedächtnis zu behalten. Das Stück noch einmal komplett einzustudieren, das wäre einfach zu zeitintensiv.

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