Tagespflege St. Elisabeth steht in der Pandemie vor Herausforderungen
Ein Start mit Einschränkungen

Osterwick. Noch sind es zwei Wochen bis zum Start. Allerdings haben Annika Alferink und Marlies Günther schon jetzt einen Plan entwickelt, wie die kommenden Gästen in der Tagespflege St. Elisabeth empfangen werden. „Zuallererst wird mit einem kontaktlosen Fiebermessgerät die Körpertemperatur gemessen“, erklärt die Leiterin Annika Alferink und setzt das Gerät zur Demonstration bei ihrer Stellvertreterin an. „36,1“, liest sie grinsend ab. „Dann darfst du hier bleiben, Marlies.“ Befände man sich bereits im pflegerischen Alltag würde nun ein Corona-Schnelltest anstehen. „Jeder unserer Gäste muss sich aus Sicherheitsgründen testen lassen“, betont Marlies Günther. Als vorübergehender Test-Raum wurde dabei ein Badezimmer in der Tagespflege umfunktioniert. Bis das Ergebnis feststeht, dauert es rund 15 bis 20 Minuten. „Ein lockeres Kommen und Gehen ist zurzeit leider unmöglich. Wir hoffen, dass sich das mit der Zeit legt“, pocht Annika Alferink auf Verständnis der Gäste.

Mittwoch, 27.01.2021, 06:54 Uhr
Bevor es für die Besucher der Tagespflege in die Räumlichkeiten geht, werden sie am Empfang auf Fieber getestet. Einrichtungsleiterin Annika Alferink (links) und ihre Stellvertreterin Marlies Günther machen es vor. Foto: Leon Eggemann

Geplant war ursprünglich, dass die Tagespflege im Neubau am Altenheim in Osterwick bereits ab dem 1. Februar an den Start geht. „Da am morgigen Donnerstag hier vor Ort noch die zweite Impfung durchgeführt wird, wurde der Eröffnungstermin um eine Woche auf den 8. Februar verlegt“, informiert die gemeinsame Leitung. Eigentlich sei angedacht gewesen, vor Beginn noch einen Tag der offenen Tür durchzuführen – dieser fiel allerdings dem Lockdown zum Opfer. „Wir haben hier also alles still und heimlich vorbereitet“, ist Annika Alferink trotz des erschwerten Starts bester Laune. Letztendlich müsse man, nun wo es losgeht, auf alle Eventualitäten gefasst sein. „Wenn beispielsweise ein Gast am Empfang Symptome zeigt, muss er wieder nach Hause geschickt werden. In diesem Fall müssen natürlich die Angehörigen informiert werden“, schildert Marlies Günther.

Abseits des Empfangs mit Fiebermessen und Schnelltest soll ein möglichst normaler Alltag hergestellt werden. „Im besten Fall sollen sich unsere Gäste gar nicht mit der Pandemie beschäftigen“, so Alferink. Dass sich die Situation in den ersten Wochen nach dem Start wohl noch schwierig gestalten könnte, weiß das Duo. So muss zunächst auf Singen, gemeinsame Ausflüge oder den Besuch von Gottesdiensten verzichtet werden. „Gut ist aber, dass sich die Menschen nach so vielen Monaten ein wenig an diesen Zustand gewöhnt haben“, atmet Marlies Günther auf. Eine ganz besondere Herausforderung stelle zudem das Einhalten der Abstände dar. „Darauf werden wir streng achten“, kündigt sie an. Gleichzeitig macht sie aber auch kein Geheimnis daraus, dass bei pflegerischer Arbeit ein Sicherheitsabstand zum Teil nicht möglich ist. „Um auch hier die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, werden auch die Pfleger regelmäßig getestet“, ergänzt Alferink.

Mit all diesen Maßnahmen soll nicht nur das Risiko einer Ansteckung minimiert werden. „Im Fokus steht auch, den Gästen und Angehörigen ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln“, macht die Einrichtungsleiterin deutlich. „Um das zu schaffen, schränken wir uns auch privat sehr ein.“ Aber damit der Pflege-Alltag reibungslos ablaufen kann, nehme man das gerne in Kauf. „Wir sind einfach froh, dass trotz der vielen Einschränkungen endlich Leben ins Haus kommt“, bringt es Alferink auf den Punkt.

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