Ludgerusblick in Osterwick dient als beliebte Anlaufstation für Radfahrer und Spaziergänger
Mit Ausblick auf den Dom verweilen

Osterwick. Fast schon mystisch schaut der heilige Ludgerus an der Kreuzung zwischen der Baumberger Straße und dem Ludgerusweg auf die vor ihm liegende Landschaft. „Dass er ausgerechnet hier steht, kommt nicht von ungefähr“, erklärt Gregor Deitert vom Heimatverein Osterwick. So schaut die Figur aus Baumberger Sandstein in Richtung des benachbarten Billerbeck, genauer gesagt auf die Türme des Billerbecker Doms. Dieser wurde zu Ehren des heiligen Ludgerus, der im Jahr 809 in der Domstadt verstorben ist, erbaut. „Von diesem Punkt sind die Türme bei gutem Wetter zu sehen“, schaut Deitert in die Ferne. „Daher auch der treffende Name Ludgerusblick.“

Donnerstag, 28.01.2021, 05:48 Uhr
Auch bei leichtem Schnee macht Bernhard Gerleve seine Kontrolle am Ludgerusblick. Der 79-jährige Anlieger pflegt seit Jahren den bei Radfahrern und Spaziergängern beliebten Aussichtspunkt. Foto: Leon Eggemann

Zwar steht sie noch nicht ganz so lange wie der Billerbecker Dom, dennoch hat die Osterwicker Ludgerus-Statue schon einige Jahre auf dem Buckel. Ihren Ursprung hat die Figur in Höven – konkret befand diese sich in der ehemaligen Marienschule an der Holzbrücke, die um 1910 gebaut wurde. Vor dem Abriss der nicht mehr existenten Schule wurde die Statue zum heutigen Ludgerusblick umgesiedelt. „Federführend von Josef Krekeler, dem damaligen Vorsitzenden des Heimatvereins Osterwick“, verrät Deitert. Die offizielle Einweihung fand dort 1985 statt.

Seit nun mehr als 35 Jahren schaut der heiligen Ludgerus am Rande Osterwicks in die Ferne. „Nach so langer Zeit war eine umfangreiche Renovierung des Aussichtspunkts dringend notwendig“, erinnert sich Deitert. Allerdings kam den Bemühungen des Heimatvereins ein starker Sturm in die Quere. Dieser nahm den heiligen Ludgerus so mit, dass dieser aus seiner Verankerung fiel und so eine Hand und sogar seinen Kopf verlor. Auch das weggewehte Schutzdach wies erhebliche Schäden auf. „Zum Glück konnten alle Bruchstücke gesichert und von einem Restaurator in Kleinarbeit zusammengesetzt werden“, informiert der Vorsitzende des Heimatvereins. Die Sanierung der Statue wurde darüber hinaus genutzt, um auch das restliche Ambiente des Ludgerusblicks wieder aufzuwerten. So erstrahlt dieser mit neuem Schutzdach und Bänken in einem neuen Licht.

Dass dieser Zustand auch in der nächsten Zeit den ein oder anderen Spaziergänger oder Radfahrer erfreut, hat sich Bernhard Gerleve auf die Fahne geschrieben. Seit fünf Jahren kümmert sich der 79-jährige direkte Anlieger um die Pflege des Aussichtspunktes. „Jede Woche mache ich meinen Kontrollgang und richte den Platz wieder her“, erzählt er. „Das ist für mich eine Ehrensache und Herzensangelegenheit.“ Umso härter trifft es ihn, dass die Statue immer wieder von Vandalismus betroffen ist. „Vor kurzem wurde wieder versucht, dem Ludgerus den Stab wegzunehmen“, schüttelt Gerleve den Kopf. „Wenn man bedenkt, wie viel Arbeit und Zeit in diesen Ort investiert wird, ist das eine Schande.“ Trotz dieser Vorfälle lässt sich der gebürtige Billerbecker nicht davon abhalten, den Platz für die kommende Fahrradsaison vorzubereiten. „Wenn das Wetter wieder besser wird, werden die ersten Blumen gepflanzt“, schaut er voraus. „Dann können die Besucher den Ludgerusblick wieder in seiner ganzen Pracht erleben.“

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