Rosendahl versinkt im Schnee
„Es geht nur mit Ruhe und Weile“

Rosendahl. Aufgerüstet hat der gemeindliche Bauhof, um sich besser durch die Schneemassen kämpfen zu können. „Neben unseren normalen Winterfahrzeugen sind wir zusätzlich mit einem Teleskoplader, zwei Radladern und mit einem Traktor mit Anhänger im Dauereinsatz“, berichtet Stefan Averesch, Leiter des Bauhofes, gestern auf AZ-Nachfrage. Nicht nur am Sonntag, auch am gestrigen Montag sorgte der gesamte Mitarbeiterstamm des Bauhofes dafür, dass die Straßen in der Gemeinde weitestgehend von Schnee befreit und wieder passierbar wurden. Die Freiwillige Feuerwehr Rosendahl zeigte sich gestern „tiefenentspannt“, wie stellvertretender Wehrführer Berthold Becker auf Nachfrage mitteilte. Obwohl der Montag ruhig verlaufen sei, stünden die Kameraden einsatzbereit und seien sofort zur Stelle, wenn Hilfe benötigt werde.

Dienstag, 09.02.2021, 17:17 Uhr aktualisiert: 09.02.2021, 18:28 Uhr
Im tiefen Schnee haben Hannah, Alissa, Moritz und Jannik aus Höpingen ordentlich Spaß. Ganz Rosendahl ist durch die kräftigen Schneefälle in den vergangenen Tagen unter einer dicken Decke der weißen Pracht versunken. Foto: Julia Mühlenkamp

„Das geht nur mit Ruhe und Weile“, meint Bürgermeister Christoph Gottheil mit Blick auf die Bewältigung der Schneemengen. Bereits am Sonntag habe er sich bei seinen Kollegen vom Bauhof für den unermüdlichen Einsatz zur Beseitigung der weißen Pracht bedankt, der sicherlich noch einige Tage andauern dürfte.

Die Nacht von Sonntag auf Montag sei verhältnismäßig ruhig gewesen, wie Averesch weiter berichtet. Der Schneefall ließ zwar am Abend nach, setzte aber in der Früh wieder ein, was den Bauhof ab 5 Uhr auf den Plan rief. Eine feste Route zum Räumen der Straßen hätten Averesch und seine Kollegen abgearbeitet – zuerst die Haupterschließungsstraßen. Den gesamten Montag über fiel Schneegriesel vom Himmel, „bei diesen Zuständen mit Salz zu streuen macht absolut keinen Sinn“, betont Averesch. Denn zunächst müssten Straßen und Wege soweit geräumt sein, dass der restliche Schnee und auch das Eis mit Streusalz aufgetaut werden könnten.

So ist der Bauhof aktuell damit beschäftigt, den Schnee aus den Ortschaften zu transportieren. „Zumindest versuchen wir die Menge an Schnee, die zu viel ist, aus den Orten rauszuholen“, sagt Averesch lachend. So solle ein vernünftiger Verkehrsfluss wiederhergestellt werden, denn durch angekündigten Frost wird der Schnee noch eine ganze Weile liegenbleiben. „Bis Donnerstag werden wir sicherlich mit dem Räumen beschäftigt sein“, blickt der Bauhofleiter voraus. Der Schnee werde mithilfe der angemieteten Fahrzeuge auf ungenutzte Parkplätze oder umliegende Felder gekarrt.

Einen besonderen Dank spricht Bürgermeister Gottheil den Landwirten aus: „Es ist toll, wie groß der Zusammenhalt auch in diesen Zeiten ist“ – denn zahlreiche Landwirte hätten ohne große Überlegungen mit ihren Fahrzeugen geholfen und den einen oder anderen Weg oder Straßeneinfahrt vom Schnee befreit, damit die Anlieger ihre Grundstücke verlassen konnten. Den Rosendahlern rät Gottheil – sofern möglich – zuhause zu bleiben. „Hier spielt uns das Home-Office, das vielerorts angeordnet wurde, in die Karten“, so Gottheil, der seinen Arbeitsweg aus Holtwick zum Rathaus mit dem Pkw teilweise innerorts nur in Schritttempo hätte bewältigen können.

Eine schöne Begebenheit sei Gottheil zugetragen worden, wie er zum Abschluss erzählt: „Die Bewohner des Seniorenheimes haben sich besonders über den Schnee gefreut. Sie saßen an den Fenstern und haben das Wetter mit dem beruhigend wirkenden Schneefall freudig beobachtet“, sagt er.

Und noch etwas Positives ist dem Schnee abzugewinnen: Das Corona-Virus ist mal nicht Gesprächsthema Nummer eins – zumindest nicht in diesen Tagen und solange die weiße Pracht genossen werden kann...

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