Corona macht Auszubildenden Udo Niehoff einen Strich durch die Rechnung
Homeschooling statt Australien

Holtwick. Udo Niehoff ist Auszubildender im dritten Lehrjahr in der Firma Metrica. Tischler zu werden war schon als Kind sein Traum, umso größer war die Freude, als damals die Zusage von Ausbilder Christian Soppe kam. Die Firma mit Sitz in Holtwick hat sich auf den Innenausbau von Yachten spezialisiert. Normalerweise würden die Auszubildenden auf Montagen und in Austauschprogrammen viel zu sehen bekommen.

Mittwoch, 24.02.2021, 06:32 Uhr
Aufgrund der Coronakrise ist es für die Auszubildenden Lynn Battefeld und Udo Niehoff aktuell nicht möglich, in Austauschprogrammen etwas von der Welt zu sehen. Kurz vor Ausbruch der Pandemie hatte Udo Niehoff schon alle Vorbereitungen für eine Reise nach Australien getroffen. Foto: az

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist das allerdings so gut wie unmöglich. Besonders bitter für Udo Niehoff: Er wollte im Rahmen eines Austauschprogramms, das Metrica ihren Auszubildenden anbietet, für vier Wochen nach Australien reisen und dort in einer Partnerfirma arbeiten. „Alles war schon vorbereitet, die Flüge schon gebucht und ich saß quasi schon auf gepackten Koffern. Dann kam Corona und die Reise musste abgesagt werden,“ ist Niehoff enttäuscht. Ob er nach seiner Ausbildung eine weitere Chance bekommt, doch noch nach Australien fliegen zu können, ist bisher offen. Statt Abenteuerreise ist jetzt erst einmal büffeln im Homeschooling angesagt. Aber Niehoff bleibt gelassen und macht das Beste aus der Situation. Beim Lernen zu Hause sieht er sogar Vorteile: „Aus meiner Sicht ist das Homeschooling zur Vorbereitung auf die anstehende Gesellenprüfung in diesem Jahr interessant, denn ich habe dadurch mehr Zeit, mich auf diese vorzubereiten“, erzählt Niehoff. Trotzdem fehle ihm der persönliche Kontakt mit den Kollegen. Während der Arbeit gestalte sich die Kommunikation mit Mindestabstand und zusätzlichem Maschinenlärm schwierig, der Pausenraum muss aufgrund der Corona-Hygienemaßnahmen leer bleiben. „Da der Pausenraum zurzeit nicht genutzt werden darf, weichen viele Kollegen auf ihr Auto aus“, verrät Niehoff. „Zwar ist es ein positiver Effekt, dass es ein größeres Homeoffice-Angebot gibt und wir haben auch gute Erfahrungen mit dem Berufsschulunterricht im Homeschooling gemacht, aber der Wunsch der Mitarbeiter nach mehr Präsenz bleibt weiterhin groß“, schätzt Ausbilder Clemens Soppe die Situation ein. Insbesondere die Aufgabenvermittlung sei bei einem Abstand von eineinhalb Metern nicht immer möglich. „Das vorbildliche Verhalten der Mitarbeiter im Unternehmen sorgt dafür, dass trotz allem ein halbwegs normaler Tagesablauf gewährleistet werden kann. Die Mitarbeiter können sich gut auf die veränderten Arbeitsbedingungen einstellen“, zieht Clemens Soppe Bilanz und hofft darauf, dass für das Ausbildungsjahr 2021 wieder mehr möglich sein wird. „Berufsfelderkundungstage und Praktika können zurzeit natürlich nicht wie gewohnt durchgeführt werden“, betont Soppe. Probearbeiten in Verbindung mit einer Ausbildungsplatzfindung für 2021 sei allerdings für einige Tage möglich. Derweil büffelt Udo Niehoff fleißig weiter für seine Gesellenprüfung – und hält weiterhin an seinem Traum fest, doch noch den langen Flug hin zur Metrica-Partnerfirma in Australien antreten zu können.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7835314?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947623%2F
Nachrichten-Ticker