Rosendahler Grundschulen bieten unter Einschränkungen wieder Präsenzunterricht an
Gemeinsam lernen – aber mit Maske

Rosendahl. Nach wochenlanger Ruhe hat sich der Schulhof der Osterwicker Sebastian-Grundschule wieder mit Leben gefüllt. Während einige Kinder schaukeln und andere gemeinsam fangen spielen, haben es sich Maya, Sarah und Jana aus der 2b beim Bockspring-Bereich bequem gemacht. Zusammen genießen sie die warmen Sonnenstrahlen. „Endlich können wir in der Schule wieder Zeit miteinander verbringen“, ist die siebenjährige Sarah froh. Seit Anfang der Woche dürfen die Kinder zurück in den Präsenzunterricht der Grundschulen. Zuvor haben sie, wie so viele Schüler, von zu Hause aus gelernt. „Mama und Papa haben sich zu Hause wirklich Mühe gegeben, aber die Lehrer können das schon besser“, schmunzelt Maya.

Donnerstag, 25.02.2021, 06:25 Uhr
Freuen sich, dass sie in der Schule wieder gemeinsam Zeit miteinander verbringen können, und genießen in der Pause die Sonnenstrahlen: (v. l.) Jana, Maya und Sarah. Nach Erlass des Schulministeriums müssen die drei Freundinnen auch in der Pause ihre Maske tragen. Foto: Leon Eggemann

Doch nicht nur bei den Schülern, die ausgelassen auf dem Schulhof herumtollen, ist die Erleichterung zu spüren – auch die Lehrer sind froh, wieder vor Ort unterrichten zu können. „Im Homeschooling geht das Miteinander verloren. Beim Wiedersehen war zu spüren, wie wichtig der soziale Kontakt für die Schüler ist“, betont Schulleiter Thomas Middelberg. Damit das gemeinsame Lernen vor Ort auch gelingt, müssten allerdings einige Einschränkungen in Kauf genommen werden. „Es bedarf sehr viel Organisation“, gibt Middelberg zu. So können unter anderem zurzeit nicht alle Schüler gleichzeitig vor Ort lernen – diese wurden in einzelne Gruppen unterteilt. „Montags und mittwochs kommt die eine Hälfte der Klasse, dienstags und donnerstags die andere“, erklärt Middelberg. Freitags findet der Unterricht gruppenweise 14-tägig statt. Mindestens zweimal pro Woche muss also noch zu Hause gebüffelt werden.

Doch mit der Aufteilung der Schüler sowie zusätzlicher Notbetreuungs-Gruppen ist es noch nicht getan. „Hinzukommt, dass auch der Unterricht in mehrere Blöcke unterteilt wurde und es verschiedene Pausenzeiten gibt“, ergänzt der Schulleiter. So kann der Unterricht mal 60, mal 45 Minuten dauern. „So tummeln sich nicht alle Schüler gleichzeitig auf dem Schulhof“, so Middelberg. Apropos Schulhof: Auch dieser musste in mehrere Viertel aufgeteilt werden, damit sich die Schüler nicht außerhalb ihrer Gruppen vermischen. Pausenplan, Notbetreuungsplan, Gruppenplan, Wochenplan, Lehreraufteilung – summa summarum kommt da eine große Menge an Schreibtischarbeit zusammen. „Es hat schon einige Stunden gekostet, so ein System aufzubauen“, nickt Middelberg. „Trotzdem ist es schön, dass in der Schule endlich wieder was los ist.“

Ähnliche euphorische Stimmung, die den Einschränkungen trotzt, herrscht in den anderen Rosendahler Ortsteilen. „Egal wie gut das Homeschooling auch organisiert ist, den unmittelbaren persönlichen Kontakt kann es nicht ersetzen“, schildert Andrea Lyding, Leiterin der Antonius-Grundschule in Darfeld. Auch hier wird mit dem gleichen Wechselmodell wie in Osterwick gearbeitet – feste Gruppen für feste Tage, ganz nach Empfehlung des Schulamts. Etwas abgewichen ist davon die Nikolaus-Grundschule in Holtwick. „Kinder, die in einer Woche am Montag, Mittwoch und Freitag in die Schule kommen, besuchen uns in der darauffolgenden Woche am Dienstag und Donnerstag“, informiert Schulleiterin Claudia Lanca. Auch sie hat in den ersten Tagen nach Öffnung der Schule eine positive Stimmung unter den Kindern wahrgenommen.

Für Unmut gesorgt hat dagegen ein kurzfristiger Erlass des Schulministeriums vom vergangenen Freitag. Die beschlossene verschärfte Maskenpflicht hat zur Folge, dass die Schüler auch im Unterricht und in den Pausen eine Maske zu tragen haben. „Damit die Kinder auch mal durchatmen können, werden in regelmäßigen Abständen aber Maskenpausen gemacht“, erzählt Lanca. Der Stimmung hat die erweiterte Maskenpflicht aber keinen Abbruch getan. Die achtjährige Maya bringt es auf den Punkt: „Ich bin lieber mit Maske in der Schule als alleine zu Hause.“

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