Bauhof bei der Baumpflege in den letzten Zügen
Ein paar Ästen geht es noch an den Kragen

Rosendahl. In knapp acht Metern Höhe steht Sebastian Terwei im Baumwipfel. Ausgestattet ist er mit einer Kettensäge. Nach und nach lässt er dicke Äste auf die Von-Galen-Straße in Osterwick regnen, die von seinem Kollegen gesammelt und zusammengetragen werden. Die Mitarbeiter des Bauhofes befinden sich aktuell in den letzten Baumpflege-Arbeiten. „Auf unserer Kran-Hebebühne kann es manchmal etwas wackelig werden“, schmunzelt Terwei, während er an einem Ast ansetzt. Theoretisch könnte die Gerätschaft sich sogar auf 22 Metern Höhe ausfahren. „Da spart man sich das Riesenrad“, scherzt der Gärtner.

Mittwoch, 03.03.2021, 06:28 Uhr
Bereits bei einem Teil der Von-Galen-Straße in Osterwick sind die Bäume bereits ein gutes Stück gekürzt worden... Foto: az

Seit Dezember ist der Bauhof dabei, die Bäume in der Gemeinde zurückzuschneiden. „Da kommt eine Menge zusammen, knapp 150 Bäume“, informiert Bauhofleiter Stefan Averesch. Was den Arbeitsaufwand angeht, könne ein größerer Baum bis zu einem ganzen Tag in Anspruch nehmen. Auch wenn nun der März angebrochen ist, komme ihnen dabei nicht das Vogelschutz-Gesetz in die Quere. „Unsere Maßnahmen fallen in den Bereich der Pflege, daher ist das kein Problem“, betont Averesch. So biete die Reduzierung der Kronen gleich mehrere Vorteile. „Zum einen wird dadurch eine Menge an Laub eingespart, zum anderen wird der Druck auf die Wurzeln nicht zu groß. Diese würden ansonsten den Asphalt aufdrücken“, erklärt der Bauhofleiter. Also einfach Kettensäge ansetzten? Nein. Was einfach aussieht, muss gelernt sein. „Deswegen werden öffentliche Bäume auch nur vom Bauhof oder Firmen, die wir beauftragt haben, geschnitten“, appelliert Averesch an private Anlieger, die den Kronenschnitt selbst in die Hand nehmen wollen. So hat der Bauhof in diesem Jahr bereits zwei Bäume zu beklagen, die trocken gefallen sind – was unter anderem mit Fehlern beim Zuschneiden in Verbindung steht. „Auch wenn so mancher Bürger die Kronen noch mehr eingekürzt sehen will, dürfen wir nicht mehr als 30 Prozent zurückschneiden“, schildert Averesch. „Alles darüber hinaus ist schädlich für den Baum. Außerdem will man doch aus der Ferne noch erkennen, um welche Art es sich handelt.“

Abseits der Baumpflege stehen beim Bauhof schon die nächsten Pflegearbeiten vor der Tür. „Jetzt bald sollen die Spielplätze, aber auch öffentliche Beete und Sportplätze in Angriff genommen werden“, schaut der Bauhofleiter voraus. So müsse unter anderem die Sandfläche der Spielplätze gereinigt oder, wenn nötig, ausgetauscht werden. Zusätzlich werden die Spielgeräte auf ihren Zustand kontrolliert. Bei den Sportplätzen wird die Bewässerung wieder in Betrieb genommen. „Im vergangenen Jahr hatten wir schon im März und April stärkere Wärmephasen. Darauf wollen wir vorbereitet sein“, erzählt Averesch. Da zu Anfang kommender Woche das Thermometer wohl wieder kältere Temperaturen anzeigt, muss aber auch ein anderer Bereich des Bauhofs weiterhin in Alarmbereitschaft verharren. „Der Winterdienst steht bei möglichem Schneefall in den Startlöchern“, versichert Averesch. Bereits vor ein paar Wochen hatten er und seine Mitarbeiter mit den Schneemassen zu kämpfen. „Davon zeugen noch letzte Schneeberge, die wir mit Treckern unter anderem am Wiedel-Wald in Osterwick, am Darfelder Bahnhof und dem Holtwicker Mehrzweckplatz angehäuft haben“, sagt er.

Bei solchen Zwischenfällen zeigen sich im Bauhof auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Unsere Mannschaft ist seit März 2020 neben dem Hauptstandort in Osterwick auch auf Darfeld und Holtwick aufgeteilt worden“, so Averesch. Mit der aktuellen Vorgehensweise kann es so bei Maßnahmen zum Teil zu Verzögerungen kommen – auch bei den Baumpflege-Arbeiten. Auch wenn es hier nur noch ein paar wenigen Ästen an den Kragen geht.

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