Unbekannte wüten auf dem Schulhof der Sebastian-Grundschule
Nistkasten fällt Vandalen zum Opfer

Osterwick. Eigentlich hätten am gestrigen Dienstag die Kinder der Sebastian-Grundschule in Osterwick im Rahmen der Ferienschule von Christine Scholz an ihrem Projekt weitergearbeitet. So haben sich die Schüler seit der vergangenen Woche mit dem kürzlich aufgestellten Bienen-Nistkasten beschäftigt. Dieser befindet sich an der Rückseite des Spiel-Häuschens auf dem Schulhof. Auch nach den Ostertagen wollten sie sofort nach den schwarz-gelben Insekten schauen. Was die Kinder und Christine Scholz stattdessen auf dem Schulhof vorfanden, lässt Schulleiter Thomas Middelberg Schäumen vor Wut. „Unbekannte haben den Nistkasten zerstört. Die vielen Einzelteile lagen quer auf dem Gelände verstreut“, berichtet der Schulleiter verständnislos.

Mittwoch, 07.04.2021, 06:32 Uhr
Thomas Middelberg, Leiter der Sebastian-Grundschule in Osterwick Foto: az

Nur zehn der insgesamt 50 Bienenkokons konnten noch gerettet werden – doch ob aus diesen übrig gebliebenen Kokons noch Bienen schlüpfen, hängt in der Schwebe. „Sie haben lange bei Minusgraden im Nassen gelegen. Auch die einzelnen Bestandteile des Nistkastens waren komplett durchnässt“, schildert Middelberg. Auch wenn ein paar Teile fehlen, soll die Neuanschaffung, die vom Förderverein der Grundschule finanziert wurde, möglichst wieder zusammengebaut werden – ursprünglich war angedacht, dass der Nistkasten neben der Ferienschule auch im Sachunterricht zum Einsatz kommt. „Aber ob ein Wiederaufbau bei fehlenden Platten klappt, weiß ich nicht“, erklärt Middelberg. Für die letzten zehn Bienen aus den Kokons wäre das überlebenswichtig. „Ohne ihr Häuschen sind sie aufgeschmissen“, weiß der Schulleiter.

Finanziell beläuft sich der Schaden auf knapp 150 Euro. Der Vorfall wurde der Gemeinde bereits gemeldet. „In erster Linie tut es mir besonders für die Kinder leid. Hier wurde nicht nur fremdes Eigentum mutwillig kaputt gemacht, sondern auch die Natur und das Projekt der Kinder mit Füßen getreten“, ärgert sich Middelberg über den Vandalismus. Zukünftige Projekte wie zum Beispiel das geplante grüne Klassenzimmer, das Kindern künftig draußen auf dem Schulhof einen Platz zum Lernen an der frischen Luft bieten soll, sieht er nach solch einem Vorfall äußerst bedroht. „Mittlerweile muss man sich Gedanken machen, ob ein Projekt den Aufwand wert ist, wenn die Gefahr groß ist, dass es ohnehin kaputt gemacht wird. So etwas ist einfach nur schade“, kann er nur den Kopf schütteln.

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