Martin Münster befindet sich in der Warteschleife
Geflogen wird nur im eigenen Garten

Holtwick. Eigentlich müsste Martin Münster viel zu erzählen haben. Immerhin ist er, wie schon 2018, erneut als Teil der Deutschen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft im Modellflug nominiert. Stattgefunden hätte die WM normalerweise im vergangenen März in Bukarest. Wie bei so vielen Veranstaltungen machte allerdings das Coronavirus dem Holtwicker einen Strich durch die Rechnung. „Die Weltmeisterschaft wurde in den November verschoben“, erzählt er.

Montag, 12.04.2021, 06:38 Uhr
Daumen hoch trotz Pandemie: Aktuell vertreibt sich Martin Münster mit Flügen im eigenen Garten die Zeit. Außerdem schraubt er gemeinsam mit seinem Vater an weiteren Modellen (siehe rechts) herum. Foto: Archiv

Das letzte Mal eine richtige Trainings-Session hat Martin Münster vor dem zweiten Corona-Lockdown – also im Oktober 2020 – absolviert. „Seitdem geht nicht viel“, zuckt er mit den Schultern. Seit Beginn der Pandemie kann er seiner großen Leidenschaft nur bedingt nachgehen. „Im März 2020 haben wir intensiv in der Zweifach-Turnhalle in Osterwick für die Deutschen Meisterschaften trainiert. Eine Woche vor dem Start wurden sie dann aber abgesagt“, schildert Martin. Nachgeholt wurden die Wettkämpfe bis heute nicht. „Damals hatte man natürlich noch die Hoffnung, die Situation würde sich relativ schnell wieder beruhigen“, erinnert sich Siegfried Münster, Martins Vater. Stattdessen nahm seine Sohnemann nur noch an einzelnen Veranstaltungen ohne Publikum und in geringerer Teilnehmerzahl teil. „Normalerweise sind wir bei mindestens 30 Events im Jahr vor Ort. Sämtliche Flugtage, Messen oder Meisterschaften sind aber coronabedingt abgesagt worden“, erklärt Siegfried Münster.

An den derzeitigen Stillstand in der Modellflug-Branche hat sich Martin schon gewöhnt. „Mal wieder in die Halle zu können, wäre natürlich schön“, hofft er auf baldige Lockerungen. Bis dahin weiß der Holtwicker sich aber zu beschäftigen. „Als Alternative wird mit Freunden online per Simulator geflogen. Ansonsten geht es mit den richtigen Fliegern nach draußen in den Garten oder ich schraube mit Papa an anderen Modellen rum“, zählt Martin auf. Mit richtigen Training sind die Flüge im eigenen Garten aber nicht zu vergleichen. „Es geht eher darum, das Zusammenspiel des Motors mit dem Propeller und weiteren Bestandteilen der Flugzeuge zu kontrollieren“, beschreibt es der Teenager. Dabei werden aktuell regelmäßig verschiedenste Bauteile ausprobiert. Für die Weltmeisterschaft müsse schließlich eine neue Maschine zusammengebaut werden. „An unserem WM-Flieger wird immer wieder herumgeschraubt“, lacht Siegfried Münster. Ob es für Martin im November allerdings wirklich nach Bukarest geht, steht noch in den Sternen. Die Veranstalter haben angekündigt, sich eine Absage bis Ende August vorzuhalten. „Ich werde auf jeden Fall für die Weltmeisterschaft trainieren, weiß aber noch gar nicht, ob sie überhaupt stattfinden“, schüttelt Martin den Kopf. Bis dahin bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Entwicklung der Pandemie abzuwarten – und sich die Zeit mit dem ein oder anderen Flug im eigenen Garten zu vertreiben.

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