Pendler
Menschen im Münsterland müssen weit zur Arbeit fahren

Düsseldorf/Münster -

Jeder zweite Erwerbstätige arbeitet nicht da, wo er wohnt. Durchschnittlich knapp 20 Kilometer ist er oder sie morgens unterwegs. Dabei ist die Fahrt oft mit Stress verbunden. Staus, Streiks und schlechtes Wetter bremsen die Pendler zunehmend aus.

Mittwoch, 18.01.2017, 19:36 Uhr

Im Durchschnitt legt ein Pendler 19,7 Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück, mal mit dem Fahrrad, mit dem Bus, der Bahn oder dem Auto. Foto: dpa

Ein Land in Bewegung: Jeder zweite der fast neun Millionen Erwerbstätigen in NRW verlässt seinen Wohnort, um zur Arbeit zu kommen. 4,53 Millionen Pendler sind täglich vor Dienstbeginn und nach Feierabend unterwegs – im Durchschnitt 20 Kilometer pro Strecke.

Dazu beschreiben die vom Statistischen Landesamt IT NRW am Mittwoch vorgestellten Zahlen regionale und lokale Unterschiede. Bemerkenswert: In Münster bleiben drei Viertel der 160.000 Erwerbstätigen am Ort, nur 25 Prozent verlassen die Stadt für den Job.

Das ist der ­landesweit niedrigste Wert. Dafür kommen 96.700 Berufstätige in die Stadt – 44,6 Prozent aller Arbeitskräfte. Die meisten von ihnen wohnen in Greven, Nottuln, ­Dülmen und Telgte. Magnete bleiben landesweit Köln, Düsseldorf und Essen mit zusammen mehr als 750.000 Einpendlern.

Hin und Her

Eine Sesshaftigkeit wie in Münster können sich die Menschen im Münsterland nicht leisten. In Bocholt und in Gronau bleiben zwei Drittel noch in der Stadt. Sonst indes liegt der Anteil derer, die in eine andere Stadt oder Gemeinde pendeln, fast überall bei mindestens 50 Prozent, sehr oft auch weit drüber. Kleinere Gemeinden wie Drensteinfurt, Horstmar oder Tecklenburg verlieren tagsüber drei Viertel der arbeitenden Bevölkerung.

Pendlerland NRW

Ob per Fahrrad, Bus, Bahn oder Auto - im Durchschnitt legt ein Pendler 19,7 Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück. Frauen sind dabei zwei Kilometer weniger unterwegs. Vor allem die Autofahrer müssen Geduld haben: Nach Zahlen des ADAC gab es auf den Autobahnen in NRW 2016 einen Staurekord, weil immer mehr Autos und Lastwagen unterwegs sind, außerdem sind die Fahrbahnen marode, Baustellen versperren die Straßen.

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In absoluten Zahlen weist Rheine – nach Münster – mit rund 16.700 die meisten Auspendler aus, Hauptziele sind Münster (2400) und Emsdetten (1775). An dritter Stelle liegt Ibbenbüren mit 14.000 Auspendlern, die es vor allem nach Osnabrück (1700) und Rheine (1300) zieht. Beide Städte bieten Jobs für Erwerbstätige aus Nachbarkommunen, etwa 17.700 pendeln nach Rheine, 13.000 nach Ibbenbüren.

Im Westmünsterland bietet Bocholt Stellen für 15.600 Pendler aus Nachbarkommunen, während 12.500 die Stadt verlassen. Mit Borken (12.700 Einpendler) herrscht ein ausgeglichener Pendlerstrom. Coesfeld empfängt täglich 12.600 Arbeitnehmer aus dem Umfeld und Münster, 9400 arbeiten auswärts. Warendorf verlassen 10.400 Pendler – ebenso viele kommen in die Stadt, fast ein Viertel fährt nach Münster.

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