Statistiker legen neue Zahlen vor
7,3 Milliarden Euro Umsatz in der Region

Westerkappeln/Lotte/Tecklenburger Land -

Ab und an mal enthalten Statistiken gute Nachrichten. So, wie diese: Die Umsätze der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind im Jahr 2015 auf Rekordhöhe gestiegen. Im Tecklenburger Land wurden von allen Unternehmen rund 7,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Wir haben noch genauere Zahlen.

Donnerstag, 06.04.2017, 17:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.04.2017, 17:00 Uhr
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Ab und an mal enthalten Statistiken gute Nachrichten. So, wie diese: Die Umsätze der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind im Jahr 2015 auf Rekordhöhe gestiegen: Über 1,4 Billionen (eine Zahl mit zwölf Nullen) Euro haben die 668 100 Unternehmen im Land erwirtschaftet. Das hat Information und Technik NRW (Düsseldorf) als amtliche Statistikstelle des Landes via Presseinformation mitgeteilt.

Unsere Heimatregion, der Kreis Steinfurt, ist daran mit 24 Milliarden Euro, das sind schlappe 0,17 Prozent der gesamten Umsätze in NRW, beteiligt. Im Tecklenburger Land wurden von allen Unternehmen rund 7,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Da fällt der NRW-Anteil noch mal erheblich geringer aus.

Landesweit betrachtet dürfte die wirtschaftliche Bedeutung der hiesigen Region als gering bezeichnet werden. Die NRW-Statistiker haben den Blick nicht nur aufs große Ganze gelegt, sie haben auch Zahlen für jede einzelne Stadt aufgelistet. Alle Zahlen beziehen sich aufs Jahr 2015 und auf steuerpflichtige Unternehmen mit Leistungen von über 17 500 Euro pro Jahr. Schauen wir uns die Zahlen doch einmal genauer an:

►  Westerkappeln: 426 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen haben die Statistiker hier im Jahr 2015 gezählt. Zusammen machten sie einen Umsatz von 443 041 Millionen Euro. Das ist die fast 19-fache Summe des Volumens des aktuellen Westerkappelner Gemeindehaushaltes (23,6 Millionen Euro).

Zehn Jahre zuvor gab es nur 362 steuerpflichtige Firmen in Westerkappeln, die gemeinsam rund 325 Millionen Euro Umsatz machten. Binnen zehn Jahren gab es also ein dickes Plus von rund 36 Prozent.

Dazwischen lagen aber turbulente Jahre. Mit der Finanzkrise 2009 hatte das offensichtlich weniger zu tun. Während in vielen anderen Orten in dem Jahr die Umsätze in zweistelligem Prozentbereich wegbrachen, waren es in Westerkappeln nur drei Prozent. Vier Jahre später folgte dagegen einen gewaltiger Einbruch. 2012 gab es in der Gemeinde nur sechs umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mehr als 2015. Diese 432 Firmen erzielten jedoch 0,654 Milliarden Euro Umsatz. Ein Jahr später waren es bei 422 Firmen nur noch 0,395 Milliarden Euro, was einem Minus von 39,7 Prozent entspricht. Was diesen Einbruch auslöste, geht aus der Statistik allerdings nicht hervor.

 ► Lotte: In Lotte gab es im gleichen Jahr dagegen ein Umsatzplus von 2,5 Prozent auf 513 585 Millionen Euro. Mit 400 steuerpflichtigen Unternehmen gab es 2013 auch den Höchststand an Firmen. Im Folgejahr gab es einen dicken Knick, die Umsätze sanken auf rund 433 Millionen Euro (-15,7%). Zuletzt gab es 372 Betriebe mit wieder knapp 443 Millionen Euro. Das sind allerdings 255 Millionen Euro als noch 2006, dem bisherigen Rekordjahr in der Umsatzstatistik. Ein Jahr später waren es nur noch rund 499 Millionen Euro (-28,5%).

►  Mettingen: Mit 0,22 Milliarden Euro kommen die 352 Betriebe in Sachen Umsatz nicht in gigantische Höhen. Hier ist allerdings festzustellen, dass es keinen bemerkbaren Krisen-Knick in 2009 gegeben hat. Festzuhalten ist auch, dass der Umsatz von Coppenrath&Wiese, die in 2016 erstmals die 0,4 Milliarden-Euro-Marke geknackt haben, in dem Wert nicht enthalten ist. Cowi ist in NRW nicht umsatzsteuerpflichtig, der rechtliche Firmensitz der KG war nämlich in Osnabrück.

► Ibbenbüren: Hier gibt es 1702 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen. Die haben gemeinsam betrachtet 1,97 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Zehn Jahre zuvor, in 2005 waren es noch 1,37 Milliarden Euro. Seit 2005 ist die Leistungsfähigkeit Ibbenbürens, was die Umsätze betrifft, nicht in jedem Jahr, aber insgesamt gesehen dennoch kontinuierlich gestiegen. Satten Steigerungen gab es 2011 (+11,1%) und 2015 (+14,0%).

►Und sonst noch: Im kleinen Tecklenburg erwirtschaften 309 Unternehmen einen Umsatz von stattlichen 555 Millionen Euro, mehr als das Dreifache wie 2005. Recke weist mit 0,4 Milliarden Euro Umsatz bei 404 umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen ebenfalls eine durchaus beachtliche Größe auf. Zehn Jahre zuvor, in 2005, waren es noch 341 Unternehmen gewesen, die 0,2 Milliarden Euro umgesetzt haben. Die Stadt Hörstel liefert erstaunliche Zahlen. Mit „nur“ 731 Betrieben, 1000 weniger als in Ibbenbüren, wird dort ein Umsatz von 1,21 Milliarden Euro gemacht. Und in Lengerich bringen 664 Unternehmen die riesige Summe von 1,99 Milliarden Euro Umsatz zusammen. Was wohl zweifelsfrei daran liegt, dass hier mit Bischof+Klein sowie Windmöller&Hölscher und der Dyckerhoff AG wirtschaftliche Schwergewichte vor Ort angesiedelt sind.

Landesweit erzielten die Bereiche „Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ den höchsten Umsatz aller Wirtschaftsbereiche. Auf Platz zwei folgte das überaus exportintensive verarbeitende Gewerbe.

Umsatz: Definition und Ranking

► Der Umsatz (auch Erlös) ist die Summe aller Einnahmen durch Rechnungen für Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens. Umsatz ist, was auf dem Firmenkonto eingeht, oder in die Kasse kommt. Um den Umsatz zu berechnen, muss die Summe aller Einnahmen addiert werden.

► Umsatz ist nicht gleich Gewinn: Von den Einnahmen müssen die Ausgaben und Steuern abgezogen werden. Gewinn ist, was übrig bleibt, wenn man von den Einnahmen (Umsatz), die Ausgaben abzieht. Ausgaben sind, was andere einem in Rechnung stellen und vom eigenen Konto abgeht, oder der Kasse entnommen wird. Wenn die Ausgaben größer als die Einnahmen sind, spricht man von Verlust.

► Zum Vergleich die Top-Zehn der deutschen Unternehmen: VW ist das umsatzstärkste Unternehmen mit 213 Milliarden Euro. Die Daimler AG auf Platz zwei macht 149 Milliarden Euro Umsatz, E.ON 116, die BMW AG 92, die Schwarz Beteiligungs GmbH (Lidl) 85, Siemens 75, Bosch 70, BASF 70, Telekom 62 und auf Platz zehn die Deutsche Post DHL Group 59 Milliarden Euro Umsatz.

► Die Umsätze aller 16 118 Unternehmen im Kreis Steinfurt summierten sich im Jahr 2015 auf rund 24 Milliaden Euro (2005 waren es noch knapp 17 Milliarden).

Damit käme der Kreis ST in der Liste der Top-100 Unternehmen in Deutschland auf Rang 27. hen

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