Pastoralreferentin erklärt, wie man Kindern die Ostergeschichte näherbringen kann
Jenseits von Hasen und bunten Eiern

Gronau -

An Ostern feiern Christen die Auferstehung Jesu. Vorher wurde der Gottessohn allerdings verraten, festgenommen, verurteilt, verspottet, gefoltert und schließlich am Kreuz getötet. Diese Geschichte Kindern zu vermitteln, ist nicht leicht. Redakteur Frank Zimmermann hat darüber mit Christiane Hölscher gesprochen. Sie ist Pastoralreferentin in der Gemeinde St. Antonius Gronau.

Donnerstag, 13.04.2017, 08:30 Uhr

Christiane Hölscher Foto: Frank Zimmermann

Frau Hölscher, als Vater einer Dreijährigen finde ich, dass Weihnachten ein Fest ist, das ich der Kurzen gut erklären kann. Aber wie erkläre ich ihr denn Ostern?

Hölscher: Das ist in der Tat eine Kunst. Umso mehr, ohne die Dreijährige zu kennen . . . Ich versuch’s mal allgemein: Ostern ist das Fest des Lebens. An Ostern feiern wir, dass Jesus nicht tot geblieben ist. Wir feiern, dass er nach drei Tagen auferstanden ist in ein neues, anderes Leben bei Gott.

Tipps rund ums Essen an Ostern

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  • Struwen und Fisch an Karfreitag, bunte Eier und Osterlämmer an Ostersonntag: Was an den Ostertagen auf den Tisch kommt, ist bei vielen ähnlich. Rund ums traditionelle Festmahl haben wir deshalb einige Tipps zusammengestellt.

    Struwen und Fisch an Karfreitag, bunte Eier und Osterlämmer an Ostersonntag: Was an den Ostertagen auf den Tisch kommt, ist bei vielen ähnlich. Rund ums traditionelle Festmahl haben wir deshalb einige Tipps zusammengestellt.

    Foto: Andrea Warnecke/dpa/tmn
  • Omas Struwenrezept: An Karfreitag gehören besonders für ältere Münsterländer Struwen dazu. Damit auch die Jüngeren diese Tradition fortführen können, haben wir Omas Struwenrezept zusammengestellt:

    Zutaten (für 4 Personen): 1 Würfel Hefe, 1 große Tasse Milch, 1 Beutel Rosinen, 500 Gramm Mehl, 5 Eier, Zucker und Öl.

    Zubereitung: Die Milch leicht erwärmen und in eine große Tasse geben, die Hefe zerbröseln und in die warme Milch geben, etwas Zucker hinzufügen. Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine „Kuhle“ drücken und die Hefemilch und die Eier dazugeben, dann alles mischen, bis ein dickflüssiger Teig entsteht. Die Rosinen einmischen, den Teig jetzt mindestens eine Stunde gehen lassen. Danach den Teig noch einmal durchrühren; mit zwei Esslöffeln portionieren und die entstandenen Hefeplätzchen goldbraun backen. Wer keine Rosinen mag, lässt sie einfach weg.

     

    Foto: Dagmar Kolb
  • Beim Fischkauf aufs Siegel achten: Ebenso oft kommt an Karfreitag Fisch auf den Tisch. Doch beim Einkauf plagt viele Verbraucher das schlechte Gewissen: Ist das Tier überfischt? War die Fangmethode umweltverträglich? «Siegel sind in solchen Fällen eine gute Orientierung», sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Zum einen gibt es Biosiegel wie Naturland oder Bioland. Außerdem gibt es Gütesiegel wie das MSC- und das ASC-Siegel. MSC steht für Marine Stewardship Council und kennzeichnet Wildfisch aus bestands- und umweltschonender Fischerei. Bei Zuchtfisch ist das ASC-Siegel ein guter Anhaltspunkt. ASC ist die Abkürzung für Aquaculture Stewardship Council.

    Foto: Kai Remmers/dpa/tmn
  • Fisch dünsten: Ist der Fisch einmal gekauft, muss er ja auch noch zubereitet werden. Tillmann Hahn gilt als einer der besten Fischköche Deutschlands. Seine favorisierte Garmethode für Fische ist das Dünsten. Dafür brauche man kein besonderes Equipment. Es reiche ein Backofen oder nur eine Pfanne. Für ein einfaches Fischgericht gibt Hahn etwas Butter oder Olivenöl in eine feuerfeste Servierplatte und setzt den kurz zuvor gesalzenen und gepfefferten ganzen Fisch oder die Fischfilets darauf. Dazwischen legt er angedrückte ungeschälte Knoblauchzehen und etwas Thymian oder Rosmarin. Zum Schluss kommt so viel Flüssigkeit dazu, dass der Fisch etwa einen Zentimeter darin steht. Das Ganze kommt dann in den bei 160 Grad vorgeheizten Backofen. Je nach Dicke des Filets braucht es nur etwa zehn Minuten, ganze Fische entsprechend länger.

    Foto: Jens Schierenbeck/dpa/tmn
  • Beim Eierfärben Essig bereitstellen: Viele färben zu den Ostertagen Eier bunt. Damit das auch gelingt, ist Essig nützlich. Denn Naturfarben wirken auf den Eiern eher blass. Gibt man Essig ins Wasser, haften die Farben besser, weil die Essigsäure den Kalk der Schale anlöst.

    Foto: Armin Weigel/dpa
  • Vorkochen: Wer leicht zu pellende Eier möchte, kocht sie am besten einige Tage vorher. Denn ob das Abschrecken hierbei wirklich etwas bringt, ist nicht geklärt. Stattdessen empfehlen Experten, das hartgekochte Ei einfach ein paar Tage liegen zu lassen. Dann verliert es etwas Wasser und wird kleiner. Dadurch klebt die Haut des Eis weniger stark an der Schale und lässt sich leichter abmachen.

    Foto: Patrick Pleul/dpa
  • Zudem halten nicht abgeschreckte Eier länger: Denn durch den Temperaturschock nach dem Kochen bildet sich eine Luftschicht zwischen Ei und Schale, erläutert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So gelangen auch Mikroorganismen durch die Schale. Solche Eier müssen kühl gelagert werden und spätestens nach zwei Wochen verzehrt werden. Wer die Eier nicht abschreckt, kann sich mehr Zeit lassen: Ist die Schale intakt, halten sie sich länger als vier Wochen.

    Foto: dpa
  • Übrig gebliebene Eimasse einfrieren: Wer zum Bemalen vor Ostern Eier auspustet, kann das Eigelb und Eiweiß im Kühlschrank abgedeckt etwa drei Tage lang aufheben. Alternativ kann man die Eimasse aber auch einfrieren. Um zu verhindern, dass sie beim Herunterkühlen geliert, sollte man sie dann vorher mit etwas Zucker und Salz vermengen, rät die Initiative „Zu gut für die Tonne“.

    Foto: Armin Weigel/dpa
  • Als traditionelle Osterspeise gilt auch das Osterlamm – allerdings zumeist aus süßem Hefeteig gebacken für die Kaffeetafel. Dabei sind Osterlämmer nicht immer leicht aus der Backform zu lösen. Deshalb empfiehlt es sich, die Form zunächst mit Butter oder Margarine einzufetten und diese dann mit Mehl oder Semmelbrösen einzustäuben. So wird es am Ende auch einfacher, den Kopf heile aus der Form zu bekommen.

    Foto: Heseker

Meine Tochter wüsste jetzt gerne, wie und warum Jesus denn überhaupt gestorben ist. Der war doch jung und gesund, anders als ihr Opa, der gestorben ist, weil er alt und krank war.

Hölscher: Das ist eine ganz lange und traurige Geschichte. Es gab Menschen, die wollten, dass Jesus stirbt, weil sie Angst vor ihm hatten – obwohl sie gar keine Angst haben brauchten. Jesus ist nicht an einer Krankheit gestorben, sondern weil Menschen ihn umgebracht haben. Die ganze Geschichte lässt sich am besten mit einem Bilderbuch erzählen. Ich erzähle Kindern am liebsten die Ostergeschichte mit dem Bilderbuch „Die Ostererzählung“ von Reiner Oberthür.

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Bin ich der erste, der solche Fragen an Sie heranträgt oder kommen die zum Beispiel auch aus den Kindergärten der Gemeinde?

Hölscher: Solche Fragen begegnen mir vor allem seitens der Eltern. Dann verweise ich sie immer gern auf die Natur. Jedes Kind erlebt es mit, wenn im Frühling junges Grün aus einem toten Ast sprießt. Oder aus scheinbar abgestorbenen Blumensamen eine neue Pflanze wächst. Das schönste Bild ist für mich allerdings die Raupe, die sich verpuppt und auf einmal als wunderschöner Schmetterling „aufersteht“. Damit ist das Ostergeheimnis ja schon erklärt: An Ostern hat Gott uns durch Jesus gezeigt, dass es bei uns Menschen genauso ist: Wenn wir sterben, werden wir wie Jesus in ein Grab gelegt und werden dann auferstehen in ein verwandeltes Leben.

Gibt es in St. Antonius eine österliche Liturgie, die für Kindergartenkinder geeignet ist?

Hölscher: Die Katholischen Kindergärten feiern alle vorösterliche Gottesdienste, in denen dem Geheimnis von Ostern nachgegangen wird. Für die ganze Gemeinde gibt es so etwas (noch) nicht. Pfarrer Vehlken ist es sehr wichtig, dass sich zum Triduum (die drei österlichen Tage, Anmerkung der Redaktion) die ganze Gemeinde versammelt, von ganz jung bis ganz alt in einer gemeinsamen Feier.

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