Fahrt endet am Findling
Wenn der Streich zur Straftat wird

Greven -

Eine – unerlaubte – Spritztour mit dem Wagen der Mutter der Freundin, noch dazu ohne Fahrerlaubnis, endete jetzt vor Gericht.

Dienstag, 18.04.2017, 20:58 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.04.2017, 18:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.04.2017, 20:58 Uhr
Foto: dpa

Die Spritztour eines 20-jährigen Greveners am Steuer eines fremden Autos endete abrupt nach einem Zusammenstoß mit einem Findling. Das Amtsgericht Steinfurt verurteilte den Auszubildenden jetzt wegen unbefugten Gebrauchs eines Fahrzeugs und Fahrens ohne Führerschein. Außerdem muss der junge Mann sofort die Hälfte des Sachschadens bezahlen.

Der Angeklagte hatte schon Strafen wegen unerlaubtem Drogenbesitzes und Fahrens ohne Führerschein auf dem Kerbholz. Diesmal artete ein Jungenstreich in eine Straftat aus. Ende Juli vergangenen Jahres hatten der Beschuldigte und drei Mitglieder seiner Clique die Schnapsidee, von Rheine aus eine Spritztour mit einem Pkw zu machen.

Dazu besorgte ein weibliches Cliquen-Mitglied den Auto-Schlüssel ihrer Mutter. Der Angeklagte setzte sich ans Steuer und die vier fuhren auf die A 2 in Richtung Hannover. Auf dem Rastplatz Papenbrink bei Bad Eilsen endete der Ausflug. Der Grevener fuhr mit dem Opel Corsa gegen einen Findling.

Das Resultat: Achsbruch und 3500 Euro Sachschaden. Weil das Auto nicht mehr fahrbereit war, entfernte sich das Quartett vom Rastplatz, setzte sich in den Zug und fuhr wieder nach Rheine zurück. „Das stimmt alles so, was hier vorgetragen wurde. Ich weiß auch nicht, was mich da geritten hat und wie das alles geschehen konnte“, gab der 20-Jährige zu.

Der Richter warf dem Täter vor, bisher noch kein Geld an die Freundin gezahlt zu haben. „Die bleibt seit einem Jahr auf 3500 Euro Sachschaden sitzen“, bemerkte er. „Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. Ich habe aber schon 1500 Euro angespart“, signalisierte der Beschuldigte Einsicht.

Die Staatsanwältin verzichtete auf Vorschlag des Richters, den Grevener noch zusätzlich wegen Unfallflucht anzuklagen. Sie forderte den Schaden in sechs Raten zu je 300 Euro abzuzahlen und drei Monate Führerscheinentzug. Der Richter stimmte dem zu, wandelte aber den Entzug der Fahrerlaubnis in eine Arbeitsauflage von 40 Stunden um.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4775816?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F
Dach des Schwimmbades im Regenbogencamp in Brand geraten
Das Dach brannte in voller Ausdehnung. Kilometerweit war die hohe, schwarze Rauchsäule über Leeden zu sehen.
Nachrichten-Ticker