Zünsler frisst sich durch Ahlens Hecken
Bitter brauner Buchsbaum-Befall

Ahlen -

Immergrüne Buchsbaumhecken, die im Frühjahr plötzlich braun werden: Dahinter steckt der Zünsler, der sich jetzt auch in Ahlen durch die Büsche frisst. Wer schnell reagiert, kann sie noch retten.

Freitag, 26.05.2017, 09:20 Uhr

Man muss schon genau hinschauen, um sie zu entdecken: Im Grün des Buchsbaums geht die Raupe fast unter. Foto: Ulrich Gösmann

Oh nein! Vergangenen Freitag hatte ihre Buchsbaumhecke an der Sachsenstraße noch in saftigem Grün gestanden, ehe es ins sonnige Wochenende ging. Am Montag empfängt scheinbar eingetrocknetes Blattwerk die Heimkehrer blass braun borstig. Dem fälschlichen Staunen folgt der Schreck: Raupenbefall – wohin das Auge auch blickt. Ein Viertel der Hecke ist bereits betroffen. Bis zum Mittwoch zieht das zweite Viertel nach. Kein Einzelfall.

Die Firma Nawrot, Fachhändler für Gartenbedarf, meldet zur Wochenmitte kurzzeitigen Ausverkauf ihres Kontaktgiftes. Der Übeltäter, der das Geschäft anheizt, hat einen Namen: Buchsbaumzünsler. Er ist kein rein Ahlener Problem. Aber eins, das gerade jetzt in Ahlen für viele Gartenliebhaber zu einem wird.

Buchsbaum-Befall – den habe es hier und da auch schon im Vorjahr gegeben, weiß Carola Klose-Lubold, Fachberaterin bei der Firma Nawrot an der Beckumer Straße. In diesem Frühjahr sei es aber ganz schlimm. Täglich kämen Kunden – teils aufgelöst – und fragten, ob noch was zu retten sei. Ist es! „Wenn denn früh genug gehandelt wird“, schränkt Klose-Lubold ein. Sitze die Raupe erst einmal auf dem Busch, fresse sie ihn ratzfatz leer. Schlimmer noch: die unsichtbaren Ei-Ablagerung im Boden. Werde nicht rechtzeitig gehandelt, helfe nur noch eins: Busch aus dem Boden ziehen und verbrennen. Und: nicht in die Biotonne!

Es tötet die Raupen ab und zieht in die Pflanzen ein.

Carola Klose-Lubold

Schnelle Hilfe verspreche bei richtiger Anwendung ein Kontaktgift. „Es tötet die Raupen ab und zieht in die Pflanzen ein.“ Doch dabei müsse ganz gründlich – von außen und innen – besprüht werden. Die nächsten gefräßigen Raupen würden den Zubiss dann nicht mehr überleben. Am Dienstagnachmittag geht das letzte Kontaktgift über die Ladentheke. Nawrot meldet: Ausverkauft! Doch Nachschub sei unterwegs und bis zum nächsten Nachmittag da.

Jörg Pieconkowski, Gruppenleiter Grünflächen bei den Ahlener Umweltbetrieben, gibt sich entspannt. Befall? Nicht in seinen Anlagen. Buchsbäume gebe es eh nur am Bahnhof und an den Kreisverkehren. „Uns ist noch nichts aufgefallen.“ Selbst wenn, sei das kein Grund für Alarmstimmung. Möglicherweise regele die Natur das dann auch von selbst. Die Stadt Hamm geht derweil nach vielen Anfragen mit dem Angebot in die Offensive, befallene Buchsbäume kostenlos als Grünabfall am Recyclinghof anzunehmen.

Und sonst in diesem Frühjahr in Ahlens Gärten? „Blattlausbefall wie üblich“, sagt Carola Klose-Lubold. „Schnecken verstärkt und Ameisen ganz schlimm.“

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