Buchsbaum bedroht
Nach dem Zünsler kommt der Pilz

Ascheberg -

Er gilt als robust und gibt Bauerngärten das typische Aussehen: der Buchsbaum. Eigentlich müsste man sagen: galt. Denn neuerdings setzen ihm Schädlinge zu.

Freitag, 02.06.2017, 18:07 Uhr

Der Zünsler kann mit einem Pflanzenschutzmittel bekämpft werden. Foto: Ulrich Gösmann

Er gilt als robust und gibt Bauerngärten das typische Aussehen: der Buchsbaum. „Einfach abbrechen, in die Erde stecken und er wächst an“, sagt Gärtner Bernd Heitmann. Allerdings sind die Zeiten, in denen Gartenfreunde viel Spaß und kaum Sorgen mit dem Buchsbaum hatten, vorbei. Der Zünsler und Pilzbefall setzen ihm zu.

Im Juli, August wird der Pilz wieder kommen. Das war jedes Jahr so

Bernd Heitmann

Aktuell sind im Raiffeisenmarkt Ascheberg Mittel gegen den Zünsler gefragt, informiert Alexander Mangels auf WN-Anfrage. Franz-Josef Schwartländer vom Herberner Raiffeisenmarkt berichtet von einer abnehmenden Nachfrage: „Vor drei, vier Wochen war das in Herbern ein Thema.“ Entwarnung? „Im Juli, August wird der Pilz wieder kommen. Das war jedes Jahr so“, ist der Buchsbaum für dieses Jahr nach den Erfahrungen von Heitmann nicht durch. Er rät Besitzern aber, genau hinzuschauen: „Wenn Buchsbaum oder Bodendecker oben bräunlich aussehen, kann das auch eine Folge des Frostes im Mai sein. Das muss nicht zwingend ein Zünsler oder Pilz sein.“

Buchsbaum verändert sich innerhalb eines Tages

Der Zünsler frisst das Blattwerk in Kürze ab, der Pilz Cylindrocladium buxicola sorgt dafür, dass ein Buchsbaum sein Gesicht innerhalb eines Tages von kräftig grün und kümmerlich braun verändert. Der Pilz befällt den Buchsbaum übrigens nur, wenn dessen Blätter über einen längeren Zeitraum nass sind. „Unter den Blättern ist es dann schwarz“, beschreibt Markus Przybilla, Gartenfachmann des gemeindlichen Bauhofes, die Symptome.

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Die Ratschläge von Experten fallen unterschiedlich aus. Przybilla neigt dazu den Buchsbaum zu beseitigen. So weit geht Heitmann nicht: „Ich würde den Leute raten, ihn quasi auf den Stock zu setzen und nur ein paar Zentimeter stehen zu lassen, dann treibt er wieder aus. Beim Pilzbefall ist wichtig, die Geräte danach ordentlich zu säubern.“

Der Gärtner, der häufig auf dem Friedhof im Einsatz ist, hat auch in diesem Jahr an einigen Gräbern Buchsbaum schon heruntergeschnitten: „Einigen hat das Ergebnis nicht gefallen. Da habe ich ihn komplett entfernt“, verweist Heitmann darauf, dass der verbliebene Rest anfangs kümmerlich aussieht.

Hilft ein radikales Vorgehen?

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen legt ein radikales Vorgehen nahe: „Erkrankte Pflanzen sind zusammen mit dem herabgefallenen Laub zu entfernen und zu vernichten (Restmüll, professionelle Kompostierung, verbrennen, tief vergraben). Die oberste Erd-schicht sollte dabei ebenfalls entfernt werden, da der Erreger im Boden mehrere Jahre (mindestens vier Jahre) überdauern kann.“

Beim Zünsler empfehlen die Raiffeisenmärkte ein Pflanzenschutzmittel, das mit einer Spritze aufgebracht wird – ein Kontaktgift, welches auch in die Pflanze einzieht. Beim Pilz zucken viele Experten mit den Schultern, Bernd Heitmann berichtet von Erfolgen mit Rosenpilzfrei von Compo. Allerdings reiche es nicht, das Mittel einmal aufzubringen. „Das ist wie beim Fußpilz, da reicht es auch nicht, einmal alles einzucremen“, erklärt Heitmann. Und er verweist darauf, dass der Kampf gegen den Pilz wenig bringt, wenn Nachbarn nichts unternehmen.

Wann und wo Buchsbaumfreunde möglicherweise präventiv aktiv werden können, vermag Heitmann nicht zu sagen: „Ich war mal auf einem Friedhof in Dortmund, da war rechts des Weges alles braun und links stand der Buchsbaum ganz normal. Ich habe von Kollegen gehört, dass es von Grab zu Grab unterschiedlich sein kann.“

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