Gewaltverbrechen in Füchtorf: Täter forderten Geld von ihren Opfern
Fünf Männer attackieren Bewohner

Füchtorf -

Im Zusammenhang mit dem Gewaltverbrechen, das in Füchtorf am Pfingstmontag zu sechs Verletzten führte, gibt es erste Erkenntnisse. Mindestes fünf männliche Täter drangen nach Aussage der Staatsanwaltschaft in das Haus ein und forderten Geld. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, attackierten die Täter den 31-jährigen Hauseigentümer und sechs weitere Personen im Alter von 19 bis 37 Jahren, darunter auch eine Frau.

Mittwoch, 07.06.2017, 07:26 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 06.06.2017, 12:55 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 07.06.2017, 07:26 Uhr
Das Absperrband der Polizei flattert noch am Haus Tie 10 und erinnert daran, dass hier am Pfingstmontag ein Gewaltverbrechen stattgefunden hat. Foto: Ulrich Lieber

Auf dem Tie ist es am Dienstvormittag ruhig. Nichts deutet mehr darauf hin, dass es am Pfingstmontag zu einem brutalen Gewaltverbrechen mit sechs Verletzten gekommen ist – fast nichts. Denn am Haus mit der Nummer „Tie 10“ flattert noch das Polizeiabsperrband im Wind. Der Zugang zum Tatort ist nach wie vor gesperrt.

„Nach ersten Erkenntnissen drangen mindestens fünf männliche Täter gestern Morgen in das Wohnhaus ein und forderten Geld von ihren Opfern. Im Fokus stand hierbei vermutlich der 31-jährige Eigentümer des Hauses“, erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, attackierten die Täter den 31-Jährigen und sechs weitere Personen im Alter von 19 bis 37 Jahren, darunter auch eine Frau. Anschließend flüchteten die Unbekannten in einem vor Ort entwendeten Ford Fiesta mit Osnabrücker Kennzeichen. Erste Fahndungsmaßnahmen wurden direkt nach der Tat eingeleitet.

„Wir ermitteln unter anderem wegen versuchten Totschlags gegen die unbekannten Täter“, erläuterte Martin Botzenhardt. „Es besteht keine Lebensgefahr für die Opfer.“ Vier der sechs verletzten Personen werden weiterhin in Krankenhäusern versorgt; erste Anhörungen von Geschädigten sind bereits erfolgt. Die Ermittlungen dauern an.

Die Stimmung in Füchtorf ist trotz allem noch relativ gelassen. „Man ist platt und geschockt, aber ich denke, das war ein Einzelfall“, meint eine Füchtorferin, die gerade in der Bäckerei ihr Brot kauft. Eigentlich habe sie vermutet, dass das innerhalb der Gruppe der Osteuropäer passiert sei, aber es seien wohl doch Leute von außerhalb gewesen. „Die waren immer ordentlich. Das sind ganz nette Leute, die waren niemals frech“, versichert eine Nachbarin.

Bürgermeister Josef Uphoff war geschockt, als er die Nachricht erhielt. „Es ist schon entsetzlich und betrüblich, dass so etwas passiert.“ Genauere Einzelheiten weiß er aber auch nicht. Ähnlich geschockt ist auch Dirk Schöne, stellvertretender Bürgermeister. „Dass das in unserem beschaulichen Füchtorf passiert ist erschreckend. Ich kann nur hoffen, dass man die Täter schnell ermittelt.“

In der Bäckerei Thumann ist die Tat Gesprächsthema Nummer eins. „Erzählt wird viel“, sagt eine Dame, die am Pfingstmontag zur Messe ging und auf dem Weg dorthin von dem Verbrechen erfuhr. „So haben wir nicht viel mitbekommen, aber sogar der Pastor ist auf die Straße gegangen.“ Eine andere Füchtorferin hat mehr gesehen: „Da waren fünf Polizeiwagen mit Licht und mehrere Krankenwagen. Da war schon eine Menge los.“

Eine direkte Nachbarin kennt die Bewohner des Hauses. „Wir brauchen keine Angst zu haben“, versichert sie. Am Wochenende hätten die Bewohner sogar noch Unkraut gerupft und mit ihr gesprochen. „Die waren immer freundlich.“

Hauptsächlich seien es Osteuropäer, vor allem Rumänen und Polen, die in dem Haus wohnten. „Die arbeiten als Zeitarbeiter bei Tönnies“, weiß ein Anwohner zu berichten. „Das war schon eine gewisse Aufregung, denn man wusste ja nicht, was passiert ist“, sagt ein älterer Füchtorfer.

Alle hoffen nun darauf, dass die Täter möglichst schnell gefasst werden, damit in Füchtorf wieder alles seinen gewohnten Gang gehen kann.

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