Tödliches Drama in Dülmen
Frauenleiche nach Jahren gefunden - verräterische Navi-Daten?

Dülmen/Münster -

Eine Frau aus Dülmen verschwindet spurlos. Ihre Leiche wird Jahre später skelettiert in einem Wald bei Hagen gefunden. Jetzt steht ihr Ehemann wegen Totschlags vor Gericht.

Mittwoch, 07.06.2017, 16:00 Uhr

Der Angeklagte (r.) und sein Rechtsanwalt standen beim Prozessauftakt im Zentrum des Interesses. Die Daten des Navigationsgeräts seines BMW könnten den Angeklagten in Bedrängnis bringen. Foto: Markus Michalak

Im Juni 2010 verschwindet die russischstämmige Olesya V. spurlos. Die zweifache Mutter, die mit ihrem Mann und den beiden Kindern in einem Reihenhaus in Dülmen lebte, hatte angekündigt, ihren Ehemann verlassen zu wollen, weil sie sich via Internet in einen in Russland lebenden Mann verliebt habe.

Fünf Jahre lang lebt der Vater, ein Lagerarbeiter, der 1972 im russischen Omsk geboren ist, weiter mit seinen Kindern unbehelligt in dem mit viel Eigeninitiative aufgebauten Einfamilienhaus. Dann wird er er von der Polizei vernommen.

Straßenarbeiter hatten das Skelett der Frau in einem Waldstück bei Hagen gefunden. Die Frau wurde getötet, soviel steht rasch fest. Sofort gerät der Ehemann in Verdacht, doch auch nachdem die Kripo 2015 dessen Haus durchsucht, ergibt sich keine neue Spurenlage. Aleksander V. kehrt zurück zu Arbeit und Familie. 

Zeuginnen beschreiben angeklagten als eifersüchtigen „Haustyrann“

Im Dezember 2016 wird er verhaftet. Und bleibt bis heute in U-Haft. Jetzt geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er die Mutter seiner Kinder umgebracht hat. Am 19. Juni soll er seine Frau getötet, und sie mit seinem Dreier-BMW in ein Waldstück bei Hagen gebracht und dort verscharrt haben.

Zu Prozessbeginn beschrieb der Angeklagte vor dem Landgericht Münster die Ehe als harmonisch und erklärte, seine Frau habe die Kontrolle über alle Finanzen gehabt. Zwei Freundinnen des Opfers sagen etwas ganz anderes aus. V. sei ein eifersüchtiger „Haustyrann“ gewesen, der über jede Ausgabe seiner Frau genau gewacht habe. Und er soll sie zuletzt immer öfter verprügelt haben. 

Verräterische Navi-Daten?

Nach Informationen unserer Zeitung hat die Analyse des Navis ergeben: Aleksander V. war vor sieben Jahren zur Tatzeit am Tatort. Diese Auswertung, und die Spuren am BMW werden im Strafprozess noch eine Rolle spielen.

Das Schwurgericht Münster hat für den Prozess zunächst fünf Verhandlungstage bis zum 18. Juli vorgesehen.

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