48-jähriger Steinfurter vor Gericht
Steinfurter muss wegen Kinderpornos in Haft

Steinfurt -

Am Ende der gestrigen Verhandlung vor dem Amtsgericht Steinfurt wegen Erwerb und Verbreitung kinderpornografischen Datenmaterials stand für den 48-jährigen Angeklagten aus Steinfurt die Verurteilung zu einem Jahr und sechs Monaten Haft.

Donnerstag, 08.06.2017, 17:05 Uhr

Wegen eines ähnlichen Tatvorwurfs war er schon vor einiger Zeit zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, hatte sich aber laut Aussage der Vertreterin der Staatsanwaltschaft als „Bewährungsversager“ erwiesen. Zudem hielt die Anklageschrift dem erneut straffällig gewordenen Ingo P. wesentlich mehr entsprechende Straftaten als bei seiner ersten Verurteilung vor.

Zwar hatte sich der Steinfurter zwischenzeitlich wieder in eine Therapie begeben, nahm diese aber erst nach einer erneuten Hausdurchsuchung durch die Polizei regelmäßig wahr. Außerdem bat er erst nach dem Polizeieinsatz um zusätzliche Unterstützung mit Medikamenten.

Der Angeklagte war offenbar der fälschlichen Annahme erlegen, dass ihm Gefängnis nur dann drohe, wenn er für ähnlich gelagerte Taten zum dritten Mal vor Gericht zu erscheinen habe.

Mit dieser eigenartigen Falschannahme räumte die vorsitzende Richterin gestern nicht nur deutlich auf, sondern kritisierte auch die Art des Video- und Bildmaterials, das der 48-Jährige sich aus dem Internet verschafft und auf einer Filesharing-Plattform eingestellt hatte. „Bei dem auf Ihrem PC sichergestellten Material sind eindeutige Fälle von schwerem Missbrauch Minderjähriger nachweisbar. Das muss sich neben der laufenden Bewährung strafschärfend auswirken“, stellte die Richterin fest.

Der Verteidiger erwog gleich nach der Verkündung, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

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