IHK-Umfrage
Neun Kommunen im Bezirk haben Gewerbesteuerhebesätze erhöht

Münster -

Neun Städte und Gemeinden des Münsterlandes und der Emscher-Lippe-Region haben die Gewerbesteuerhebesätze für das laufende Jahr erhöht. Das hat eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen bei den 78 Kommunen des Münsterlandes und der Emscher-Lippe-Region ergeben. Betriebe in diesen neun Kommunen müssen entsprechend mit höheren Zahlungen an die Stadt- oder Gemeindekasse rechnen. Zwei Gemeinden haben den Hebesatz gesenkt.

Freitag, 09.06.2017, 10:03 Uhr

„Es ist erfreulich, dass sich Ascheberg und Wettringen für eine Senkung des Gewer besteuerhebesatzes entschie­den haben“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing laut einer Mitteilung von gestern. Wettringen hat den Hebesatz um zehn Punkte auf 385 gesenkt, Ascheberg um sechs auf 423.

Der Trend geht allerdings weiter in die andere Richtung: Insgesamt wurden die Gewerbesteuerhebesätze im IHK-Bezirk in den vergangenen acht Jahren nur sechs Mal gesenkt, aber 165 Mal erhöht. Unter den neun Städten und Gemeinden, die den Hebesatz für 2017 erhöht haben, sind vier, die eine Erhöhung um zehn oder mehr Punkte beschlossen haben: Isselburg (plus 23 auf 440 Hebesatzpunkte), Steinfurt (plus 22 auf 450), Rhede (plus 13 auf 430) und Recklinghausen (plus 10 auf 520).

Inzwischen, so die IHK, liegen die Hebesätze in großen Teilen des Bezirks um 50 Punkte oder mehr über dem Bundesdurchschnitt von etwa 400. Marl hat mit 530 Punkten unverändert den höchsten Gewerbesteuerhe­besatz in NRW, gefolgt von Recklinghausen (520), Castrop-Rauxel und Haltern (500). „Hier haben die Unternehmen also Kosten, die viele Mitbewerber außerhalb Nord-Westfalens in dieser Höhe nicht haben“, betont Schulte-Uebbing.

Der mit Blick auf die Gewerbesteuer teuerste Kreis im Münsterland ist der Kreis Coesfeld mit 442. Der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz im Bezirk der IHK Nord Westfalen beträgt 2017 mittlerweile 453 Punkte – im Münsterland 438 und in der Emscher-Lippe-Region 502. Vor zehn Jahren hatte der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz in NRW bei 431 Punkten gelegen.

Die IHK hat ausgerechnet, was die Hebesatzunterschiede konkret bedeuten: Eine nord-westfälische Kapitalgesellschaft, etwa eine GmbH, die 100 000 Euro Gewinn erzielt, hat bei einer Hebesatzdifferenz von zum Beispiel 80 Punkten (480 statt bundesdurchschnittlich 400) 2800 Euro mehr an Gewerbesteuer zu zahlen als im Bundesdurchschnitt. Die Gewerbesteuerlast beträgt 16 800 anstatt 14 000 Euro. Sie ist damit um 20 Prozent höher.

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