Gespräch mit der Telgter DLRG zu den Gefahren im Wasser
„Sich nur über Wasser halten reicht nicht“

Telgte -

Franz-Josef Kretzer und Reiner Banse vom Vorstand der DLRG Ortsgruppe Telgte setzen sich dafür ein, dass mehr Wert auf die Schwimmausbildung gelegt wird, um damit die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken zu senken.

Sonntag, 11.06.2017, 13:46 Uhr

(Symbolbild) Foto: dpa

Die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken erreichte im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand: 537 Menschen verloren an unbewachten Bächen, Flüssen, Kanälen, Seen oder Teichen auf diese Weise ihr Leben, 76 davon allein in Nordrhein-Westfalen. Diese erschreckenden Zahlen nahmen die Westfälischen Nachrichten zum Anlass, mit Franz-Josef Kretzer und Reiner Banse vom Vorstand der DLRG Ortsgruppe Telgte zu sprechen.

Es ist einfach nicht ausreichend, sich nur über Wasser halten zu können. Erforderlich ist es, sich auch über eine länger Strecke sicher im Wasser bewegen zu können.

Franz-Josef Kretzer und Reiner Banse

Schlechte Schwimmfähigkeit als Ursache

„Ursächlich für diese Zahlen dürften die schlechten Schwimmfähigkeiten sein“, betonen die beiden Lebensretter. Sie beziehen sich dabei auf eine repräsentative Umfrage der DLRG. Demnach wird davon ausgegangen, dass rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen sowie ein Viertel der Erwachsenen Nichtschwimmer oder schlechte Schwimmer sind, Tendenz steigend.

Mehr zum Thema:

Bei ungeübten Schwimmern, gerade auch bei Kindern, würden in Notlagen schneller die Kräfte nachlassen als bei geübten Personen. Kämen noch Selbstüberschätzung, Leichtsinnigkeit, Krämpfe oder Panikreaktionen hinzu, ließen sich Unfälle häufig nicht vermeiden, sind sich die beiden erfahrenen Rettungsschwimmer sicher. „Es ist einfach nicht ausreichend, sich nur über Wasser halten zu können. Erforderlich ist es, sich auch über eine länger Strecke sicher im Wasser bewegen zu können.“

Verantwortung liegt bei den Eltern

Die Verantwortung für eine frühzeitige und gründliche Schwimmausbildung liege in erster Linie bei den Eltern. „Sie sollten in ihrem eigenen Interesse dafür sorgen, dass ihre Kinder gut schwimmen lernen und sich sicher im Wasser bewegen können“, betonen die beiden Vorstandsmitglieder. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des bevorstehenden Sommers und der damit einhergehenden Urlaubs- und Badesaison sei das besonders wichtig.

Eltern sollten in ihrem eigenen Interesse dafür sorgen, dass ihre Kinder gut schwimmen lernen und sich sicher im Wasser bewegen können.

Franz-Josef Kretzer und Reiner Banse

Die DLRG Telgte, deren satzungsgemäßer Auftrag „die Bekämpfung des Ertrinkungstodes ist“, klärt nicht nur über die Gefahren im Wasser auf, sondern bildet regelmäßig Schwimmer aus. „Mit dem Waldschwimmbad Klatenberg verfügen wir nicht nur über eine hervorragende Trainingsstätte, in der das gemeinsame Schwimmenlernen Spaß macht, sondern zudem gibt es auch eine langjährige Kooperation im Bereich der Seepferdchen-Schwimmkurse“, erläutert Franz-Josef Kretzer. Und Reiner Banse ergänzend: „Die Seepferdchen-Kompaktkurse werden vom Freibadteam betreut, für die aktuelle Saison stehen allerdings nur noch wenige Teilnehmerplätze zur Verfügung.“

Weitere Informationen über die Arbeit der DLRG insgesamt und die in Telgte sowie die verschiedenen Kursangebote gibt es auf der Homepage der Lebensretter. 

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4919086?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F
Entwicklung spitzt sich zu: Steht UKM-Chef Nitsch vor dem Aus?
Weithin sichtbar: Die Türme des münsterischen Universitätsklinikums, deren Außenhaut in den zurückliegenden Jahren komplett saniert wurde. Im Innern gibt es Streit – über den Führungsstil des Ärztlichen Direktors und die mangelnde Finanzausstattung durch das Land.
Nachrichten-Ticker