Renovierungskosten für Denkmäler in Privatbesitz
Bröckelnde Fugen und alte Fenster

Sendenhorst/Albersloh -

Am heutigen Dienstagabend hat sich der Ausschuss für Sport, Kultur und Freizeit mit der Bezuschussung von vier geplanten Sanierungsmaßnahmen zu befassen. Dabei wird auch deutlich, wie facetten- und umfangreich die „Denkmallandschaft“ in Sendenhorst und Albersloh ist.

Dienstag, 13.06.2017, 10:17 Uhr

Vier Denkmäler in Sendenhorst und Albersloh sollen renoviert werden. Dazu gehört auch das Haus Voges. Foto: Josef Thesing

In beiden Ortsteilen gibt es eine Fülle von Denkmälern, die in Privatbesitz sind. Dazu gehören besondere Wohn- oder Wirtschaftsgebäude ebenso wie kleine Bildstöcke und Wegekreuze in den Bauerschaften. Wer in einem Denkmal wohnt oder arbeitet, der hat bei Sanierungen oder gar Umbauten vorgegebene, zum Teil eng gesetzte Denkmalauflagen zu beachte. So können zum Beispiel alte, einfach verglaste, aber für die damalige Bauzeit charakteristische Fenster nicht einfach so ausgewechselt und durch moderne Kunststoff-Wärmeschutzfenster ersetzt werden.

Weil das so ist und ein Denkmal nicht nur Lust, sondern auch Last sein kann, unterstützen das Land NRW und die Stadt Sanierungsmaßnahmen, wenn das von den Eigentümern beantragt wird. Festgelegt ist das im Denkmalschutzgesetz NRW. Die Details der Förderung hat die Stadt in Richtlinien definiert.

Das Wohn und Geschäftshaus Voges am Osttor 5 steht bereits seit 1990 unter Denkmalschutz. Das Fachwerkgebäude mit niedrigem Obergeschoss stammt aus dem Jahr 1825 und ist heute eines der ältesten Häuser in der Stadt. Zum Dachboden hin ist es mit einer für die damalige Zeit charakteristischen Lukengaube versehen.

Nun müssen die Fugen auf der West- und Südseite des Hauses saniert werden. Die vorhandene Verfugung mit einem „sehr hohen und schadhaften Zementanteil“ sei an verschiedenen Stellen lose und zum Teil bereits herausgefallen, berichtet die Stadtverwaltung. Die Gesamtkosten betragen 3368 Euro. Die Stadt will sich mit 1120 Euro beteiligen.

Am Eingang der Fußgängerzone befindet sich das Wohn- und Geschäftshaus, das gemeinsam mit den Fachwerkhäusern Weststraße 13 und 15 die Stadtsanierung in der 1970-er Jahren überlebt hat und heute einer der bedeutendsten stadtgeschichtlichen Gebäudekomplexe in diesem Bereich von Sendenhorst darstellt. Es steht seit 1988 unter Denkmalschutz. Das Haus wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut und als Brennerei genutzt, wie heute noch auf einer Tafel am Gebäude deutlich gemacht wird.

Nun sollen sowohl die Fachwerkhölzer als auch die eingefachten Fassadenbestandteile gestrichen werden. Die Kosten werden mit 3900 Euro veranschlagt. Die Stadt will sich mit 1298 Euro beteiligen.

Die „Villa Winkelmann“ in der Bauerschaft Rummler in Albersloh wird, wie berichtet, am „Tag des offenen Denkmals“ im September der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Haus ist, obwohl bewohnt, mit historischen, einfach verglasten Fenstern aus Eichenholz versehen. Sie entsprechen nicht mehr den heutigen Dämmwertanforderungen, können aber nicht mit Mehrfachverglasung ausgestattet werden.

Die Fenster sollen nun neu gestrichen werden. Zudem sollen in einem ersten Bauabschnitt sechs Fenster im ersten Obergeschoss sogenannte Innenfenster erhalten. Die Kosten werden mit 13 544 Euro kalkuliert. Die Stadt will 4500 Euro zuschießen.

Einen ganz anderen Charakter hat das vierte Denkmal, das 2017 saniert werden soll. Der Bildstock am Hof Bisping in der Tiergartenheide in Albersloh steht seit 1990 unter Denkmalschutz. Antonius Bisping und Maria Rasche haben es laut einer Inschrift im Jahr 1912 erbauen lassen. Der Bildstock sei „ein markantes und seltenes Beispiel für den Jugendstil um die Jahrhundertwende“, heißt es in der Bewertung der Denkmalbehörden.

Nun soll er saniert werden. Das kostet laut Kalkulation 6146 Euro. Die Stadt will sich in diesem Fall mit der Hälfte an den Kosten beteiligen, weil „der Bildstock für den Eigentümer in keiner Weise wirtschaftlich nutzbar ist“. In den übrigen Fällen will die Stadt 33,3 Prozent der Kosten übernehmen.

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