Amtsgericht Ahlen
Prozess gegen Bundeswehr-Ausbilder: Erinnerungslücken irritieren Richterin mehrfach

Ahlen -

(Aktualisiert 16.35 Uhr) In Ahlen muss sich ein Ausbilder der Bundeswehr wegen Vorwürfen aus seiner Zeit als Gruppenführer verantworten. Unter anderem wird ihm Körperverletzung und Missbrauch vorgeworfen. Zum Prozessauftakt berichtet ein Zeuge von den Vorfällen.

Dienstag, 13.06.2017, 16:52 Uhr

Der angeklagte Bundeswehrsoldat sitzt in ziviler Kleidung im Amtsgericht in Ahlen auf der Anklagebank. Foto: Bernd Thissen, dpa

In Ahlen muss sich ein Vorgesetzter der Bundeswehr wegen zahlreicher Vorwürfe aus seiner Zeit als Gruppenführer einer Ausbildungskompanie der Westfalenkaserne verantworten. Angeklagt ist der Mann wegen Körperverletzung, Nötigung, Misshandlung von Untergebenen, entwürdigender Behandlung und Missbrauchs der Befehlsbefugnis. Konkret geht es um Schläge und angedrohte Prügel während und zum Abschluss der Grundausbildung.

Vorfälle bei Feier

Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte, dafür kamen in rund fünf Stunden zehn Zeugen zu Wort. Allerdings erinnerten sie sich angeblich nicht mehr genau oder gaben an, die Vorfälle nur von anderen erzählt bekommen zu haben. „Da geht einiges durcheinander“, kritisierte der Verteidiger des Angeklagten.

Ins Rollen gekommen war die Anklage durch die inoffizielle Abschlussfeier des Zuges nach der Grundausbildung im Clubheim eines Ahlener Sportvereins. Dort soll der Angeklagte im November einer 18-Jährigen über die Wange geleckt, einem 25-Jährigen in den Genitalbereich geboxt und einen 19-Jährigen gezwungen haben, Alkohol zu trinken.

Die junge Frau betonte, dass sie das Lecken zwar irritiert, aber nicht nachhaltig gestört habe. Der 25-Jährige erzählte von einem „leichten Schlag“ mit der Hand und der 19-Jährige wollte festgehalten wissen, aus eigenem Antrieb viel getrunken zu haben. Ein 21-jähriger Schütze bestätigte hingegen „ungewollte Annäherungen“ und Gängeleien durch den Angeklagten.

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Dass bei internen Vernehmungen viele Äußerungen aufgenommen wurden, die nun „in Erinnerungslücken verschwunden“ sind, irritierte die Richterin mehrfach.

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