Sassenberger zählt zu den Stars der Pokerszene
Emotionen stören beim Spiel

Sassenberg -

Es war der zweitgrößte Gewinn, den je ein deutscher Pokerspieler erzielt hat. Sechs Millionen Dollar kassierte Christoph Vogelsang beim „Super High Roller Bowl 2017“ in Las Vegas. „Das war ein sehr schönes Gefühl. Ich habe noch nie ein so großes Turnier gewonnen“, berichtet Vogelsang, der in London lebt. Viele Bekannte aus der Pokerszene seien dabei gewesen und hätten ihn unterstützt.

Donnerstag, 15.06.2017, 15:04 Uhr

Sechs Millionen Dollar kassierte der Sassenberger Christoph Vogelsang beim „Super High Roller Bowl 2017“. Allerdings muss er auch einen Teil an seine Investoren abtreten. Die genaue Summe wollte er nicht verraten. Foto: Joe Giron/Poker Central

„Bei hohen Buy-ins gibt es auch Investoren, so dass ich nur einen Teil des Startgeldes selbst zahle“, erklärt der 31-Jährige. In diesem Fall betrug das Startgeld 300 000 Dollar, aber natürlich erhalten die Investoren dann entsprechend ihren Anteil vom Gewinn, so dass die sechs Millionen Dollar nicht komplett auf das Konto des Sassenbergers wandern. Wie viel er genau für sich behalten konnte, rückte er nicht raus: „Ich habe einen sehr schönen Gewinn gemacht.“

Christoph Vogelsang investiert aber auch selbst in andere Spieler, wenn er sich dort Erfolgschancen ausrechnet. „Man kennt sich untereinander und weiß, wem man etwas zutrauen kann.“

Im Finale des Turniers bewies Vogelsang kühlen Kopf, aber die Nervenanspannung sei für ihn nicht größer als sonst gewesen. „Das Turnier kommt nicht von einem auf den anderen Tag. Man weiß, was man machen will. Das ist eigentlich eine typische Situation“, sagt der Sassenberger, der erstmals 2009 an einem Live-Turnier im Spielcasino in Hohensyburg teilgenommen hat. Damals noch aus reinem Spaß und ohne große Ambitionen.

Je erfahrener, desto schwieriger zu durchschauen

Im gleichen Jahr zog er nach London, um dort Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Dort begann er, Online-Poker zu spielen. „Zunächst nur ein oder zwei Mal die Woche, als Hobby nebenbei.“ An der Uni wurde ebenfalls gezockt, aber nie um Geld. „Ich spiele gerne Strategie- und Gesellschaftsspiele, aber immer nur aus Spaß“, versichert Vogelsang.

Mit der Zeit wurde er immer erfolgreicher und er verbesserte seine Pokerfähigkeiten. „Man muss sehr viel arbeiten und sein Spiel mit Computerprogrammen analysieren. Pokern ist sehr komplex.“ Dabei spiele natürlich auch das Glück eine Rolle, aber die richtige Strategie sei wichtig. „Kurzfristig ist es Glück, aber langfristig ist es Können“, bringt es der Pokerexperte auf den Punkt.

Je erfahrener ein Spieler sei, desto schwieriger sei er zu durchschauen. „Es ist schwer zu erkennen, ob jemand wirklich blufft. Es gibt verschiedene Verhaltensweisen, die es nahe legen, zum Beispiel, wenn jemand versucht, ganz schwach auszusehen. Aber eigentlich sieht man es nur bei unerfahrenen Spielern“, berichtet Vogelsang.

Tipps für Neulinge

Mit einer Gewinnsumme von 13,75 Millionen Dollar zählt der Sassenberger zu den Stars der Pokerszene, aber auch er gewinnt natürlich nicht immer. „Man liegt oft falsch. Es ist normal, dass man verliert, auch ich habe schon viel verloren und Lehrgeld bezahlt“, gibt er zu. Aber man dürfte sich darüber nicht ärgern, denn um erfolgreich zu spielen, müssen die Emotionen außen vor bleiben. „Man sollte nie zu viel Geld in ein Turnier stecken. Das Geld, das man einsetzt, muss man verlieren können.“

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Christoph Vogelsang ist nach seinem Studium in London geblieben und heute Profi-Spieler. „Ich versuche, die besten Turniere mitzuspielen und bin etwa neun bis zehn Wochen im Jahr in verschiedenen Ländern unterwegs.“ Dazu gehören Turniere in Las Vegas, Monaco, Prag, Barcelona oder auf den Bahamas. Aber er kommt auch fünf bis sechs Mal im Jahr nach Deutschland, um Freunde zu besuchen, und natürlich auch nach Sassenberg ins Elternhaus. „Ich bin stolz auf ihn. Der Erfolg gibt ihm recht“, ist sein Vater Ewald sehr zufrieden und hat auch kein schlechtes Gefühl, wenn sein Sohn pokert. „Ich wusste ja, was er macht. Er war da immer ziemlich erfolgreich.“

Tipps für Neulinge hat Christoph Vogelsang auch parat: „Man sollte grundsätzlich aus Spaß spielen und nicht versuchen, Geld zu verdienen. Das klappt fast nie. Man sollte es als Hobby sehen, das war auch mein Ansatz.“ Denn nur die wenigsten verdienen wirklich Geld damit. Christoph Vogelsang gehört dazu.

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