Unfall-Bilanz
Bereits neun Unfalltote im Kreis Borken

Kreis Borken - Bereits neun Menschen sind bei Unfällen im Kreis Borken in diesem Jahr ums Leben gekommen. Das sind fünf mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Polizei spricht von einer besorgnisserregenden Entwicklung. "Besonders gefährdet sind Radfahrer", teilt die Polizei in einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung mit.

Freitag, 16.06.2017, 15:47 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 16.06.2017, 14:32 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 16.06.2017, 15:47 Uhr
Der Kreis Borken gehöre landesweit zu den Schlusslichtern bei der Zahl der Verunglückten im Straßenverkehr. In lediglich zwei anderen Kreisen in NRW verunglückten pro 100.000 Einwohner mehr Menschen. Foto: colourbox.de (Archiv-Bild)

Der Kreis Borken gehöre landesweit zu den Schlusslichtern bei der Zahl der Verunglückten im Straßenverkehr. In lediglich zwei anderen Kreisen in NRW verunglückten pro 100.000 Einwohner mehr Menschen als im Kreis Borken. "Sehr besorgniserregend" kommentiert Olaf Gottschalk, Direktionsleiter Verkehr bei der Polizeibehörde Borken, diese negative Entwicklung.

Polizei auf Ursachensuche

Aus Sicht der Polizei lassen sich zwei wesentliche Faktoren ausmachen, die auf diese Entwicklung Einfluss ausüben: Einerseits verfüge der Kreis Borken über ein gut ausgebautes Straßennetz. "Im Vergleich zu großstädtischen Gebieten erreichen die Verkehrsteilnehmer hier deutlich höhere Geschwindigkeiten", das liege unter anderem an den höheren Tempolimits, an den guten Straßenverhältnissen und der geringeren Verkehrsdichte, so die Polizei. "Aufgrund der höheren Geschwindigkeiten wirken bei einem Unfall enorme Kräfte auf die Fahrzeuginsassen ein. Dementsprechend haben Verkehrsunfälle im Kreisgebiet oft schwere Folgen für die Unfallbeteiligten."

Kreis Borken gehört zu beliebten Radfahrregionen in NRW

Zum anderen habe das Fahrrad zunehmend an Bedeutung gewonnen. Mit einem Radverkehrsanteil von über 32% (Untersuchung - Modal Split
2015) gehöre der Kreis Borken zu den beliebtesten Radfahrregionen in NRW. Aber auch die zunehmende Bedeutung des Münsterlandes als
Urlaubsregion und Naherholungsraum für das Ruhrgebiet spiele eine Rolle. Reisende würden oftmals ihr Fahrrad mitnehmen und die optimalen Möglichkeiten des Kreisgebietes zum Radfahren nutzen. Zudem hätten viele Radsportler und Aktivurlauber das Münsterland als Region für die Ausübung ihrer Hobbys in den Fokus genommen.

Appell der Polizei:

"Wo mehr Rad gefahren wird, passieren auch mehr Unfälle mit Radfahrern", so die Polizei. Das Fahrrad habe anders als das Auto jedoch keine
Knautschzone, die den Fahrzeugführer bei einem Verkehrsunfall gegebenenfalls vor schweren Verletzungen schütze. Dass ein Radfahrer bei einem
Unfall unverletzt bleibt, sei die absolute Ausnahme.

Die Polizei Borken appelliert an Fahrradfahrer: "Rechnen sie stets und überall auch mit dem Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Was nutzt es Ihnen Recht gehabt zu haben, wenn Sie nach einem Unfall ein Leben lang im Rollstuhl sitzen", sagt Gottschalk.

Die Polizei sieht in vielen Fällen auch die Radfahrer schuld bei dem Zustandekommen eines Unfalls: "Als besonders gefährlich erweist sich die Benutzung des Radweges auf der falschen Straßenseite. Kreuzende PKW-Fahrer rechnen häufig nicht mit dem plötzlich von der falschen
Seite kommenden Radfahrer."

Immer mehr Verkehrsteilnehmer texten während der Fahrt

Zudem bereite der Polizei die Nutzung des Mobiltelefons während der Fahrt große Sorgen: "Ein Unrechtsbewusstseins scheint den meisten Verkehrssündern zu fehlen. Zumindest jedoch nehmen sie den Verstoß billigend in Kauf."

Die Polizei beobachte zudem, dass Verkehrsteilnehmer seltener mit dem Handy telefonieren - sondern viel mehr texten. So stellt die Polizei zunehmend Verstöße fest, bei denen Auto- und Radfahrer am Steuer und am Lenkrad WhatsApp und Co. nutzen, indem sie Texte versenden oder lesen: "Damit erhöht sich das Unfallrisiko dramatisch!"

Die Polizei will ihre Anstrengungen intensivieren, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Neben Präventionsmaßnahmen wird die Polizei die Kontrollen deutlich ausweiten. Es werden auch vermehrt Zivilstreifen eingesetzt, um die verbotswidrige Nutzung der Mobiltelefone während der Fahrt zu ahnden.

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