Freizeit und Sport
Mit dem Schaufelrad über den See

Sassenberg -

Ein Katamaran ist schon in Mallorcas Buchten ein Hingucker, viel mehr aber noch auf dem Feldmarksee. Die Aktiven der Wassersportabteilung haben einen Katamaran mit Kunststoffrümpfen mit Schaufelradantrieb gebaut – als Mähboot in der Badezone des Sees. Zur Bekämpfung des Tausendfingerblattes.

Sonntag, 19.08.2018, 13:12 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 14.08.2018, 09:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 19.08.2018, 13:12 Uhr
Der Waspo-Vorsitzende Ludger Spitthöver und Tüftler Walter Pellmann sind von dem in Eigenregie konstruierten Mähboot überzeugt. Dank kreativer Lösungen konnte der Arbeitsaufwand halbiert werden.            Foto: Christopher Irmler

Auf dem Feldmarksee ist von Zeit zu Zeit ein echtes Unikat im Einsatz zu bestaunen. 20 Jahre lang setzten die Aktiven der Wassersportabteilung (Waspo) ein Mähboot zur Bekämpfung des Tausendfingerblattes ein. Insgesamt, so rechnet der Waspo-Vorsitzende Ludger Spitthöver vor, habe das Boot stolze 50 Jahre auf dem Buckel gehabt.

Im Zuge des umfangreichen Ausbaggerns des Feldmarksees vor fünf Jahren führten Vertreter der Waspo und der Stadt Gespräche über das weitere Vorgehen. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob das in die Jahre gekommene Arbeitsgerät noch zeitgemäß sei.

„Wir hatten gehofft, dass wir den Krautbewuchs durch die Baggerarbeiten los sind“, blickt Spitthöver auf die Ereignisse im Jahr 2013 zurück. Im Großen und Ganzen sei das auch der Fall gewesen, doch entlang des Ufers habe sich schnell wieder ein rund 50 Meter breiter Streifen mit Krautbewuchs gebildet.

Für die Schwimmer sei das bis zu zwei Meter lange Tausendfingerblatt vielleicht unangenehm, aber ungefährlich. Auch Tret- und Segelboote konnten den See problemlos befahren. Kritisch sei die Situation hingegen für die mit Außenbordmotoren bestückten Rettungsboote der DLRG. „Sie kamen mitunter nur schwer dadurch.“

Die Anschaffung eines gebrauchten Mähbootes hätte mit rund 10 000 Euro zu Buche geschlagen. „Eine Neuanschaffung war und ist für die Waspo unbezahlbar.“

Also ließen die Waspo-Aktiven Klaus Brosch, Ludger und Simon Krampe sowie Walter Pellmann ihre Köpfe rauchen. Ihr Plan: Das vorhandene Mähwerk zu übernehmen und ansonsten ein möglichst leistungsfähiges neues Boot zu konstruieren. Nach und nach entstand zwischen dem Jahreswechsel und dem Start der Badesaison ein Katamaran mit Kunststoffrümpfen.

Als größte Herausforderung stellte sich der Antrieb heraus. Die Tüftler entschieden sich für einen Schaufelradantrieb. „Das zu konstruieren ist gar nicht so einfach“, betont Walter Pellmann. Erst die erfolgreichen Tests mit einem hölzernen Prototypen gaben Gewissheit.

Mittlerweile kam das Mähboot dreimal in der Badezone des Sees zum Einsatz. Eine offizielle Schiffstaufe wird es jedoch nicht geben. „Es ist ein Arbeitsboot, das permanent verbessert wird. Aktuell arbeiten wir an einer Verbesserung der GPS-Steuerung. Dadurch können wir die Schnittbahnen noch leichter finden und effizienter arbeiten. Die Arbeit am Boot wird nie abgeschlossen sein“, so Spitthöver über den Katamaran.

Dabei wurde auch an die Sicherheit des jeweiligen Bootsführers gedacht. Sobald dieser seinen Sitz verlässt, werden automatisch Mähwerk und Antrieb gestoppt.

Die unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit und die Materialkosten von rund 7 000 Euro hätten sich bereits gelohnt, ist Ludger Spitthöver überzeugt. „Im Randbereich wird das Problem mit dem Bewuchs zwar bleiben, aber in der Mitte des Sees ist kein Kraut mehr. Wir haben mit diesem Mähboot den Arbeitsaufwand halbiert.“

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