Simon Kempner arbeitet mit US-Produzenten an seiner Karriere
Gitarrenlehrer mit großem Traum

Dülmen -

Eigentlich ist Simon Kempner hauptberuflich noch Student an der münsterischen Musikhochschule. Er schreibt gerade an seiner Bachelorarbeit und gibt nebenbei Gitarrenkurse. Doch seit der bekannte US-Musikproduzent Troy Taylor ihn auf Instagram entdeckt hat, lebt Kempner schon ein wenig seinen Traum von der großen Musikkarriere.

Samstag, 02.02.2019, 14:06 Uhr aktualisiert: 02.02.2019, 17:39 Uhr
Der Student Simon Kempner gibt Gitarrenunterricht in Dülmen. Nebenbei komponiert er Black Music mit einem Musikproduzenten aus den USA. Foto: Beena Shaikh

Zwei Personen stehen vor einer Wand mit goldenen Schallplatten. Rechts lehnt sich ein Amerikaner locker an einen Schreibtisch, links, ein bisschen unsicher, steht Simon Kempner. Ihm gehört das Instagram-Profil, auf dem sich das Bild befindet. Der Mann, der neben ihm auf der Social-Media-Plattform abgebildet ist, ist der bekannte Musikproduzent Troy Taylor aus den USA. Und der arbeitete unter anderem schon mit Künstlern wie Whitney Houston und Mary J. Blige. Das Bild zeigt: Simon Kempner will hoch hinaus.

Eigentlich ist der gebürtige Bielefelder hauptberuflich noch Student an der münsterischen Musikhochschule, er schreibt gerade an seiner Bachelorarbeit. Aber schon 2016 absolvierte er den Popkurs der Hamburger Hochschule für Musik und Theater. „Danach habe ich mir überlegt, einen Account auf Instagram zu erstellen, auf dem ich Videos von mir hochlade“, erzählt der 29-Jährige. „Darin spiele ich kurze Stücke mit meiner Gitarre. Der Account hat dann in kurzer Zeit hohe Wellen geschlagen.“ Und zwar mit mehreren Tausend Followern (mittlerweile sind es knapp 12.000) so hohe Wellen, dass ihn Taylor dort entdeckte, denn er ist kontinuierlich auf der Suche nach Nachwuchstalenten.

Taylor sei mittlerweile sein Mentor, erzählt Kempner. „Wir stehen in regelmäßigem Kontakt und haben schon so einiges zusammen produziert.“ Dazu müsse er nicht in die USA fliegen. Er könne ganz entspannt von zu Hause aus in Rinkerode arbeiten. „Ich schicke Troy meine Stücke, die ich auf der Gitarre einspiele, und er bastelt das ganze Drumherum“, erklärt der nebenberufliche Musikproduzent, der hauptsächlich mit Black Music zu tun hat. Natürlich habe er auch Termine zu ungewöhnlichen Zeiten, da die meisten Kollegen in den USA leben. „Es kommt schon mal vor, dass ich nachts um drei angerufen werde und bis 6 Uhr in der Frühe arbeite.“ Auch in Kempners Privatleben spielt Musik eine große Rolle. „Aber man muss wissen, wann Familie und Freunde Vorrang haben. Da schalte ich dann auch gern mal konsequent das Handy aus.“

Langfristig möchte ich im Musikbusiness eine Marke mit meinem Namen generieren

Simon Kempner

Seinen Wohnsitz in Deutschland würde Kempner nicht aufgeben. Er bevorzuge es, in einem kleinen Ort zu leben und hinter den Kulissen der Musikbranche zu arbeiten. „Ich möchte in meiner Freizeit einkaufen gehen können, ohne erkannt zu werden“, erklärt er nachdenklich. „Das wäre ein Leben, das ich nicht führen möchte. Das würde mich in meiner Freiheit einschränken.“

Seit Neuestem ist Kempner nun Lehrer an der Musikschule „Die Tonart“ in Dülmen, Mitte Februar startet er hier mit Gitarrenkursen. „Hier nach Dülmen hat es mich durch Zufall verschlagen. Ich habe bis vor Kurzem in einer münsterischen Musikschule gearbeitet. Dort hat mich ein Kollege angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, bei der Tonart zu unterrichten“, erzählt der Student.

Sein großer Traum: ein Grammy

Im Moment lebe er unter anderem von Studiojobs, Live-Auftritten und eben dem Unterrichten an der Musikschule. Seine Ziele? „Kurzfristig gesehen möchte ich in nächster Zeit gern meine Songs groß raus bringen. Einige kleine Veröffentlichungen gibt es schon, aber bis jetzt habe ich in meine Arbeit nur investiert.“ Für die Produktionen mit seinem Mentor in den USA wird er bislang noch nicht bezahlt. „Langfristig möchte ich im Musikbusiness eine Marke mit meinem Namen generieren und in der Branche relevant sein.“ Sein großer Traum: ein Grammy.

Giulia Wahn beim ESC: „Platz 20 war Hauptgewinn“
Beim ESC landete der für San Marino startende Sänger Serhat (l.) auf Platz 20. Dennoch gab es für ihn und seine münsterische Background-Sängerin Giulia Wahn (hinten rechts) Grund zum Jubeln.
Nachrichten-Ticker