"Der Junge muss an die frische Luft"
Sendener in Kerkeling-Verfilmung auf der Leinwand

Senden/Ottmarsbocholt -

„An der frischen Luft“ sind Jan Lindner und Amelie Tönnissen oft, schließlich sind beide begeisterte Reiter. Nun kann man den 17-Jährigen aus Senden und die Elfjährige aus Ottmarsbocholt in der Kerkeling-Verfilmung auf der Leinwand sehen – Lindner als älterer Bruder, Amelie als Hape-Double in den Reitszenen.

Freitag, 15.02.2019, 16:06 Uhr aktualisiert: 15.02.2019, 16:41 Uhr
„An der frischen Luft“: Jan Lindner und Amelie Tönnissen bei den Dreharbeiten. Foto: privat

Jan Lindner und Amelie Tönnissen sind begeisterte Reiter. Der 17-jährige Sendener und die Elfjährige aus Ottmarsbocholt sind beim RV Lüdinghausen aktiv. Doch das ist nicht das Einzige, was die Beiden gemeinsam haben: Seit einigen Wochen sind sie im Kino zu sehen – in der Verfilmung der Kindheitserinnerungen von Hape Kerkeling, „Der Junge muss an die frische Luft“.

Jan Lindner erscheint dort allerdings öfter auf der Leinwand als seine Vereinskollegin. Er spielt Kerkelings älteren Bruder Matthes, Amelie den jungen Hape selbst. Nein, nicht ganz: Der spätere Comedy-Star wird bekanntlich von Julius Weckauf verkörpert – außer in den Reitszenen. Wenn in dem Film der junge Hobbyreiter Kerkeling über eine Wiese oder am Kanal entlanggaloppiert, sehen die Zuschauer nicht Weckauf, sondern die Ottmarsbocholterin.

Reitdouble gesucht

„Julius hatte wohl vor Drehbeginn ein paar Reitstunden gemacht“, sagt Thomas Tönnissen, Vater von Amelie und selbst erfahrener Turnierreiter. „Aber für schnellere Gangarten reichte es nicht. Wenn es in den Trab oder in den Galopp ging, wurde mit Amelie gedreht.“ Und die ist alles andere als eine Reitnovizin. Ebenso wie ihre ältere Schwester Lara ist sie eine feste Größe auf den Reitturnieren nicht nur in der Region. So gewann sie 2018 den Bundesvierkampf, sowohl mit der Westfalen-Equipe als auch in der Einzelwertung.

Der Junge muss an die frische Luft

1/15
  • rev-1-De_1108_JUNGE_High_Res_JPEG

    Hans-Peter (Julius Weckauf) und seine Mutter (Luise Heyer)

    Foto: Warner Bros.
  • Dunkle Schatten legen sich auf den Alltag des Jungen, als seine Mutter nach einer Operation immer bedrückter wird.

    Foto: Warner Bros.
  • Er verkleidet sich sich als Indianer.

    Foto: Warner Bros.
  • Für Hans-Peter ein Ansporn, seine komödiantische Begabung immer weiter zu perfektionieren.

    Foto: Warner Bros.
  • Er versucht es mit Petersilie.

    Foto: Warner Bros.
  • Sein großes Talent, andere zum Lachen zu bringen, trainiert Hans-Peter täglich im Krämerladen seiner Oma Änne.

    Foto: Warner Bros.
  • Er imitiert die Nachbarn.

    Foto: Warner Bros.
  • Julius Weckauf, 11, spielt in "Der Junge muss an die frische Luft" den jungen Hape Kerkeling.

    Foto: Warner Bros.
  • Der achtjährige Hans-Peter (Julius Weckauf) schafft es immer wieder, seine depressive Mutter zum Lachen zu bringen. 

    Foto: Warner Bros.
  • Julius Weckauf, der in einem aufwendigen Casting aus 5000 Bewerbern ausgewählt wurde, erweist sich als Glücksgriff.

    Foto: Warner Bros.
  • Ausflug aufs Land mit Opa Willi (Joachim Król)

    Foto: Warner Bros.
  • Oma Änne (Hedi Kriegeskotte) muss Hans-Peter trösten.

    Foto: Warner Bros.
  • "Der Junge muss an die frische Luft" ist nicht nur ein Film über eine ganz besondere Familie... 

    Foto: Warner Bros.
  • ... sondern auch eine Zeitreise in die Bundesrepublik des Jahres 1972.

    Foto: Warner Bros.
  • Hans-Peter kann sich auf seine Großeltern (Ursula Werner, Rudolf Kowalski) verlassen.

    Foto: Warner Bros.

„An die frische Luft“, also zum Dreh der Kerkeling-Verfilmung, kam die Elfjährige über Jan Lindner. Der 17-Jährige, der in Senden aufs Joseph-Haydn-Gymnasium geht, hatte über eine Freundin von einem bevorstehenden Casting in Recklinghausen für die Buchverfilmung erfahren. Er fuhr hin, sprach vor und wurde kurz darauf nach Berlin eingeladen. Nach dem zweiten Vorsprechen in der Bundeshauptstadt bekam der Sendener einen Anruf der Produktionsfirma: Er hatte die Rolle des Matthes Kerkeling bekommen.

Kurz nach Drehbeginn erfuhr er am Set, dass noch ein erfahrenes Reitdouble ungefähr im Alter von Julius Weckauf gesucht werde. Lindner kam sofort seine jüngere Vereinskollegin in den Sinn. „Da habe ich denen gesagt, dass ich jemanden für sie hätte“, erinnert sich der 17-Jährige.

27 Drehtage lang vor der Kamera

Und Amelie selbst? „Ich habe da erst nichts von gehalten“, so die Elfjährige. „Aber dann wollte ich es doch machen, und am Ende habe ich richtig Lust darauf gehabt.“

Fünf Drehtage saß die Ottmarsbocholterin als junger Hape im Sattel – in Duisburg, Mülheim und in Herne. Als der Film dann in die Kinos kam, hat sich die ganze Familie den Film in einem Dülmener Kino angeschaut. „Drei- oder vier Mal haben wir sie im Film gesehen“, sagt Vater Tönnissen. „Wenn man weiß, dass es Amelie ist und darauf achtet, kann man ganz kurz ihr Gesicht sehen.“

Weniger schwierig ist es, Jan Lindner auf der Leinwand zu identifizieren. Der Sendener wurde nicht gedoubelt, natürlich auch nicht bei den Reitszenen, sondern stand als Matthes Kerkeling 27 Drehtage lang vor der Kamera – in Berlin, Mülheim und Mönchengladbach. Dabei hat er auch Hape Kerkeling selbst kennengelernt. „Der war super nett“, sagt Lindner, der dem Comedian bei der Filmpremiere in der Essener Lichtburg noch einmal begegnete.

„Das war wie eine große Filmfamilie“, erinnert sich der 17-Jährige an sein Engagement. Ähnlich wie Amelie: „Die Atmosphäre war sehr cool, die haben sich auch alle geduzt.“ Umgekehrt hat sich auch das Reittalent der Ottmarsbocholterin eingeprägt: „Der Pferdetrainer am Set hat gesagt, er behält mich im Hinterkopf.“

Wohnung brannte komplett aus - drei Verletzte
Feuerwehr-Einsatz: Wohnung brannte komplett aus - drei Verletzte
Nachrichten-Ticker