Die Knöllchen-Bilanz
Falschparker und Temposünder zahlten 2018 viele Millionen

Münsterland -

Die Schrecksekunde kennen wohl die meisten Autofahrer: Aus dem Kofferraum des grauen Kombis am Straßenrand zuckt ein Blitz über die Straße. Hektischer Blick zum Tacho: Wie teuer wird das nun wieder? Zehntausende Mal tappen alleine im Münsterland Autofahrer Jahr für Jahr in die Radarfalle. Hinzu kommen Knöllchen für falsches Parken. Städte und Kreise nehmen dabei Millionen ein. Ein Blick aufs Jahr 2018.

Freitag, 01.03.2019, 06:30 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 07:03 Uhr
Wer im Parkverbot parkt, bekommt es mit dem Ordnungsamt zu tun. Fast 73.000 Knöllchen gab es im Jahr 2018 alleine in Münster. Foto: Gunnar A. Pier

►  „Starenkästen“: Die fest installierten Geschwindigkeit-Messanlagen gibt es vornehmlich auf dem Land. Aber die Kreise gehen unterschiedlich damit um. Drei Messstellen gibt es etwa im Kreis Warendorf. Im Kreis Coesfeld stehen 20 Starenkästen – aber es gibt nur vier Kameras, die jeweils an unterschiedlichen Stellen blitzen.

Im Kreis Steinfurt gibt es sechs Kameras für 13 Messpunkte.

775.000 Euro kassierte der Kreis Borken im Jahr 2018, mehr als doppelt so viel waren es im Kreis Warendorf: gut 1,6 Millionen Euro.

Eine der bekanntesten Messstellen betreibt die Stadt Münster auf dem Überwurf von der A 43 auf die A 1 im Autobahnkreuz Münster-Süd. Dort blitzte es 2018 genau 3140 Mal – für etwa 76.000 Euro.

Die Stadt Rheine nahm mit ihren beiden Starenkästen 553.000 Euro ein.

Vergehen im Straßenverkehr und ihre Konsequenzen

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    Täglich verstoßen Tausende Deutsche gegen Regeln im Straßenverkehr. Über die Konsequenzen ihres Verhaltens und die möglichen Folgen denken die wenigsten nach.

    Im folgenden sind häufige Vergehen im Straßenverkehr und ihre rechtlichen Folgen aufgelistet.

    Foto: Patrick Seeger
  • Alkohol am Steuer ahndet die Polizei besonders hart.

    Verstoß gegen die Promillegrenze (0,5 bis 1,1 Promille):

    ...beim 1. Mal: 500 Euro Bußgeld mit zwei Punkten in Flensburg und einem einmonatigen Fahrverbot.

    ...beim 2. Mal: 1000 Euro Bußgeld mit zwei Punkten in Flensburg und einem dreimonatigen Fahrverbot.

    ...beim 3. Mal: 1500 Euro Bußgeld mit zwei Punkten in Flensburg und einem dreimonatigen Fahrverbot.

    Ab 1,1 Promille drohen einkommensabhängige Geldstrafen, evtl. sogar Gefängnisstrafen, drei Punkte in Flensburg und ein Entzug des Führerscheins.

    Foto: Eili Deck
  • Sollte es zu einer Gefährdung des Verkehrs unter Alkoholeinfluss kommen und eine Polizeistreife bemerkt dies, kann es schon ab einer geringen Promillezahl zu drei Punkten in Flensburg und oftmals zu einem Entzug des Führerscheins mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe kommen.

    Foto: dpa/Sven Hoppe
  • Immer häufiger erwischt die Polizei Fahrer mit einem Handy am Ohr.

    Wenn man als Fahrer eines Autos mit einem Handy am Steuer angehalten wird, wird ein Bußgeld von 60 Euro fällig. Zusätzlich erhählt man einen Punkt.

    Foto: Holger Hollemann
  • Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit innerorts:

    Ab 21 bis 25 km/h über der Höchstbeschwindigkeit: 80 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.

    Ab 26 bis 30 km/h über der Höchstgeschwindigkeit: 100 Euro Bußgeld mit einem Punkt und sofern man der Polizei oftmals auffällt sogar noch einen Monat Fahrverbot.

    Ab 31 bis 40 km/h über der Höchstgeschwindigkeit: 160 Euro Bußgeld mit zwei Punkten und einem einmonatigen Fahrverbot.

    Foto: colourbox.de
  • Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit außerorts:

    Ab 21 bis 25 km/h über der Höchstbeschwindigkeit: 70 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.

    Ab 26 bis 30 km/h über der Höchstgeschwindigkeit: 80 Euro Bußgeld mit einem Punkt und sofern man der Polizei oftmals auffällt sogar noch einen Monat Fahrverbot.

    Ab 70 km/h über der Höchgeschwindigkeit: 600 Euro Bußgeld mit zwei Punkten und einem dreimonatigen Fahrverbot.

    Foto: Marius Becker
  • Im Straßenverkehr kommt es oftmals zu erheblichen Unfällen, weil die Sicherheitsabstände nicht beachtet wurden.

    Bei einem Abstand von weniger als 3/10 des halben Tachowertes werden schon 160 Euro Bußgeld fällig. Zusätzlich gibt es noch zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot.

    Foto: Polizei Münster
  • Strafen beim überfahren von roten Ampeln:

    Eine Ampel bei "Rot" zu überfahren kostet schon 90 Euro und einen Punkt.

    Sollte man wissentlich eine Ampel bei "Rot" überfahren und andere Verkehrsteilnehmer gefährden, droht eine saftige Geldstrafe von 200 Euro, 2 Punkte und in extremen Fällen auch ein Führerscheinentzug oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren.

    Foto: colourbox.de
  • Bei einer Sachbeschädigung an einem anderen Auto sollte man sofort die Polizei anrufen und den Unfall melden.

    Ansonsten drohen dem Verursacher drei Punkte wegen Fahrerflucht.

    Der häufig verwendete Zettel mit Namen und Anschrift schützt somit nicht vor einer Anklage.

    Foto: jans

►  Mobile Messung: Zusätzlich zu den Starenkästen sind mobile Messanlagen unterwegs – die dezentfarbenen Kombis. Jeweils drei Wagen sind es in Münster und den Kreisen Borken und Coesfeld, im Kreis Warendorf gar fünf.

Gut 702.000 Euro kamen so in den Kreisen Warendorf und Coesfeld zusammen, 375.000 Euro sind es im Kreis Borken.

Die Stadt Rheine setzt ebenfalls eine mobile Messanlage ein – 2018 kamen 184.500 Euro zusammen.

Die Statistik im Kreis Steinfurt unterscheidet nicht zwischen stationären und den mobilen Messungen der beiden Spezialfahrzeuge. Zusammen wurden 1,44 Millionen Euro fällig.

►  Falschparker: Um den so genannten „ruhenden Verkehr“ kümmern sich die Kommunen. Ein Riesenthema ist das in der Metropole Münster: Für 2018 meldet die Stadt 72.908 „festgestellte Verstöße“. Die Falschparker überwiesen mehr als 1,4 Millionen Euro.

Nur jeweils rund 8600 Knöllchen gab es hingegen in Dülmen (141.200 Euro) und Warendorf (123.926 Euro). 11.482 Verwarnungen meldet die Stadt Coesfeld (146.285 Euro), 14.500 waren es in Rheine (253.000 Euro).

Borken zählte im vergangenen Jahr 7558 Verwarnungen (108.872 Euro).

Unterwegs mit einem Abschleppwagen in Münsters City

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    Falschparker auf der Friedrich-Ebert-Straße - die Mitarbeiterin des Ordnungsamts hat Abschleppwagen-Fahrer Frank Grieger gerufen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eigentlich kaum zu übersehen: die Parkverbot-Schilder an der Friedrich-Ebert-Straße.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Frank Grieger fährt seit fast 30 Jahren Abschleppwagen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Oft genügen ein paar Handgriffe, und der Gang ist raus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auf dem Hof von Auto Becker werden die abgeschleppten Fahrzeuge wieder abgeladen.

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Foto: Gunnar A. Pier

►  Abschleppen: In der Stadt Münster ist das Abschleppen von Falschparkern Tagesgeschäft: 1809 mal rückte 2018 ein Wagen an.

Alle anderen liegen deutlich dahinter: Immerhin noch 53 Einsätze gab es in Warendorf, acht in der Stadt Borken, jeweils fünf in Dülmen und Rheine.

In Coesfeld erinnern sie sich sehr genau. Antwort aus dem Rathaus: „2018 wurden von uns nur drei PKW abgeschleppt (alle im Rahmen des Sparkassen Münsterland Giro am 3.10.18)“.

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