Geldstrafe für Angeklagten
Mit „Schnaps intus“ in Kreisel gerast

Ahaus/Schöppingen -

Statt ihn zu umrunden, war ein Gronauer unlängst mit seinem Auto über einen mehr als zweieinhalb Meter hohen Erdhügel auf einem Kreisverkehr auf der L 579 gefahren. Dafür saß er jetzt auf der Anklagebank des Ahauser Amtsgerichts.

Donnerstag, 28.02.2019, 19:10 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 18:00 Uhr
Mit dem Wagen raste der Angeklagte erst in den Kreisverkehr und landete schließlich auf dem Grünstreifen. Foto: Susanne Menzel

Es war nicht der erste Fall dieser Art, der im Ahauser Amtsgericht verhandelt wurde. Das wurde schon vor Verhandlungsbeginn an der Aussage des Staatsanwaltes deutlich, der vom „Ahauser Dreiklang“ sprach.

Was er damit meinte? Eine Autofahrt unter Alkohol, ohne Führerschein und mit einem nicht versicherten Auto. Dessen hatte sich ein 42 Jahre alter Gronauer im September vergangenen Jahres in Schöppingen schuldig gemacht.

Damals fuhr er abends gegen 20.45 Uhr mit seinem Auto über einen mehr als zweieinhalb Meter hohen Erdhügel auf einem Kreisverkehr auf der L 579, statt ihn zu umrunden. Anschließend landete er mit dem Wagen im Grünstreifen.

Noch während der Richter von entstempelten Kennzeichen und einem stillgelegten Fahrzeug sprach sowie den Wert der dem Angeklagten damals abgenommenen Blutprobe verlas – 2,1 Promille – zeigte sich der 42-Jährige reumütig. „Ich gestehe.“ Das geriet aber zunächst einmal zur Nebensache, was an folgendem Dialog zwischen Richter und Angeklagtem deutlich wurde.

Richter: „Ich rieche hier Alkohol in der Luft.“ Angeklagter: „Ja, ich habe gerade einen gehabt.“ Richter: „Was denn?“ Angeklagter: „Ein paar Kurze.“ Richter: „Schaffen Sie es nicht mal ohne Alkohol zu Ihrer Verhandlung?“ Angeklagter: „Ich war heute Morgen ein bisschen bange.“

An die Unfallfahrt hatte der 42-Jährige keine Erinnerung mehr. „Ich hatte damals Schnaps intus. Die Erinnerung setzte erst wieder ein, als die Airbags hochkamen und ich im Grünen stand.“​

Der Staatsanwalt erklärte in seinem Plädoyer, der Gronauer habe sich der vorsätzlichen Trunkenheit im Verkehr schuldig gemacht. Er forderte eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 35 Euro, verbunden mit der Auflage, frühestens nach 24 Monaten eine neue Fahrerlaubnis zu erteilen.

Der Angeklagte konnte dem Vortrag des Staatsanwaltes nicht ganz folgen. „Ich schnall das gerade nicht“, sagte er zum Richter. Der fasste das zuvor Gesagte zusammen: „Sie sollen 3150 Euro Geldstrafe zahlen und den Führerschein frühestens in zwei Jahren wiederbekommen.“ Der Angeklagte: „Alles gut.“

In seinem Urteil folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft – und öffnete anschließend erst einmal die Fenster im Gerichtssaal. So verzog sich nicht nur der Gronauer, sondern auch der Schnapsgeruch nach draußen.

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