Borkenkäferplage droht
„Es sind richtig, richtig viele Käfer da“

Münster -

Millionen von Borkenkäfern sitzen in nordrhein-westfälischen Wäldern in den Startlöchern. Schmuddeliges Wetter könnte die befürchtete Plage noch aufhalten. Aber der Wettlauf gegen den Käfer hat schon begonnen.

Sonntag, 03.03.2019, 19:58 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 20:10 Uhr
Durch das Sturmtief Frederike 2018 und durch den Borkenkäfer sind die Preise für Fichtenholz eingebrochen. Foto: Klaus Meyer

Nordrhein-Westfalen bereitet sich in einer konzertierten Aktion auf eine mögliche Borkenkäferplage vor. In den nächsten Wochen werde sich je nach Wetter entscheiden, ob es erneut zu einem dramatischen Befall von Fichten komme, sagte der Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz, Michael Blaschke, der Deutschen Presse-Agentur.

In dieser Ausnahmesituation arbeiten den Angaben nach zwei Expertengruppen an einem Gefahren-Management. Im vergangenen Jahr hatte es in NRW den stärksten Borkenkäfer-Befall der Nachkriegszeit gegeben. Wie es wirklich weitergeht, würden die nächsten Wochen zeigen, sagte Michael Blaschke: „Wir richten uns vorbereitend auf alle Eventualitäten ein.“

Viele Millionen Käfer überwinterten im Boden oder hinter den Rinden von Fichten, sagte Blaschke: „Wir wissen, es sind richtig, richtig viele Käfer da. Wenn das Wetter in den nächsten Wochen schmuddelig wird – knapp unter zehn Grad und feucht – sind das ideale Bedingungen für Pilze. Die würden dann die Käfer befallen und abtöten.“ Je weniger Käfer den Winter überlebten, desto besser sei das für den Wald. Die Vermehrung beginnt im April mit dem Flug der Käfer, die sich dann in die Baumrinden einbohren.

Invasion der Borkenkäfer

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  • Invasion der Borkenkäfer

    Die Spur der Baumstämme. Nach dem Sturm im Frühjahr folgte die Invasion der Bokenkäfer.

    Foto: Jürgen Christ
  • Transporter eines Sägewerkes.

    Foto: Jürgen Christ
  • Grün und klein keimt die Hoffnung im Wald. Nach dem Sturm im Frühjahr folgte die Invasion der Bokenkäfer. Fläche, die sich schon auf natürlichen Wege erholt hat.

    Foto: Jürgen Christ
  • Revierförster Jan-Dirk Hubbert, zeigt eine Fläche, die sich schon auf natürlichen Wege erholt hat.

    Foto: Jürgen Christ
  • Invasion der Borkenkäfer Foto: Jürgen Christ
  • Heinz-Peter Hochhäuser, Leiter des Forstamtes des Kreises Steinfurt, zeigt auf die Behausung eines Waldunterstützers dem Specht.

    Foto: Jürgen Christ
  • Für den Laien auf den ersten Blick nicht sichtbar, für den Forstprofi eine klare Sache: Befallene Bäume von unten.

    Foto: Jürgen Christ
  • Revierförster Jan-Dirk Hubbert kontrolliert einen befallenen Baum. 

    Foto: Jürgen Christ
  • Heinz-Peter Hochhäuser, Leiter des Forstamtes des Kreises Steinfurt,(rechts) und Revierförster Jan-Dirk Hubbert demonstrieren die Vermaßung eines Polters.

    Foto: Jürgen Christ
  • Heinz-Peter Hochhäuser, Leiter des Forstamtes des Kreises Steinfurt (rechts) und Revierförster Jan-Dirk Hubbert, demonstrieren die Vermaßung eines Polters.

    Foto: Jürgen Christ
  • Bis zu 10000 Borkenkäfer pro Baum: Heinz-Peter Hochhäuser hält das Werk der kleinen Käfer in die Kamera des WN-Fotografen. 

    Foto: Jürgen Christ
  • Radfahrer und ein großer Polter wartet auf den Abtransport ins Sägewerk. 

    Foto: Jürgen Christ
  • Invasion der Borkenkäfer Foto: Jürgen Christ
  • Invasion der Borkenkäfer Foto: Jürgen Christ
  • Invasion der Borkenkäfer Foto: Jürgen Christ
  • Invasion der Borkenkäfer Foto: Jürgen Christ
  • Invasion der Borkenkäfer Foto: Jürgen Christ

Auch in der Phase danach hängt dann vieles vom Wetter ab. Durch die Niederschläge im Winter haben sich die Bäume mittlerweile vom Trockenstress des vergangenen Jahres erholt. „Fitte und vitale Bäume können sich gegen den neuen Borkenkäferbefall wehren“, sagte Blaschke. Gesunde Fichten würden den Borkenkäfer mit ihrem Harz abwehren. Bei längerer Trockenheit könne die Fichte aber kein Harz produzieren. Nach einem Bericht der „Task Force Käfer“ des Umweltministeriums besteht ein Drittel des Waldes in NRW aus Fichten. Mit Hochdruck werden zurzeit befallene Fichten geschlagen.

Die Waldbauern in NRW rechnen damit, dass sie mit Fichten 2019 kein Geld verdienen werden. „Die Kosten werden die Einnahmen aufzehren“, sagte Vorstand Eberhard von Wrede. Wegen des Überangebots von Fichtenholz durch das Sturmtief Frederike 2018 und durch den Borkenkäfer auch schon im vergangenen Jahr seien die Preise eingebrochen. Das Holz lasse sich höchstens noch als Industrie- oder Brennholz vermarkten.

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