Wildunfälle in Münsterland
Es kracht immer häufiger

Münster -

Jedes Jahr steigt die Zahl der Wildunfälle. Weil immer mehr Autos unterwegs sind und die Reviere der Tiere immer häufiger von Straßen durchschnitten werden. Jetzt, da es frühlingshaft warm wird, sind die Rehe, Hirsche, Wildschweine und Hasen besonders aktiv. Also: Augen auf.

Montag, 01.04.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 19:06 Uhr
Wildunfälle ereignen sich zumeist im Frühjahr. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Immer häufiger kommt es in ländlichen Gebieten zu gefährlichen Situationen, wenn Wildschweine, Rehe, Hirsche oder andere Wildtiere plötzlich über die Fahrbahn laufen. Die Folgen eines Zusammenstoßes zwischen Auto und Wild werden, so der Landesjagdverband NRW, oft unterschätzt: So entwickelt ein 20 Kilogramm schweres Reh bei ei­ner Kollision mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne.

32.000 große Wildtiere im Straßenverkehr getötet

Landesweit sind im Jagdjahr von April 2017 bis März 2018 insgesamt 32.000 große Wildtiere im Straßenverkehr getötet worden. Das geht aus einer Statistik des NRW-Umweltministeriums hervor. Das sind rund 5000 Tiere mehr als in der Saison 2014/15, wobei die Dunkelziffer groß ist. Zu den großen Wildtieren gehören Wildschweine, Rehe, Rotwild, Sika-, Dam- und Muffelwild.

Der Blick ins Münsterland

Der Blick ins Münsterland zeigt bei gleicher Tendenz ein differenziertes Bild. Im Kreis Warendorf kam es im Jagdjahr 2016/17 zu 3099 Wildunfällen, in der nachfolgenden Saison waren es bereits 3276. Spitzenreiter auch hier wie überall: Rehwild. Etwas anders sah es im Kreis Borken aus. 2016/17 verendeten dort 3997 Tiere bei Unfällen. Im Folge-Jagdjahr waren es 3922. Im Kreis Steinfurt sind die Zahlen von Januar bis Dezember sortiert, aber auch dann passt die Tendenz. 1956 Unfälle ereigneten sich 2015, 2018 waren es bereits 2262. Im Kreis Coesfeld verendeten in der Jagdsaison 2017/18 insgesamt 2194 Tiere bei Unfällen. Vergleichszahlen zur Sai­son 2015/16 gab es nicht.

Wie Wildunfälle verhindert werden könnten

Um die Gefahr von Unfällen mit Wildtieren zu reduzieren, rät der NRW-Jagdverband Autofahrern, die Wildwechsel-Schilder „ernst zu nehmen“ und wirbt im Schulterschluss mit ADAC und Naturschutzbund Deutschland dafür, die Biotope wieder besser zu vernetzten, „beispielsweise durch Grünbrücken“, so Gregor Klar, Naturschutzexperte beim Landesjagdverband. Als effektiver Schutz an von Wildwechsel betroffenen Straßen habe sich zudem die Installation von Reflektoren an Leitpfosten erwiesen, die das Licht der Autoscheinwerfer in den Wald lenken.

Der beste Schutz sei jedoch die Vorsicht. Auf Waldstrecken oder solchen mit schlecht einsehbaren Straßenrändern gelte: Fuß vom Gas und immer bremsbereit sein, erklärt der ADAC.

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