Pausenhof der Marienschule
Zaun gegen Alkohol- und Drogenkonsum

Ahlen -

Tagsüber vergnügen sich Grundschulkinder auf dem Pausenhof der Ahlener Marienschule. Abends übernehmen Jugendliche mit Alkohol und Drogen. Jetzt ist das Gelände umzäunt – und das Thema ein politisch heiß diskutiertes.

Mittwoch, 03.04.2019, 18:30 Uhr
Rundum eingezäunt: Auf dem Gelände der Marienschule liege wohl einiges im Argen, beklagte Petra Pähler-Paul im Stadtrat. Foto: Ulrich Gösmann

Abendliche Alkohol- und Drogenrunden. Und: Dealer auf dem Pausenhof der Marienschule. Doch: „Der Bau eines Zaunes kann nicht die Antwort von Konfliktlösung sein, die ich mir von der Verwaltung gewünscht hätte“, kritisierte Petra Pähler-Paul (Grüne) am Dienstagabend im Stadtrat. Den Zaun hatten andere auf die Tagesordnung gesetzt: Die SPD mit ihren Fragen an den Bürgermeister.

Wer plante und autorisierte? Welche Kosten? Welche Hintergründe? Bürgermeister Dr. Alexander Berger berichtete von Jugendlichen, die es in den Abendstunden mit Alkohol und Drogen auf den Spielplatz des Pausenhofes gezogen habe. „Die Ordnungsabteilung war nachts mehrfach da.“ Ohne Erfolg. Die Verwaltung haben sich daraufhin entschieden, den Zaun zu errichten. Sämtliche Schulen seien inzwischen umzäunt. die Overbergschule in Planung. Die bisherigen Rückmeldungen hätten gezeigt, dass es zu einer erheblichen Verbesserung der Situation gekommen sei.

Die Maßnahme, so Berger weiter, habe das ZGM durchgeführt. Kosten: 25 650 Euro in Summe, finanziert aus den laufenden Mitteln. In Arbeit sei aktuell, einen Schließdienst zu beauftragen, der das Gelände abends abschließe. Im Moment drehe noch der Hausmeister um 16.30 Uhr den Schlüssel um.

Ich bin erstaunt, dass es hier einen Brennpunkt gibt.

Petra Pähler-Paul

Petra Pähler-Paul formulierte ihre Verwunderung: „Ich bin erstaunt, dass es hier einen Brennpunkt gibt.“ Alkohol, Drogen, Verwahrlosung: „Ich hätte mir gewünscht, dass das hier im Ausschuss besprochen wird.“ Stattdessen eigenmächtiges Handeln der Verwaltung. Für die FWG warf Sylvia Hillebrand die Frage in den Raum, ob es in Ahlen zu wenig Plätze gebe, an denen junge Menschen erwünscht seien. Keine Antworten.

Gabi Duhme rechtfertigte die SPD-Anfrage mit zwei vergeblichen Anläufen der Nachfrage in den Ausschüssen. „Wir haben aber einfach keine Antwort bekommen.“ Und: „Das gehört in den Ausschuss.“ Für einen Schmunzler sorgte ein Versprecher von Erhard Richard: „Selbstverständlich sind wir von der CDU/CSU-Fraktion dafür, dass Maßnahmen durchdacht sind.“

Sprung in die Spritze im Spielplatz-Sand?

Rolf Leismann war die Diskussion zu viel: „Wenn es ein Geschäft der laufenden Verwaltung war, dann ist es so.“ Punkt und Schluss! Pähler Paul widersprach energisch: Für sie sei das kein laufendes Geschäft der Verwaltung. „Hier liegt was im Argen!“

Martina Maury begrüßte „als Mutter von Kindern sehr, dass der Zaun jetzt da ist.“ Die Vorstellung, dass eines der Kinder von einem Spielgerät in eine gebrauchte Spritze springen könnte, beunruhige sie schon.

Bürgermeister Alexander Berger schloss mit beruhigenden Worten: Die Marienschule sei eine sehr gute Schule mit gutem Umfeld. Niemand aus der Elternschaft müsse ein schlechtes Gefühl haben. Die Verwaltung werde die Politik über den Brennpunkt auf dem Laufenden halten.

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