Tränengas-Schuss in der Gesamtschule
Ging die Waffe im Rucksack des Schülers von alleine los?

Gronau -

Neuer Ermittlungsstand im Zusammenhang mit dem Schuss aus einer Tränengaspistole an der Gesamtschule Gronau: „Nach den bisherigen Vernehmungen stellt es sich so dar, als sei der Schuss nicht aktiv durch den Schüler selbst abgegeben worden, sondern habe sich – wodurch auch immer – in seinem Rucksack gelöst“, teilte Polizeisprecher Thorsten Ohm am Freitag auf Nachfrage mit.

Freitag, 05.04.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 22:36 Uhr
Durch einen Schuss aus einer Schreckschusspistole – hier ein Symbolfoto – sind am Dienstag Schüler und Lehrer der Gronauer Gesamtschule leicht verletzt worden. Jetzt gibt es bei den Ermittlungen einen neuen Sachstand. Foto: Oliver Kllig/dpa

Durch das Tränengas, das dabei in einem Treppenhaus der Gesamtschule freigesetzt wurde, erlitten am Dienstag (wie berichtet) 17 Schüler und zwei Lehrer Reizungen der Augen und der Atemwege. Sie wurden zum Teil im Krankenhaus ambulant behandelt.

Tatverdächtig ist ein 15-jähriger Schüler, der – so Polizeisprecher Ohm weiter – die Schreckschusswaffe vermutlich mit in die Schule gebracht hatte, um damit vor Mitschülern anzugeben.

Der Hergang des Zwischenfalls, wonach sich der Schuss im Rucksack gelöst habe, als der Schüler allein in einem Treppenhaus der Schule gewesen sein will, erscheine den Ermittlern nach dem derzeitigen Stand der Vernehmungen durchaus glaubhaft, so Ohm. Weitere Erkenntnisse seien möglicherweise durch eine kriminaltechnische Untersuchung des Rucksacks zu gewinnen. „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen“, so Ohm.

Weitere Ermittlungen

Welche rechtlichen Konsequenzen der Vorgang für den 15-jährigen Tatverdächtigen haben könnte, ist noch offen. Ermittelt wird gegen ihn nach Angaben der Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Auch die Schule wird schulische Maßnahmen gegen den Verursacher des Vorfalls prüfen, will aber zunächst das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen abwarten. Das machte Schulleiterin Ursula Steuer im Gespräch mit der Redaktion deutlich. „Der Vorgang darf nicht bagatellisiert werden“, so Steuer. Gleichwohl sei sie am Tag des Zwischenfalls erleichtert gewesen, als sich herausgestellt habe, dass es keine Bedrohungslage gegeben habe. „Niemand ist persönlich bedroht worden“, so Steuer. Auch habe niemand den Verursacher mit der Waffe in der Hand gesehen.

Notwendige Maßnahmen ergriffen

Nach dem Schuss seien durch die Schulverantwortlichen die notwendigen Maßnahmen eingeleitet worden, eine Panik habe es nicht gegeben. „Teilweise haben die Schüler – etwas die Jahrgänge fünf bis acht – den Vorfall gar nicht mitgekommen, die Nutzung anderer Räume war nach zwei Stunden wieder möglich“, so Steuer.

Die Schulleiterin selbst war nach eigenen Angaben nach dem Schuss als Erste in dem betroffenen Flur und wurde in der Folge – wie 17 Schüler und ein weiterer Lehrer – selbst auch im Krankenhaus behandelt.

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