Explosion in Lüdinghausen
Anklageerhebung wegen versuchten Mordes auf Campingplatz

Lüdinghausen -

Gasflasche bei brennender Kerze aufgedreht - die Staatsanwaltschaft Münster wirft einem 55-Jährigen versuchten Mord vor. In der Anklageschrift beschreibt sie das Vorgehen des Angeschuldigten auf dem Campingplatz in Lüdinghausen.

Dienstag, 04.06.2019, 09:43 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 10:05 Uhr
Ein Wohnwagen sowie ein angrenzendes Holzhaus brannten auf dem Campingplatz Kanalküste am 10. März komplett nieder. Foto: ben

Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen den 55-Jährigen Anklage erhoben, über deren Zulassung jetzt das Landgericht Münster zu entscheiden hat. Die Liste der Anklagepunkte ist lang: versuchter Mord, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit versuchter Todesfolge sowie besonders schwere Brandstiftung mit versuchter Todesfolge.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 55-jährigen Angeschuldigten vor, am 10. März 2019 gegen 22.00 Uhr in einem von zwei angemieteten Wohnwagen, die er auf einer Parzelle des Campingplatzes in Lüdinghausen abgestellt hatte, eine 10-Liter-Gasflasche aufgedreht und dann den Wohnwagen bewusst bei brennender Kerze verlassen zu haben.

Reisepass und einen Rollkoffer mitgenommen

„Hierbei nahm der Angeschuldigte unter anderem seinen Reisepass und einen Rollkoffer mit persönlichen Gegenständen mit”, heißt es in einer Pressemitteilung. Neben der aufgedrehten Gasflasche befanden sich demnach eine weitere Gasflasche im Wohnwagen sowie zwei Gasflaschen im ebenfalls gemieteten Holzanbau.

Nach Bewertung der Staatsanwaltschaft nahm der Angeschuldigte dabei in Kauf, dass es „zu einer von ihm nicht beherrschbaren Explosion und Vollbränden” kommen würde. Nach Ansicht der Anklagebehörde billigte der Angeschuldigte damit auch, dass die nur 15 Meter entfernt wohnenden und möglicherweise schlafenden Nachbarn durch das Brand- und Explosionsgeschehen hätten tödlich verletzt werden können. Mit dieser Todesgefahr soll sich der Angeschuldigte letztlich abgefunden haben.

Brand auf Campingplatz

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  • Auf dem Campingplatz in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und eine Hütte in Brand. Auf dem Campingplatz in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und eine Hütte in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Flammen.

    Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Flammen.

    Foto: Andre Braune
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Flammen. Im Folgenden weitere Bilder vom Einsatzort.

    Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und eine Hütte in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und eine Hütte in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: Andre Braune
  • Auf dem Campingplatz in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und eine Hütte in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und eine Hütte in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und eine Hütte in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: Andre Braune
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: Andre Braune
  • Auf dem Campingplatz in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und eine Hütte in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: Andre Braune
  • Auf dem Campingplatz in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und eine Hütte in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: Andre Braune
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: Andre Braune
  • Auf dem Campingplatz in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und eine Hütte in Brand. Foto: ben
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: Andre Braune
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: Andre Braune
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: Andre Braune
  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Brand. Foto: Andre Braune

Vorwurf im Wesentlichen eingeräumt: „Kurzschlusshandlung“

Kurz nach Verlassen des Wohnwagens kam es zu einer Explosion des Gas-Luftgemischs und zu einer Druckwelle. Der Wohnwagen fing Feuer. Durch den Brand wurden beide Wohnwagen und ein Holzanbau zerstört. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt.

Der Angeschuldigte hat in seiner polizeilichen Vernehmung den Vorwurf im Wesentlichen eingeräumt. Er hat angegeben, sich in einer für ihn ausweglosen Lage befunden zu haben und die vorgeworfene, von ihm als „sinnlos“ bezeichnete Tat, sei eine „Kurzschlusshandlung“ gewesen. Ein konkretes Reiseziel habe er nicht gehabt und sich über die Folgen seines Handelns keine Gedanken gemacht.

Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklageschrift davon aus, dass der Angeschuldigte uneingeschränkt schuldfähig ist.

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