B 64n
„Wir brauchen diese Straße“

Herzebrock-Clarholz -

Neuer Schwung für den Bau der B 64n: Unternehmer, Verbände, Kammern und Kreise haben ein „Regionales Bündnis für die B 64n" gegründet. Am Freitag unterschrieben die Vertreter ein Memorandum. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst nahm es persönlich entgegen.

Freitag, 07.06.2019, 17:48 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 19:50 Uhr
Im Beisein von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (Mitte) unterzeichneten Dr. Benedikt Hüffer (IHK Nord Westfalen, l.) und sein Amtskollege aus Ostwestfalen, Wolf D. Meier-Scheuven, als Erste das Memorandum. Foto: Elmar Ries

Im Beisein von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) ist am Freitag in Herzebrock-Clarholz ein „Regionales Bündnis für die B 64n“ aus der Taufe gehoben worden. 25 Unternehmen, Verbände, Kammern, Kreise und der DGB Münsterland unterzeichneten ein Memorandum, mit dem sie ihrer Forderung nach einem zügigen Neu- und Ausbau der B 64 zwischen dem Münsterland und Ostwestfalen Nachdruck verleihen wollen. Der „Ausbauzustand und zahlreiche Ortsdurchfahrten verhindern bis heute, dass diese Straße die ihr zugedachte überregi­onale Verbindungsfunktion ausreichend erfüllen kann“, heißt es in dem Dokument.

"Standortfaktor für Unternehmen“

Die beiden Wirtschaftsregionen und mit ihnen die Großstädte Münster und Bielefeld „sind auf eine Art und Weise miteinander verbunden, die zwei so starken Regionen nicht gerecht wird“, sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, Dr. Benedikt Hüffer. Die Straße sei „ein wesentlicher Standortfaktor für Unternehmen“, ergänzte sein Amtskollege von der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Wolf D. Meier-Scheuven. Die neue Straße helfe, „Westfalen zu stärken“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Hund.

Minister Wüst unterstrich die Bedeutung der B 64n, die im Bundesverkehrswegeplan 2030 im vordringlichen Bedarf und damit höchstmöglich gelistet ist. „Wir brauchen diese Straße“, sagte er und begrüßte den Rückenwind aus der Region. „Dass hier ein so breites Bündnis für den Bau der B 64n entsteht, freut mich besonders“, sagte er. Die Unterzeichner bewiesen „Haltung“.

Verständnis für Kritik

Das sehen natürlich nicht alle so. Sowohl Hüffer also auch Meier-Scheuven und Wüst zeigten Verständnis für die Kritiker des Projektes. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagte Hüffer.

Vertreter des Bündnisses betonten ausdrücklich, sich der Diskussion stellen zu wollen und dabei auch die Vorteile der besseren Verbindung zwischen dem Münsterland und Ostwestfalen, aber auch neue Gestaltungsmöglichkeiten für die dann vom Verkehr erheblich entlasteten Ortszentren zu verdeutlichen.

Dass der Ausbau kommt, in dessen Rahmen eine kreuzungsfreie Verbindung entsteht, bei der sich zweispurige und einspurige Abschnitte abwechseln und Warendorf, Beelen sowie Her­zebrock-Clarholz umgangen werden, machte indes der Minister deutlich, er sei jedoch offen in der Frage der Varianten. Fest stehe, dass bei dem Projekt mit Grund und Boden sparsam umgegangen werde. „Es soll jetzt keiner glauben, hier ist heute die Betonfraktion aufmarschiert“, sagte er.

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