Grundsätzlicher Beschluss
Ochtrup macht den Weg für Krematorium frei

Ochtrup -

In Ochtrup soll ein Krematorium gebaut werden. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hat der Stadtrat am Donnerstag verabschiedet. Dieser Beschluss ist nötig, weil in NRW nur Gemeinden und Religionsgemeinschaften Friedhöfe und Krematorien anlegen und unterhalten dürfen.

Freitag, 05.07.2019, 18:04 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 21:50 Uhr
(Symbolbild) Foto: dpa

Dieses Recht können die Träger aber auf andere, auch private Investoren übertragen. Deshalb musste der Rat eine grundsätzliche Entscheidung treffen, ob in Ochtrup ein Krematorium gewollt ist oder nicht.

Die Pläne einer Investorengruppe, das Krematorium zu bauen, spalten schon länger die Ochtruper. Eine entsprechende Bauvoranfrage für einen ersten Standort hatte der Kreis Steinfurt genehmigt. Dagegen reichten die Caritaswerkstätten Langenhorst als direkter Nachbar Klage ein. Daraufhin machten sich die Investoren auf die Suche nach einem neuen Grundstück und wurden im Industriegebiet „Am Langenhorster Bahnhof“ fündig.

Dafür beantragten die Investoren die Änderung des Bebauungsplans. Denn: „Die Errichtung eines Krematoriums in einem Industrie- oder Gewerbegebiet ist nicht so ohne Weiteres möglich“, sagt Ochtrups Bauamtsleiterin Karin Korten. Eine Entscheidung steht noch aus.

Im Fokus steht dabei der pietätvolle Umgang mit den Toten und die Frage, ob dies in einem Industrie- oder Gewerbegebiet möglich ist. Dabei macht es einen Unterschied, ob sich etwa ein Entsorgungsunternehmen direkt neben dem geplanten Krematorium befindet oder zum Beispiel eine Gärtnerei.

Christian Jäger, Geschäftsführer des Bestatterverbands in Nordrhein-Westfalen, geht beim Bedarf nach Krematorien von einer „gewissen Sättigung aus“, wie er unserer Zeitung sagte. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Bestatter sind seit 2010 etwa 20 solcher Anlagen bundesweit eröffnet worden. Damit sei ihre Gesamtzahl auf rund 150 gestiegen. Im Münsterland waren in den vergangenen Jahren mehrere Versuche gescheitert, ein Krematorium zu bauen – unter anderem in Nottuln, Steinfurt und Altenberge.

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