Dubiose „Kaffeefahrt“
Polizei Coesfeld ermittelt wegen Betruges

Nottuln -

Die Verkaufsveranstaltung liegt schon gut neun Wochen zurück. Jetzt hat die Bild-Zeitung eine dubiose „Kaffeefahrt“ mit dem Ziel Nottuln zum Gegenstand einer Berichterstattung gemacht.

Montag, 08.07.2019, 19:02 Uhr aktualisiert: 08.07.2019, 19:28 Uhr
(Symbolbild) Foto: Klaus de Carné

Seit Jahrzehnten mahnen Polizei und Verbraucherschützer die Bürger, bei sogenannten „Kaffeefahrten“ besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit walten zu lassen. Denn die Veranstalter werben häufig mit hochwertigen Gratiszugaben, mit besonderen Produkten und Dienstleistungen zu einem angeblich sehr günstigen Preis. „Hier geht es nicht um eine günstige Tagesfahrt, sondern vor allem ums Geschäft“, erklärt die Verbraucherzentrale in einer Info-Broschüre. Die „Schnäppchen“, die man im normalen Handel nicht erwerben kann, entpuppten sich meist als überteuert. Viele Produkte seien zudem von minderer Qualität oder erwiesen sich schlichtweg als nutzlos.

Die Bild-Zeitung machte eine solch dubiose Kaffeefahrt, die bereits vor gut neun Wochen im Saal einer Nottulner Gaststätte stattgefunden hat, am Montag (8. Juli) zum Gegenstand eines Berichtes.

Pensionierter Kriminalbeamter informiert Polizei

Die geschilderte Verkaufsveranstaltung fand am 2. Mai (Donnerstag) in Nottuln statt, bestätigten Polizei Coesfeld und das Ordnungsamt der Gemeinde Nottuln. Unter den Teilnehmern dieser Veranstaltung habe sich ein pensionierter Kriminalbeamter befunden. Als dieser betrügerische Handlungen erkannte, wurde die Polizei informiert. Die rückte zusammen mit dem Ordnungsamt der Gemeinde zum Veranstaltungsort aus.

Nach Angaben des Ordnungsamtes handelt es sich bei solch einer Veranstaltung um ein sogenanntes „Wanderlager“, für das die Bestimmungen der Gewerbeordnung gelten. Danach sind solche Verkaufsveranstaltungen 14 Tage vorher bei der Gemeinde anzumelden. Da eine solche Anmeldung nicht vorlag, stoppte das Ordnungsamt sofort die Veranstaltung.

Bußgeld bis zu 5000 Euro möglich

Die Gemeinde hat ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren wegen Verstoßes gegen die Gewerbeordnung eingeleitet. Laut Gewerbeordnung wäre ein Bußgeld bis zu 5000 Euro möglich. Die Polizei Coesfeld hat ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges aufgenommen. Beide Verfahren laufen noch, der Ausgang ist ungewiss.

„Die Bürger sollten sich im Klaren darüber sein: Es hat keiner etwas zu verschenken“, sagt Rolf Werenbeck-Ueding, Sprecher der Polizei Coesfeld. Bei derartigen Verkaufsveranstaltungen wolle jemand Geld verdienen. „Die Teilnehmer solcher Kaffeefahrten sollten ein gesundes Maß an Vorsicht walten lassen.“ Nach Angaben der Polizei gehören Einsätze wie der in Nottuln nicht zum Alltagsgeschäft. Etwa ein bis zwei Mal im Jahr werde die Polizei zu so einer Veranstaltung im Kreisgebiet gerufen.

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