Kritik an Bahn und Verwaltung
Endstation Gronau?

Gronau -

Herbert Krause lässt in Sachen Bahn(hof) nicht locker: „Endstation Gronau? Updates für unseren lokalen Bahnhof“ ist der mehrseitige Antrag überschrieben, den seine Fraktion „Pro Bürgerschaft/Piraten“ in den Haupt- und Finanzausschuss einbringt. Die nächste Sitzung des Gremiums ist morgen; doch Krause beantragt selbst, das Thema auf die Oktober-Sitzung zu verlegen. Dann allerdings erwartet er konkrete Vorschläge, wie zu den von ihm angeführten Problemen vorgegangen werden soll.

Dienstag, 03.09.2019, 08:00 Uhr
Die Fahrkartenautomaten sind auf den Bahnsteigen in Gronau abgebaut worden. Die Vorteile, die sich die Bahn davon versprochen haben mag, sind offensichtlich nicht eingetreten. Foto: Klaus Wiedau

Und das sind einige: Krause kritisiert Vandalismus, Müll und die Missachtung des Rauchverbots. Maßnahmen wurden angekündigt, städtische Gremien fassten Beschlüsse. Doch von der angeregten Ordnungspartnerschaft für den Bahnhof sei auch ein Jahr danach nichts zu sehen, so Krause. Auch den Einsatz von Sicherheitspersonal durch die DB in den Abendstunden am Wochenende regt er an.

Die Radstation ist ein weiterer Kritikpunkt. Auch dort gehe es nicht voran. Ein chipgestütztes Zugangssystem sollte eingeführt werden. Umgesetzt ist es bislang nicht.

Über die Themen Haltepunkt Gronau-Ost und Eper Bahnhof wurde erst in den vergangenen Wochen in den WN berichtet.

Krause legt auch den Finger in die Service-Wunde: Der Abbau der Fahrkartenautomaten auf den Bahnsteigen habe nicht zu den gewünschten Effekten geführt. „Umherlungernde Personen am Automaten versuchen meist erfolgreich, durch langes Klicken am Automaten einen letztendlichen Ticketkauf zu vermeiden“, so Krause. Taschendiebe nutzten den schmalen Gang zwischen Eingang, Toilette und Automat zum schnellen Griff in fremde Jacken. Der Automat wechsele bei größeren Beträgen häufig nicht korrekt. Auch die Kartenzahlung funktioniere oftmals nicht.

Das Problem sei bei der Bahn offenbar bekannt – abgeholfen werde ihm nicht. Gerade ältere Fahrgäste kämen mit dem Automaten im Zug nicht zurecht, so Krause. Sie wollen Sicherheit vor Fahrtantritt – der Kauf eines Tickets am Schalter kostet aber 2,50 Euro mehr.

Weiteres Problem: In Gronau kann man nicht mit einer niederländischen Chipcard einchecken. Was im Einzelfall zu Nachteilen führen kann.

Krause schlägt zudem die Einführung eines Driland-Tickets vor, wie es in der Euregio Rhein-Maas bereits existiert. Dort kann man mit einem Tagesticket zwischen Aachen, Maastricht und Lüttich alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Neben dem günstigen Preis spreche die Nutzerfreundlichkeit für ein derartiges Ticket.

Die Anschlüsse an den Fernverkehr in Enschede sind alles andere als optimal. Wer von Gronau in den Intercity nach Amsterdam möchte, muss 20 Minuten warten. Und über ausfallende oder verspätete DB-Züge gibt es auf den Stationen in Enschede keinerlei Lautsprecher-Informationen.

Krauses Fraktion möchte, dass die Verwaltung sämtliche Problemfelder bis Oktober vorbereitet und Vorschläge zum weiteren Verfahren und zur Abstellung der Mängel beziehungsweise Umsetzung zur weiterer Beschlussfassung aufzeigt.

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