Hol- und Bringzone an der Josefgrundschule
Elterntaxi gefährdet Sicherheit

warendorf -

Verkehrschaos an den Schulen. Dort, wo eigentlich die Kinder sicher über die Straße gehen sollen, knubbelt sich der Verkehr. Jeder möchte das eigene Auto möglichst nah am Eingang parken, damit das Kind direkt aussteigen kann. Die sogenannten „Elterntaxen“ werden immer populärer. Doch wieso?

Mittwoch, 04.09.2019, 06:00 Uhr
Vielen Eltern bringen ihre Kinder mittlerweile mit dem Auto direkt bis vor die Schultür. Sie sorgen für ein Verkehrschaos vor den Schulen und gefährden die Sicherheit der anderen Schüler. Eine Hol- und Bringzone soll an der Josefschule für eine Entzerrung des Verkehrs sorgen. Foto: obs

Hierfür gibt es mehrere Ansätze: Eltern möchten nur das Beste für ihre Kinder. Sie sollen glücklich und gesund sein. Für viele Eltern birgt daher der Straßenverkehr eine besondere Gefahr für die Kinder, sodass sie zum Auto greifen, um das eigene Kind bis vor das Schultor zu fahren. Ein weiterer Grund ist Zeitmangel. Schulbeginn ist viertel vor acht, Arbeitsbeginn um acht. Mit dem Auto geht es schneller und komfortabler. Das Resultat ist jedoch das gleiche: Zum Schulbeginn entsteht ein absolutes Chaos und ein erhöhtes Unfallrisiko.

Um dies zu entwirren, hat die Josefgrundschule gemeinsam mit den Eltern vor zwei Jahren ein neues Konzept etabliert. „Einige Meter entfernt haben wir eine Hol- und Bringzone eingerichtet. Dort halten die Autos und die Kinder müssen nur noch eine kurze Strecke zum Schulgebäude zu Fuß zurück legen“, erklärte Mona Veit aus dem Schulleitungsteam. „Sicherheit geht vor, und das Chaos war ein Gefahrenschwerpunkt“. Neben den beschriebenen Zonen stand unter anderem auch ein „Walking Bus“ zur Diskussion. Das Elterntaxi bevorzugten jedoch die meisten, sodass sich gemeinschaftlich für diese Lösung entschieden wurde.

Wissenschaftler, Lehrer und Sicherheitsexperten sind hingegen der Meinung, dass Kinder aktiv am Verkehrsleben teilnehmen sollten. Studien belegen sogar, dass die tägliche Bewältigung des Schulweges eine Reihe an positiven Effekten auf die Entwicklung des Kindes hat. Durch die ausschließliche passive Teilnahme am Straßenverkehr sind die Kinder im Ernstfall überfordert und können Gefahrensituationen schlecht oder gar nicht einschätzen.

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