Gemeinsamer SB-Standort von Volksbank und Sparkasse in Davensberg
Automaten übernehmen die Arbeit

Davensberg -

Die Kunden der Geldinstitute wickeln immer mehr Geschäfte online, mobile oder an Terminals von Volksbank und Sparkasse ab. Im kleinen Davensberg muss das ab 4. November reichen, wenn die beiden Institute nur noch mit einem gemeinsamen SB-Standort vertreten sein werden.

Dienstag, 03.09.2019, 18:00 Uhr
Herbert Holzhinrich und Christiane Reher von der Volksbank Ascheberg-Herbern präsentierten gestern mit Jürgen Barrey und Norbert Hypki von der Sparkasse Westmünsterland die gemeinsamen Pläne, die zum 4. November umgesetzt werden. Foto: Heitbaum

Noch liegen die Filialen der Volksbank Ascheberg-Herbern und der Sparkasse Westmünsterland an der Davensberger Burgstraße ein paar Meter auseinander. Ab 4. November werden die Kunden beider Institute einen gemeinsamen SB-Standort nutzen. Beschäftigte der Institute werden sie in der dann umgebauten Volksbank nicht mehr antreffen.

Beim Umbau vor fünf Jahren hat Volksbank-Vorstand Herbert Holzhinrich noch das hohe Lied vom Bekenntnis zum Standort Davensberg gesungen. Aber auch am kleinen Davertdorf gehen rasante Veränderungen nicht vorbei: Immer mehr Kunden wickeln ihre Geschäfte online oder mobil ab. Die Zahl Menschen, die an den Terminals erledigen, was zu tun ist, steigt. Die Gesichter von Sparkasse und Volksbank wurden immer seltener gefragt. „Wir sind mit der Filiale betriebswirtschaftlich unter Wasser unterwegs gewesen“, sagt Holzhinrich.

Ein zweiter Aspekt kommt hinzu. Norbert Hypki, Vorstandsmitglied der Sparkasse Westmünsterland, macht dafür die „Grausamkeiten der Regulatorik, die keine Grenzen kennt“ verantwortlich. Kunden zu beraten, sei mit immer komplexeren Prozessen verbunden. Das könne für alle Bereiche ein Allrounder kaum mehr leisten. An den größeren Standorten lasse sich eine hierfür nötige Beratungsqualität besser bereitstellen.

Weil beide Geldinstitute mit den gleichen Problemen konfrontiert sind, folgten sie der Lösung, die in anderen kleinen Orten (Vinnum, Bösensell) schon umgesetzt wurde. Im Gespräch sei man mit der Sparkasse deswegen schon länger gewesen, berichtet Holzhinrich. Selbst vor zwei Jahren habe man sich aber noch anders entschieden. Doch der Wandel lässt sich nicht nur nicht aufhalten, er geht beschleunigt weiter.

Am 4. November wird nun in der dann alten Volksbank ein SB-Standort geöffnet. Darin befinden sich: ein Geldautomat, den Kunden beider Institute nutzen können, und zwei SB-Terminals, einer für Sparkassen-, der andere für Volksbank-Geschäfte. Wer damit Probleme hat, muss nach Ascheberg fahren, Mitarbeiter der Institute werden nicht mehr vor Ort sein. Die, so versicherte die Runde mit Holzhinrich, Hypki, Christiane Reher und Jürgen Barrey, wenigen Kunden, denen das Probleme bereite, würden Lösungen etwa in der Familie finden. „Wir haben vor der Entscheidung einen Monat notiert, was tatsächlich in Davensberg gefragt war. In vier Wochen sind 15 Belege angenommen worden“, erklärt Reher.

In der gemeinsamen Pressemitteilung versprechen die Institute auch, Gespräche könnten in Ascheberg bei den Kunden zu Hause vereinbart werden. Die Mitarbeiter aus Davensberg würden an die jeweiligen Standorte in Ascheberg wechseln. Weitere Informationen sind den Kunden gestern in knappen Schreiben zugegangen.

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