Fortsetzung des Prozesses um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern
Ein Haftbefehl aufgehoben

Everswinkel/Münster -

Sehr kurz gestalteten sich die Verhandlungstage neun und zehn vor dem Landgericht Münster im Prozess gegen zwei Münsteraner und einen Everswinkeler wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. An beiden Verhandlungstagen war die Öffentlichkeit erneut ausgeschlossen worden.

Donnerstag, 03.10.2019, 07:42 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 07:50 Uhr

Am Dienstag waren die beiden Mitangeklagten – ein 50-jähriger Münsteraner und der 52-jährige Everswinkeler – noch einmal vernommen worden, wie Richter Dr. Steffen Vahlhaus, Pressesprecher am Landgericht, auf WN-Anfrage erläutert. Neue Erkenntnisse haben sich daraus offenbar nicht ergeben. Zudem seien zwei Beweisbeschlüsse beschieden worden.

Aufgehoben wurde inzwischen der Haftbefehl gegen den 50-Jährigen, da der dringende Tatverdacht nach dem derzeitigen Stand der Beweisaufnahme nicht zweifelsfrei bestehe. Er wurde auf freien Fuß gesetzt, die Anklage bleibt indes bestehen. Nachdem Angaben des 38-jährigen Hauptangeklagten im Verfahren in Zweifel gezogen worden waren, verwies dessen Verteidigerin auf die Aussagen ihres Mandanten seinerzeit bei der Polizei und beantragte, den vernehmenden Polizeibeamten noch einmal vorzuladen. Eine erneute Vernehmung erfolgte aber nicht.

Laut Vahlhaus sei noch nicht absehbar, wann die Beweisaufnahme in dem Prozess abgeschlossen sein wird. Derzeit laufen demnach noch Ermittlungen zur Tatzeit, und die Präsentation der psychologischen Gutachten für die beiden angeklagten Münsteraner steht noch aus. Das des 52-jährigen Everswinkelers war Gegenstand des siebten Verhandlungstages in der vergangenen Woche gewesen. Eine erneute Vernehmung der betroffenen Kinder sei nach derzeitigem Stand nicht geplant. Bedingt durch Herbstferien und terminliche Zwänge wird der Prozess am 28. Oktober fortgesetzt.

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