ASU-Ausschuss spricht sich für Standort an der Barkenstraße aus
Denkmalschutz contra Toilette

Greven -

Neben der Villa an der Marktstraße 40 könnte nach dem Willen des ASU-Ausschusses ein Toilettenhäuschen entstehen. Die Denkmalschützer des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe sind allerdings nicht begeistert davon.

Samstag, 05.10.2019, 08:51 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 11:22 Uhr
Foto: Marie Rolvering

Man kann‘s ja noch mal probieren: Zum dritten Mal (inoffizielle Zählung) schlug der Fachbereich Stadtplanung dem ASU-Ausschuss jetzt den gleichen Standort für eine öffentliche Toilette in Marktnähe vor. Nämlich neben der Ausfahrt des Parkhauses an der Martinischule.

Und zum dritten Mal lehnte der Ausschuss ab. Diesmal mit der konkreten Forderung, einen Alternativstandort zu entwickeln. Fred Laufenburg, als Vorsitzender des Seniorenbeirats dabei, zeigte sich besonders ungehalten: „Wir hatten einen Ortstermin und waren uns alle einig, dass die Barkenstraße der ideale Ort wäre.“

Der ideale Ort für das stille Örtchen war nämlich im September beim zweiten Ausschuss-Außentermin an der Barkenstraße ausgeguckt worden. Dort, wo heute ein Fahrradständer ist, der künftig noch deutlich erweitert werden soll. Hier wäre, fanden einvernehmlich auch Peter Borggreve (Grüne) und Johannes Hennigfeld (CDU) der „adäquate, naheliegende Standort“.

In der Vorlage aus dem Rathaus wird allerdings auf einen Einwand der Denkmalschützer des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe hingewiesen. Aus denkmalsschützerischen Gründen zeigten die ihre Bedenken gegen die Barkenstraße an. Einerseits, weil der Straßenzug historisch von Bedeutung ist. Andererseits, weil die Villa Kalbhen (1855) an der Marktstraße 40 mit stilbildenden Elementen zur Barkenstraße hin sichtbar ist. Ein Klohaus würde den Eindruck vermasseln.

„Uns wurde gesagt, die Barkenstraße sei eine öffentliche Fläche“, meinte dagegen Mechtild Hemmen von der FDP. Und Johannes Hennigfeld fragte nach, was denn wohl die Gründe der Denkmalschützer seien. Die vorhandene Backsteinumgrenzungsmauer dürfte wenig historisch sein.

Warum die Villa überhaupt ein Denkmal sei, wollte überdies Fred Laufenburg wissen, „da ist ja gar keine Plakette dran.“ Worauf ihn Hinnerk Willenbrink vom städtische Fachbereich darauf hinwies, dass ein Denkmal auch ohne Plakette ein Denkmal sein könne.

Fazit: Der Ausschuss beschloss, den Standort an der Barkenstraße zu realisieren. Wie Jürgen Diesfeld (CDU) ergänzte, „mit dem höchsten Anspruch an die Außengestaltung“.

Das ist nun der zweite Schritt. Erst jetzt, nach dem Standortbeschluss des ASU, werden sich die Stadtplaner gemeinsam mit den TBG mit der Gestaltung der öffentlichen Toilette befassen.

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