Laerer setzen Bürgermeister Peter Maier vor die Tür
Abgang ohne jeden Kommentar

Laer -

60 Prozent der Wähler stimmten gegen Peter Maier. Nach seiner Abwahl verließ Laers Bürgermeister das Rathaus ohne Kommentar. Am Dienstag ist sein letzter Arbeitstag.

Sonntag, 10.11.2019, 21:07 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 07:05 Uhr
Peter Maier verfolgte das Einlaufen der Wahlergebnisse im Ratssaal mit versteinertem Gesicht. Als das Endergebnis da war, wählte der Noch-Bürgermeister einen stillen Abgang. Foto: Axel Roll

Drei, vier verhaltene Klatscher, ein anschwellendes Stimmengemurmel – das war es schon. Abwahlbefürworter wie -gegner machten um 18.40 Uhr, als das Endergebnis auf die Leinwand projiziert wurde, aus ihrem Herzen eine Mördergrube. Dabei hätte die Abwahl-Allianz allen Grund zum lautstarken Jubel gehabt.

Der umstrittene Peter Maier war nämlich gerade mit einer Mehrheit von 60 Prozent der Stuhl vor die Rathaustür gesetzt worden. Dem Noch-Verwaltungschef selbst genügte ein kurzer Blick auf die Endergebnis-Grafik. Dann machte er auf dem Absatz kehrt, bahnte sich den Weg zur Ratssaal-Tür und verschwand in der Dunkelheit. Ohne seine Niederlage zu kommentieren.

Mehrheit in Holthausen für Maier

Dabei begann der Abend vielversprechend für die Anhänger des gebürtigen Franken. Die Stimmen aus dem Ortsteil Holthausen, die Hochburg der Maier-Fans, waren als erste ausgezählt. 60 Prozent votierten dort für einen Verbleib im Amt. Elke Schuchtmann-Fehmer, Fraktionschefin der Grünen, die das Abwahlverfahren mit initiiert hatte, beruhigte die Maier-Gegner: „Keine Panik, das ist Holthausen.“ Und die erfahrene Kommunalpolitikerin sollte Recht behalten. Der Ortsteil sollte der einzige der insgesamt sechs Bezirke bleiben, den Peter Maier für sich gewinnen konnte.

Abwahl des Bürgermeisters

1/11
  • Laers Bürgermeister ist am Sonntag abgewählt worden.

    Laers Bürgermeister ist am Sonntag abgewählt worden.

    Foto: Axel Roll
  • Die Mehrheit der Wähler stimmte gegen Bürgermeister Peter Maier.

    Foto: abi
  • Im Rathaus warteten Bürger gespannt auf das Ergebnis.

    Foto: abi
  • Bürgermeister Peter Maier (M.) blickt gebannt auf die Ergebnisse aus den Wahlbezirken.

    Foto: Axel Roll
  • Foto: abi
  • Foto: abi
  • Foto: abi
  • Foto: abi
  • Foto: abi
  • Foto: abi
  • Foto: Axel Roll

Wahlausschuss muss Ergebnis noch bestätigen

Besiegelt ist der erzwungene Abschied indes noch nicht ganz. Am Dienstag muss der Wahlausschuss bei seiner Sitzung das vorläufige Ergebnis des Urnenganges vom Sonntag erst einmal bestätigen. Tut er das, muss Peter Maier sein Büro räumen – samt Modelleisenbahn. Dann ist allerdings noch Zeit für Einsprüche gegen das Wahlergebnis. Der Abgewählte selbst kann auch Widerspruch einlegen. Die werden vom Wahlprüfungsausschuss unter die Lupe genommen. Das Sitzungsdatum steht bereits. Es ist der 8. Januar.

Maik ter Beek, der als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters die Verwaltung kommissarisch führen wird: „Der frühest mögliche Termin für die Sitzung wäre Heiligabend gewesen.“

Erleichterung bei der Abwahl-Allianz

Die Erleichterung bei den Mitgliedern der Abwahl-Allianz war natürlich groß. Wie CDU-Fraktionschefin Margarete Müller kommentieren alle Parteienvertreter das Ergebnis: „Jetzt können wir endlich wieder vernünftig arbeiten.“

Die Mitarbeiter der Verwaltung hielten sich mit öffentlichen Kommentaren zum unfreiwilligen Abgang ihres bisherigen Chefs am Sonntagabend zurück. Ein Rathaus-Angestellter drückte sich im Vorbeigehen aber ähnlich aus wie zuvor die Christdemokratin: „Jetzt kehrt hier hoffentlich endlich mal Ruhe ein.“

Vor dem Abwahlverfahren hatte es aus dem Rat zahlreiche Versuche gegeben, den vor dreieinhalb Jahren von SPD und FDP vorgeschlagenen Bürgermeisterkandidaten zurück in die Spur zu bringen. Die Vorwürfe gegen Maier waren heftig: Inkompetenz, Untätigkeit, ungebührliches Verhalten in der Öffentlichkeit, diktatorischer Führungsstil. Gegen die Abwahl hatten sich FDP, SPD und die FBL gestellt, eine Abspaltung der Sozialdemokraten.

Nachrichten-Ticker