Montag soll erneut Sonderzug starten
Proteste in Gronau gegen Uranexport

Gronau -

Der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen sowie weitere Organisationen befürchten, dass am Montag (9. Dezember) erneut ein Sonderzug mit Uranmüll von der Urananreicherungsanlage in Gronau Richtung Russland starten wird – mit Zwischenstopp im Hafen von Amsterdam. Dagegen protestieren die Initiativen. Bisher sind in NRW und in den Niederlanden rund ein Dutzend Protestaktionen geplant.

Sonntag, 08.12.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 08.12.2019, 18:09 Uhr
Gegen weitere Transporte von Atomabfällen nach Russland protestieren Atomkraft-Gegner am Montag in Gronau. Foto: Rupert Joemann

In Gronau beginnt am Montag um 8 Uhr eine Mahnwache auf der Brücke vor der Urananreicherungsanlage an der Max-Planck-Straße. In Ochtrup beginnt bereits um 7 Uhr am Bahnhof eine Protestaktion. Und in Hengelo wird ab 17 Uhr protestiert.

Beim letzten Transport Mitte November stoppten Atomkraftgegner den Zug bei Burgsteinfurt mit einer Abseilaktion für mehr als sieben Stunden.

Für die Ankunft des Schiffes in St. Petersburg sind auch in Russland neue Proteste geplant. Rund 53 000 Menschen haben dort eine Online-Petition von Greenpeace Russland unterschrieben.

Forderung des Arbeitskreises Umwelt Gronau

Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände in Deutschland und Russland fordern vom Betreiber der Gronauer Urananreicherungsanlage, dem Urenco-Konzern, sowie von den deutschen Urenco-Anteilseignern RWE und EON sowie der Bundesregierung einen sofortigen Stopp der Exporte.

Am Donnerstag hatte Bundesumweltministerin Svenja Schulze angekündigt, den Export von Brennelementen einschränken zu wollen. Dieses geplante Verbot müsse auf Uranexporte jeglicher Art ausgeweitet werden, so die Initiatoren.

„Die Ausweitung der Proteste zeigt, dass das Abschieben des eigenen Atommülls nach Russland auf immer mehr Ablehnung stößt. Es ist klar, dass Urenco, RWE und EON vor allem die hohen Kosten für eine sichere Entsorgung einsparen wollen – aber Russland ist nicht die Atommüllkippe für NRW. Konsequent sind ein Exportstopp und die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau im Rahmen des deutschen Atomausstiegs,“ fordert Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau und Vorstandsmitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Nachrichten-Ticker